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Adam Lang heißt dieser Ex-Premierminister. McAra war sein Berater. Kurz vor seinem Tod war er sein Ghost, genauer: ein Ghostwriter, der sich den Memoiren des charismatischen Politikers angenommen hat. Zehn Millionen Dollar soll Lang für seine Erinnerungen bekommen, wenn er vor allem über die Zeit des Terrors und seiner Bekämpfung unverblümt die Wahrheit erzählt -- und sein Manuskript innerhalb von zwei Jahren fertig stellt. Kein Wunder also, dass Lang verzweifelt nach einem neuen Ghost suchen lässt. Der Nachfolger und Ich-Erzähler des Romans aber merkt schon bald, dass er mit seinen Recherchen in ein Wespennest gestochen hat und etwas auf der Spur ist, was die Weltordnung in Frage stellen könnte. Aber er merkt auch, dass er die Geister der Vergangenheit, die er rief, nicht mehr los zu werden vermag -- und dass er befürchten muss, bald genauso geisterblass im Leichenschauhaus zu liegen wie sein unglücklicher Kollege.
Als ich hörte, wie McAra gestorben ist, hätte ich aufstehen und gehen sollen. Heute weiß ich das. Mit diesen Anfangssätzen zieht Ghost den Leser unwillkürlich in seinen Bann. Bis zum letzen Satz lässt die Geschichte ihn danach nicht mehr los. Ghost ist ein berauschendes Buch, grandios und intelligent geschrieben. Beste Thriller-Literatur. -- Stefan Kellerer, Literaturanzeiger.de
Unter den deutschen Hörbuchsprechern ist der Schauspieler Hannes Jaenicke eher der fleißige Arbeiter denn der geniale Interpret. Auch Ghost liest der in dieser gekürzten Fassung des gleichnamigen Romans mit professioneller Souveränität. Nur manchmal hält er sich nicht einmal an die Regieanweisungen, die der Erzähler des Buchs ihm gibt. Wenn eine Figur unwirsch sprechen soll oder besonders bedächtig jedes Wort betont, liest Jaenicke in unverändertem Tonfall weiter. Und die später auf ganz eigene Art explodierende -- und für den Plot und seine (wenn auch vielleicht etwas zu durchsichtige) Wendung ausschlaggebende -- pure Energie von Adam Langs Frau Ruth, der er eine merkwürdig mütterliche Steifheit verleiht, bekommt er gar nicht in den Griff.
Dass man das Hörbuch am Ende trotzdem mit Zufriedenheit beiseite legt, hat ebenfalls mit Jaenickes angenehmer Stimme zu tun. Denn die wirkt, der Hauptfigur übergestülpt, in ihrer unterschwelligen Naivität durchaus authentisch. Man hört ihr einfach gerne zu. Und ein Buch wie Ghost, das ja vor allem ein sehr gut gemachter Thriller ist, verlangt keine polyphonen Kapriolen. -- Thomas Köster, Literaturanzeiger.de -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
So gut war Harris schon lange nicht mehr!,
Von Miezekatze (München) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Ghost (Taschenbuch)
Mit "The Ghost" zeigt Harris, dass er immer noch ein Meister des klugen politischen Thrillers ist! Und seine Erzählkunst ist in "The Ghost" so gut wie nie: Ein sehr erfahrener Ghostwriter soll die vermurkste Autobiographie eines englischen Ex-Premiers kurz vor Druck noch im Hauruckverfahren vor der Katastrophe retten. Im Verlaufe seiner hastigen Recherchen und Interviews findet er jedoch Hinweise, die den Unfalltod seines ghostwritenden Vorgängers gar nicht mehr als Zufall erscheinen lassen...Der Ich-Erzähler, ein Ghostwriter, ist in der Tat das, was er sein soll: ein namenloser, hochprofessioneller Schreiberling und wohlwollender, allesverstehender Interpret des Lebenslaufs von Berühmtheiten, der im hochprofitablen Dauerschatten der VIPs sein eigenständiges Leben aufgegeben hat. Seinen Namen erfährt der Leser nie, sein soziales Umfeld liegt brach, sein Beruf drängt ihn in gnadenlose Anonymität, er tröstet sich mit Alkohol. Meisterlich macht Harris diesen "Geist" zum Katalysator eines politischen Erdbebens und webt ihn clever in eine sich scheinbar nur am Rand des Geschehens abspielende Nebenhandlung ein, die dann aber zum Gau für alle wird. Die Handlung ist mitreißend, und sie glänzt in jedem Detail: Die Screwball-Dialoge zwischen Geist und blasierter Assistentin des Ex-Premiers sind umwerfend bissig-komisch, die Manieriertheiten des Ex-Premiers reichen überzeugend von kosmopolitisch-gönnerhaft bis ängstlich-banal, und die düstere Winterstimmung auf einer unwirtlichen neuenglischen Insel ist bis ins eiskalte Mark genau getroffen. Robert Harris hat mit "The Ghost" ein Meisterwerk abgeliefert! 5 wohlverdiente Sterne. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Hochbrisanter und aktueller Politthriller - Einblicke in Politik und Arbeit eines Ghostwriters,
