Vierzehn Euro sind ein stolzer Preis für ein Heft von gut hundert Seiten. Da sehr großbuchstabige Schrift den Text nochmals um ein paar Grade "übersichtlicher" macht, hatte ich das Buch in zwei Stunden gelesen und wusste, dass ich es zurückgeben werde. Wegen Inhaltslosigkeit.
Damit Sie mich nicht missverstehen: Ich mag kurz gefasste Texte. Aber diesem mangelt es nicht nur an Masse, sondern auch - um sprachlich beim Thema zu bleiben - an Nährwert. Dass Körper, Geist und Seele eine Einheit sind, und dass Abnehmen auf Dauer nicht gelingt ohne die psychischen Ursachen zu beachten und letztlich sein Leben zu ändern, ist im Jahr 2004 ein alter Hut. Die Autorin hat ihn für sich neu entdeckt und auf ihrer Innenreise alle westlichen und östlichen Welt- und Menschenbilder bis zur Unkenntlichkeit und Unbekömmlichkeit zu einem persönlichen esoterischen Müsli verrührt. Etliche dieser Lehren haben für sich genommen - als Rohkost sozusagen - durchaus Weisheit und Substanz. Bei Talea Torn sind sie leider nicht wiederzuerkennen.
Dennoch, - dass es ihr gelungen ist, sich durch den festen Glauben an ihr selbstgestricktes Weltbild, aus ihrem Lebenssumpf zu ziehen, verdient Respekt und macht grundsätzlich Hoffnung, dass Anderen Gleiches gelingen könnte.
Vielleicht wäre ein interessantes Buch daraus geworden, wenn sie mehr Mut zu persönlicher Offenheit gehabt hätte und einfach ihre persönliche Geschichte erzählt hätte - als Vorbild für andere -, statt alles Persönliche herauszunehmen und einen Ratgeber zu basteln. Als Berater braucht man Erfahrung in der Breite. Das eigene Schicksal und Alltagswissen gibt dafür zu wenig her. So bleibt das Buch seltsam allgemein und leer. Unversehens geht das Vorwort ins Schlusswort über, während man doch von Seite zu Seite noch immer auf den eigentlichen Inhalt hofft.