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Gewalt entsteht im Kopf
 
 
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Gewalt entsteht im Kopf [Broschiert]

Michael Günter
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Broschiert: 170 Seiten
  • Verlag: Klett-Cotta; Auflage: 1., Aufl. (21. Februar 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3608946772
  • ISBN-13: 978-3608946772
  • Größe und/oder Gewicht: 20,4 x 12,4 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 273.866 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Wie wir Gewalt verstehen und wirksam begrenzen können

Was veranlasst Menschen, gewalttätig zu werden? Was sind das für Menschen, die andere zu Tode treten? Warum sind sexuelle Gewalt gegen Kinder und Vergewaltigungen so häufig?

Klappentext

Die großen Mythen, Märchen und Erzählungen aller Kulturen - fast alle handeln von Gewalt. Gewalt kann aus Leidenschaft entstehen; oft hat sie mit Rache-, Schuld- oder Schamgefühlen zu tun. Der Autor erläutert anhand von Filmen - Batman, Uhrwerk Orange, Spiel mir das Lied vom Tod, Terminator, Krabat, Sleepers - und Falldarstellungen aus der eigenen Praxis, wie die psychischen Mechanismen der Gewalt funktionieren. Und welche Rolle Lebenserfahrung, psychische Disposition, soziale und situative Einflussfaktoren spielen.

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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Winfried Stanzick HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Broschiert
In den vergangenen Jahren haben immer wieder Gewalttaten insbesondere von Jugendlichen Aufsehen und Entsetzen erregt. Junge Menschen, die aus zunächst völlig unerklärlichen Gründen andere, auch ältere Menschen niederschlagen, und dann, alle Regeln der Zivilisation missachtend, auf den am Boden Liegenden eintreten, oft bis der stirbt.

Viele Bücher sind darüber verfasst, viele Reden gehalten und Erklärungen gefunden, Maßnahmen initiiert und Programme gestartet worden. Doch man hat als Bürger den Eindruck, dass das alles nicht helfen wird, ja, dass die Zahl der gewaltbereiten Menschen sogar zunimmt.

Der Autor des vorliegenden Buches, Michael Günter, ist als Ärztlicher Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie an der Universität in Tübingen seit vielen Jahren mit solchen Gewalttätern befasst und hat die psychischen Mechanismen der Gewalt studiert.

Er beschreibt auch Fälle aus seiner Praxis. Hauptsächlich dienen sie ihm aber dazu, Erkenntnisse zu untermauern, die er in einer lesenswerten Analyse von klassischen Filmen gewinnt: Batman, Uhrwerk Orange, Spiel mir das Lied vom Tod, Terminator - kaum jemand jenseits der Adoleszenz, der diese Filme nicht mindestens einmal gesehen hat.

Mit Michael Günter sieht er sie nun unter einem anderen Blickwinkel. Da geht es um die Zusammenhänge zwischen Gewalt und verschiedenen Gefühlen wie Rache, Schuld und Scham; um die Lust an der Macht und den Zusammenhang zwischen Angst, Aggressivität und Sexualität.

Natürlich wird der unterschiedliche Umgang von Frauen und Männern mit Gewalt thematisiert und auch nach den sozialen Ursachen von Gewalt gefragt. Am Ende, bei der Frage, was zu tun sei, überrascht Günters Zusammenfassung nicht:
"Daher besteht die beste Prävention gegen individuelle Gewaltentwicklung darin, Gewalt und Vernachlässigung von Kindern in der Familie wirksam zu bekämpfen und Kindern und Jugendlichen gute Perspektiven der Teilhabe am sozialen Leben, an Bildung, Beruf, sozialer Anerkennung und materieller Sicherung zu eröffnen."

Eine gigantische Aufgabe, denn die Zahl der Kinder, die nicht wirklich so aufwachsen, dass es ihnen gut tut, nimmt zu.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Broschiert
Durch das Lesen dieses Buches ist mir bewusst geworden, dass Gewalt und Aggressionen als Lösungsstrategie, also als Konfliktbewältigung für manche Menschen dient. Sie ist sozusagen einem Abwehrmenchanismus (nach Freud) zu vergleichen, um irgendwelche Ereignisse aus dem Leben doch noch bewältigen zu können.

