Die unterschiedlichen Ansichten zu dieser CD haben meiner Meinung nach nichts mit Intellektualität oder deren Fehlen zu tun, sondern mit dem eigenen Geschmack und dem eigenen Anspruch an Musik. Wilco sind eine der zuverlässigsten Lieferanten großartiger Musik. Meines Erachtens hat sich die Qualität der Platten bis "Yankee Hotel Foxtrott" auf einem nahezu einsamen Höhepunkt gesteigert. Ein perfektes Beispiel intelligenter Pop-Musik. Schwierig und eingängig. Melodisch und atonal. Mitsingen und "schräger Krach". Auf diesem Album kommt "Radiohead"-Ähnliches hinzu. Stücke, die zwischen diesen Welten liegen. Dass es keine begnadeten Melodien gibt, ist falsch ( einmal "Theologians" gehört beweist das Gegenteil. Dass es seltsamste Stellen gibt ( das bereits zitierte extrem lange Rauschen in "Less then you think" ) ist richtig. Jeff Tweedy empfahl denen, die das nicht (öfter) hören wollen oder können: Abschalten / Überspringen.
Wer die schwierigen / seltsamen / kranken (?) Stellen nicht mag, wird an den wúnderbaren vorbeigehen. Ob die CD gerade in ihrer Vielfältigkeit einen Kauf wert ist, muss und kann leider nur nach intensiver Beschäftigung durch einen jeden selbst entschieden werden. "Less than you think" ist ohne Zweifel kein verkaufsförderndes Argument. Die CD ist um Längen besser als 99,9 % aller andern Veröffentlichungen ( und somit 5 Sterne ), sie ist jedoch schlechter als "Yankee Hotel Foxtrott". Auch "A ghost is born" ist jedoch spannend und lädt zum Nachdenken ein. Was könnte KUNST Besseres leisten?