Man stelle sich vor, Grossbritanniens Ex-Premierminister Tony Blair hätte Folterungen an mutmasslichen Al Quaida Terrorsiten angeordnet. Seit bekannt ist, dass sein engster Verbündeter Präsident der Vereinigten Staaten George Bush das 183malige Waterboarding am 9/11-Drahtzieher Chalid Scheich Mohammed persönlich angeordnet hat, scheint das gar nicht mehr so abwegig. Doch genau diese Nachricht wird dem fiktiven Ex-Premier Adam Lang in "Ghost" zum Verhängnis. Sein Ghostwriter kam dem bei den Recherchen für die Memoiren des Premiers auf die Schliche und fand noch etwas ganz anderes heraus: Lang wurde während seines Studiums in Cambridge von einem US Agenten zum CIA angeheuert und danach mit Hilfe der US Verbindungen auf den Posten des Premiers von Grossbritannien katapultiert. Für diese Erkenntnis musste der Ghost mit dem Leben zahlen. Absurd ? Wenn man bedenkt, wie eng die Achse zwischen den USA und Grossbritannien im umstrittenden Kampf gegen den Terror nach 9/11 war, ist das schon eine recht interessante These. Dieses spannende Thema wird aus der Sicht des Ghostwriters von Adam Lang geschildert, mit sehr schönen Einblicken in die Arbeit und das Leben in diesem Metier. Es wird auch beschrieben, warum von Ghosts geschriebene Memoiren meistens so langweilig sind. Ein unterhaltsamer und spannender Roman. Dass der sonst bei guten englischen Autoren immer präsente englische Humor in diesem Buch nicht so rüberkommt, könnte auch an der deutschen Übersetzung liegen, die ich gelesen habe.