Im krassen Gegensatz zu ca.90% der SciFi-Animes ist die Handlung der Reihe (hier der zweiten Staffel) von "Ghost in the Shell: Stand Alone Complex" keine Ballerorgie, sondern ein Werk in dem es um geopolitischen Ränkespiele, regierungsinternen Machtkämpfen und die Frage geht, in wie weit alles nur zu Seinen scheint.
Der wesendlicher Handlungstrang bau sich um die in Ghettos internierte Kriegs- und Wirtschaftsflüchtlinge auf. Dabei werden Fragen aufgeworfen, die nicht trivial zu beantworten sind. Inwiefern ist die Angst für diesen Menschen gerechtfertigt, wie sehr stehen sie in der Schuld der Gastgebernation und wie lassen sich die Flüchtlinge am besten politisch ausschlachten. Dabei geht es nicht immer nur um Fragen der Political Correctness.
Einzelne Episoden lösen sich aus diesem Erzählstrang. Hintergrundwissen über den 3. und 4. Weltkrieg, ein hochinteressanter Besuch in Berlin und viel Neues zum Thema KI, Bioroiden und Vollkörperprotesen. Auch sind die Tachikoma-Panzer wieder mit dabei. Leider ist die Stimme, diser Ständigen Begleiter, für meinen Geschmack zu niedlich geraten und das gequicke kann ich kaum verstehen. Sie sind auch ein Streitpunkt unter Fans der Ghost in the Shell-Animes.
Technisch kann ich mir kaum etwas besseres Vorstellen. Der Stil und das Design des Jahres 2029 ist mehr als gelungen. Detailverliebtheiten, wie deutsche "Tagebucheinträge", "Zeitungsauschnitte" ja selbst "Emailtexte" in der Folge "Trans Parent" zeugen von dem Willen zur Qualität und Authentizität. Die Box ist ein Muss für Fans des hochwertigen Anime.
26 Folgen a 25 Minuten (jeweils mit 3 Min. Vor- bzw. Nachspann) kommen auf 8 DVDs.