Von R. Seybold "www.schreib-lust.de/leselust/" (Schwaikheim) - Alle meine Rezensionen ansehen (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Ghost (Gebundene Ausgabe)
Aus den Augen eines Ghostwriters berichtet Harris nicht nur über das "undankbare" Leben eines Schreiberlings, der andere in tollem Licht dastehen lässt, während ihn kein Mensch kennt - nein, hier gibt es mehr:Hochbrisant wird die Geschichte von Adam Lang (erstaunlich die Parallelen zu Toni Blair) erzählt, der als ehemaliger Premierminister Großbritanniens seinen Memoiren veröffentlichen möchte. Doch es kommt etwas dazwischen: Eine peinliche Entführung/Folter-Geschichte aus seiner Regierungszeit kommt an die Öffentlichkeit und Adam Lang soll sogar vor den Den Hager- Gerichtshof. Aber auch der erzählende Ghostwriter lebt gefährlich. Was er nicht weiß, ist dass sein Vorgänger (der tödlich "verunglückte" McAra) getötet wurde. Zwar ist das Ende vorhersehbar, aber allein schon wie Harris die Großen und Mächtigen der Politik beschreibt ist genial (nämlich so, dass es nur noch um die Präsentation der Dinge geht, nicht mehr um die Inhalte -- und zugunsten der Anti-Terror-Politik bleiben die Bürgerrechte auf der Strecke, und niemanden scheint das wirklich zu interessieren). Harris, ein alter Freund Toni Blairs (zumindest noch aus den Zeiten erster Wahlerfolge), lässt hier hinter die Kulissen blicken - und was man dort sieht beruhigt zwar dahingehend, dass es auch nur Menschen sind, wühlt aber auf ob der Macht, die diese Personen haben und ausüben. Ein klasse Thriller für die dunkle Jahreszeit. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Klasse-Thriller für die dunklen Tage!,
Von
Rezension bezieht sich auf: Ghost (Gebundene Ausgabe)
Mein Interesse weckte der neue Roman von Robert Harris vor allem deshalb besonders, weil Harris zum engsten Bekanntenkreis von Tony Blair zählte und dessen triumphalen ersten Wahlerfolg etwa als Freund im engsten Kreis miterlebt hat. Mittlerweile soll das Verhältnis deutlich abgekühlt sein. Wer das weiß, wird das Portrait von Adam Lang, seiner Frau und der ganzen Entourage erst wirklich genießen können.Mir hat das Buch vor allem wegen des treffsicheren Sarkasmus gut gefallen, von dem ich lediglich hoffe, dass er in der deutschen Übersetzung gut herüber kommt. Allein die erste Sitzung im Londoner Verlagshaus, wo das klassische, reichlich versnobte Verlegertum auf die moderne Geldmaschinerie trifft, macht Lust aufs Weiterlesen. Und Harris enttäuscht seinen Leser im Folgenden nicht: Beeindruckend etwa wird Martha's Vineyard gefeiert, und zwar nicht als Olymp elitärer Urlaubsfreuden, sondern als eine Art Friedhof der Reichen. Der Held, der schon aufgrund seiner Illusionslosigkeit die Sympathien des Lesers von der ersten Seite an hat, wagt für uns einige Einblicke in die Welt der wirklich Reichen und Mächtigen mit einem - zugegebenermaßen - vorhersehbaren Ergebnis. Dabei vermeidet Harris jedoch den moralischen Zeigefinger (die linkslastige, aber erfolglose Lebensgefährtin des Helden ist gerade ein Unsympath), sondern arbeitet wie mit dem Gravurstift heraus, woran es diesen Menschen wirklich fehlt. Dass man dabei wegen der zahlreichen Sarkasmen stets auch laut auflachen muss, macht das Buch zu einem gelungen Erlebnis. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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