Zum Inhalt:
Lüdenscheid um 1900: Industrie und Handel geht es gut, die Stadt blüht und lockt Menschen an, die Arbeit suchen und ihr Glück machen wollen. Die Fabrikanten erkennen die Zeichen der Zeit, tüfteln Neues für den Markt aus und bringen ihre Produkte mit ihren Handelsvertretern bis in ferne Länder.
Das Alltagsleben wird durch den Arbeitsablauf in den Fabriken bestimmt, viel freie Zeit bleibt nicht, sowohl für die einfachen Menschen als auch für die Fabrikbesitzer.
Henrietta ist erst seit einigen Wochen in Lüdenscheid. Sie fühlt sich unwohl in dieser Umgebung, in der sie sich nicht auskennt. Mit ihrem fremden Aussehen fällt sie überall auf. Friedrich lebt in der Welt der Fabrikanten. Er macht naturwissenschaftliche Experimente und will Erfinder werden. Eckhart kommt aus dörflichen Verhältnissen, ist begeistert von der Eisenbahn und dem Luftschiff und will dabei sein, wenn die neue Technik die Welt erobert.
Schnell verweben sich ihre Leben miteinander. Sie unterstützen sich gegenseitig und versuchen, ihre unterschiedlichen Talente auszuloten und für sich zu nutzen.
Aber bedrohliche Missverständnisse entstehen. Der Konflikt nimmt seinen unheilvollen Lauf, scheint bis zum schrecklichen Ende kaum lösbar und entlädt sich in einer wütenden Tat, einem Naturereignis gleich, einem heftigen Wolkenbruch nach einem stundenlang sich zusammenbrauenden Gewitter.
Meinung:
Kurt Wasserfall erzählt eine spannende Dreiecksgeschichte.
Die Darstellung der Hauptpersonen in ihrer Entwicklung und Verstrickung ist gut gelungen. Die Stadt Lüdenscheid mit ihrer Geschichte liefert den Rahmen für die Handlung. Der Autor verzichtet auf ermüdende historisch korrekte Detailtreue. Vielmehr vermittelt er lebendig die Atmosphäre und die gesellschaftlichen und sozialen Bedingungen um 1900, die letztlich die Handlung mit beeinflussen, weil sie Entwicklung und Charakter der Menschen prägen.
Daher ist das Buch auch für Nicht-Lüdenscheider empfehlenswert.