Anthem, Child in Time, Highway Star, Smoke on the Water (jawohl auch das!!), Burn, Catch the Rainbow, Stargazer, A Light in the Black, Gates of Babylon - Ritchie Blackmore ist sowohl subjektiv als auch objektiv betrachtet einer der ganz großen Songwriter der Rockmusik, gitarristisch einer der herrausragensten Künstler der Zunft und für alle Freunde des aktiven Gitarrespielens (vor allem als Empfehlung an die jüngeren Gitarreros - versucht Euch mal an dem einen oder anderen Blackmore-Solo - Ihr werdet staunen was der Mann in schwarz spielerisch drauf hat und was man da so alles lernen kann...): meines Erachtens steht er auch heute noch den neuen Heroes (zum Teil auch technisch) in nichts nach. Blackmore spielt sehr lyrisch, verschwendet meist keine Note und setzt da dramatische Akzente, wo sie hingehören.
Zum Thema Blackmores Night: ich war anfangs mehr als skeptisch. Nicht weil Ritchie jetzt Mittelaltermusik (im weitesten Sinne) macht, Remiszenzen zu dieser Stilistik finden sich in allen Dekaden seines Schaffens, aber dieses "Burgfräuleindingsens" war mir dann doch etwas suspekt. Nach zwei Konzertbesuchen (die ich eigentlich nicht schlecht fand, allerdings kommt der Meister auf solch geniale Ideen wie Getränkeausschankverbot anzuordnen, während er auf der Bühne steht)und einigem halbherzigen Hinhören hab ich mir quasi "just for fun" dieses Werk zugelegt. Kopfhörer auf, CD rein, Rotwein auf und Leute, mir flog der Kopf weg! Alleine der Opener "Way to Mandalay" ist eigentlich ein Rainbow-Song, der den Sachen der Dio-Dekade in nichts nachsteht. Geile Harmonien, toller Spannungsbogen, schöne Arrangements. Nach einigen Standardsongs dann "Queen for a day Part 2", ein akustisch dargebotenes Instrumental das fast proggig rüberkommt (man verzeihe mir den Vergleich aber hörts Euch an und stellt Euch vor, das Ding wär mit voller Wucht von Dream Theater interpretiert). Aber gegen das Titelstück verblasst alles was sich sonst auf der Scheibe befindet. "Ghost of a Rose" ist eine perfekt in Szene gesetzte Ballade die meines Erachtens heutzutage ihresgleichen sucht. Der Song hat einfach alles was es zum "Abtauchen" braucht..anhören!
Natürlich hat das Ding auch Durchhänger ("All for one" - TATSÄCHLICH eine "Was wollen wir trinken"-Adaption; Titelsong für ein potentielles "Best of-Lieder die die Welt nicht braucht"-Album, aber egal, die geilen Sachen reißens allemal raus-versprochen!!
Man muß sich natürlich drauf einlassen, mein Tip für Musiker: hörts Euch über Kopfhörer an, legt Eure Voreingenommenheit ab und "hört" Euch den Titelsong mal auf der Gitarre raus - an alle anderen: "Kerze an, Bottel auf und zuhören" - in Zeiten der Massenware ein musikalisches Highlight, basta!!
"Ghost of a Rose"... kennt einer noch "Temple of the King"?