Asiatische Schriftzeichen sind in, ohne Zweifel. Dafür muß man nur mal in einen ganz normalen Haushaltswaren- oder Modeladen gehen und gucken, was so auf die Kaffeebecher und T-Shirts draufgedruckt ist. Dabei ist es natürlich ganz egal, was genau da steht - Hauptsache, es sieht gut aus. Da stehen dann schon mal Zeichen auf dem Kopf, oder es fehlt die Hälfte. Sehr erheiternd auch die Geschichte von dem Mädel, das sich chinesische Schriftzeichen auf den unteren Rücken tätowieren ließ, weil es in war, und dafür irgendwelche vom nächsten Kaffeebecher oder T-Shirt nahm. Als sie dann leider auf jemanden traf, der asiatische Schriftzeichen lesen konnte, fiel der gute Mann fast um vor Lachen, denn da stand stand 'Gut und billig!'
So weit muß es ja nicht kommen, aber wir treffen immer mehr im Alltag auf chinesische Schriftzeichen, und dann können wir entweder einen Experten fragen, oder wir akzeptieren, daß wir nicht wissen, was da steht - möglicherweise 'Gut und billig' statt 'Gesundheit, Wohlstand und ein langes Leben' oder 'Geboren im Jahr der Ratte'. Deswegen ist es so erfreulich, daß es dieses Buch gibt - es bietet einen Mittelweg, mit dem auch der Normalbürger chinesische Schriftzeichen entziffern kann, ohne deswegen gleich Chinesisch lernen oder gar Sinologie studieren zu müssen.
Eigentlich ist es nämlich gar nicht so kompliziert - die Schriftzeichen bestehen aus einem festgelegten und beschränkten Repertoire aus Symbolen, aus denen sie dann kombiniert werden, ganz wie zusammengesetzte Wörter im Deutschen. Wenn man das Prinzip erst mal durchschaut hat, dann versteht man auch das System, nach dem Schriftzeichen in einem Lexikon zum Nachschlagen bereitgestellt werden, und dann kann man zumindest heraussuchen, was die Zeichen auf der Tasse oder dem T-Shirt (oder der Slogan auf dem Briefpapier des chinesischen oder japanischen Geschäftpartners) eigentlich bedeuten.
In diesem Buch lernt man so richtig schön die Grundlagen: was der Unterschied zwischen einer bloßen Bilderschrift und 'Ideogrammen' ist, in welcher Richtung und Reihenfolge man die Schriftzeichen schreibt, und eben auch, wie man sie nachschlägt - und dann gibt es 'Futter': die häufigsten chinesischen Schriftzeichen, auf fast 300 Seiten, eins nach dem anderen im Zusammenhang erklärt. Wir lernen, wie man die Namen von Lao-Tse und Konfuzius schreibt, Begriffe wie 'Feng Shui' und 'Akupunktur', die Jahreszeiten und Himmelsrichtungen, die wir auf den Mah-Jongg-Steinen finden (gerne auch noch als Computerspiel genommen), die Tiere des chinesischen Horoskops, die 36 Strategeme und vieles dergleichen mehr.
Da muß sich dann niemand mehr 'Gut und billig!' auf den unteren Rücken tätowieren lassen.