Zeit für Rehabilitation für dieses Buch. Hatte ich tatsächlich zunächst überlegt es nicht zu kaufen wegen der bisherigen schlechten Rezensionen, wagte ich das Vertrauen in meine Intuition und meine eigenen positiven Erfahrungen mit Dahlke-Büchern und wurde mit einem phantastischen Buch belohnt.
Die ersten beiden Kapitel, die der vorhergehende Rezensent als überflüssig betrachtete, fand ich äußerst aufschlussreich. Gibt es in unserer Gesellschaft für das Körpergewicht Maße (wie den BMI) und Bilder (wie Models, SchauspielerInnen etc.), so zeigt Rüdiger Dahlke, dass diese Bilder und Maße zahlreichen Wandlungen unterworfen sind: Die Mode änderte sich über die Jahrhunderte, sogar über die Jahrzehnte (vgl. 20er-Jahre-Drallheit mit Brigitte Bardot), die Maße der Ärzte für ein gesundes Körpergewicht werden ebenfalls regelmäßig verändert. Kann das Sinn machen? Diese zahlreichen Beispiele führen deutlich vor Augen, dass nur ein einziges Idealgewicht zählen kann: Das persönliche. Nicht das vom Arzt, nicht das der Mode.
Was ist nun das persönliche Idealgewicht? Es wird von der Seele festgelegt. Das letztendliche Ideal einer gesundeten Seele wäre (leicht) rundlich, da sich im Äußeren innere Rundheit und Vollständigkeit spiegelt. Da aber niemand von uns vollkommen gesundet ist, zeigen sich die Themen der Seele im Körper:
Liebe geht durch den Magen, fehlt die Liebe, kann Essen zum unerlösten Ersatz werden. Statt eines runden Liebesgefühls entsteht ein runder Körper.
Dies nur als Beispiel, zahlreiche weitere Themen und Lernaufgaben spiegeln sich im Körpergewicht. Es lohnt sich, sich mit ihnen zu befassen.
Nein, dieses Buch ist weder aufgebauscht, noch überflüssig. Schließlich könnte man, wenn man denn unbedingt wollte, jedes beliebige Sachbuch in einem einzelnen Kernsatz zusammenfassen - aber damit das Buch als überflüssig zu bezeichnen, wäre Hohn...