Herr Dr. Günter unterscheidet verschiedene Arten von Gewalt, die er anhand von bekannten Action-Filmen beschreibt. Er macht klar, dass jede ausgeübte Gewalt unterschiedlich ist und dass bei der Therapie deswegen verschieden vorgegangen werden muss, um den Menschen zur Mitarbeit zu erreichen. Da gibt es zum Beispiel den eher narzisstisch veranlagten Täter, dann denjenigen des Boderline-Typs mit den zwei Gesichtern oder den eher psychotischen Typ, der das Chaos liebt.

Selbst kenne ich die als Beispiel genommenen Filme nicht, und man braucht sie auch nicht gesehen zu haben, denn die Figuren aus den Filmen gibt es überall.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Helga König #1 HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Broschiert
Prof. Dr. med. Michael Günter befasst sich in diesem Buch mit dem menschlichen Grundproblem der Gewalt und verdeutlicht anhand der Filmklassiker "Spiel mir das Lied vom Tod", "Krabat", "Uhrwerk Orange", "Batman- The Dark Knight", "Terminator", und "Sleepers" sowie Falldarstellungen aus der eigenen Praxis, wie sich die psychischen Mechanismen von Gewalt offenbaren.

Im Buch geht es darum, wie Gewalt im Kopf, wie Fantasien über Gewalt entstehen, auch wie es dazu kommt, dass die Fantasien letztlich in die Ausübung der Gewalt münden, so der Autor, (vgl.: S. 9). Prof. Dr. Günter spürt dem komplizierten Zusammenwirken vorangehender, nicht selten prägender Lebenserfahrung, psychischer Dispositionen und sozialer als auch situativer Einflussfaktoren nach, die er von verschiedenen Blickwinkeln aus beleuchtet. (vgl.: S.9).

Ziel des Autors ist, den Leser auf verständliche Weise über Gewalt aufzuklären, um aufgrund eines umfassenderen Verständnisses des Problems und der psychischen Mechanismen, die Gewalt bedingen, zu einer rationaleren Diskussion in der Öffentlichkeit beizutragen, (vgl.: S.9).

Der Autor konstatiert, dass die Filme uns affektiv ergreifen und uns die Gefühle der dargestellten Protagonisten miterleben lassen. Prof Dr. Günter ist der Ansicht, dass sie im Vergleich zu Werken aus der Literatur oder der bildenden Kunst und Fotografie eine besondere Wucht entfalten, indem sie Bild, Bewegung, Sprache und Musik kombinieren und auf diese Weise ein dichtes Gewebe von Sinneseindrücken entstehe, von denen er glaubt, dass sich unsere Psyche diesen kaum zu entziehen vermag, (vgl.: S. 10).

Der Autor unterstreicht, dass Forschungsbefunde nahelegen, "dass der Konsum von Gewalt in Bildmedien, also in Filmen und Computerspielen, das kindliche und jugendliche Gehirn so prägt, dass einerseits ein Abstumpfen gegen Gewalt eintritt und andererseits die Hemmschwelle sinken lässt und eine entsprechende Handlungsbereitschaft erhöht wird",(Zitat. Seit 12-13). Je mehr sich Personen in Nebenrealitäten einspinnen und reale soziale Bezüge verlieren, bzw. sich von diesen ausgeschlossen fühlen, um so gefährlicher wird der potentiell antisoziale Sog, der durch die grausame Bilderwelt entsteht, (vgl.: S.14).

Gewalt in Filmen wird nicht immer als böse Macht eingesetzt und erlebt, sondern auch um Gerechtigkeit, Sicherheit und Freiheit wieder herzustellen. Obschon die Mehrzahl der Menschen diese bewusst ablehnt, werden trotz allem pausenlos Krimis, Psychothriller und Actionthriller im Fernsehen konsumiert, die, so Prof. Dr. Günter, vor Gewalt nur so strotzen, (vgl.: S.16). Liest man das Buch, beginnt man zu begreifen, weshalb dies so ist.

Der Autor interpretiert Gewalt in ihrer negativen Bedeutung als unrechtmäßige Ausübung von psychischem und psychischem Zwang auf Menschen. Dabei werden andere Menschen vorsätzlich geschädigt und in ihren Rechten beeinträchtigt. Angelehnt an diesen Gewaltbegriff ist der Begriff der strukturellen Gewalt, der im Buch ebenfalls näher erläutert, (vgl.: S. 17ff). Die subjektive Seite der Gewalt wird durch den Begriff Aggression unterstrichen. Unter Aggression versteht man ein affektbedingtes Angriffsverhalten des betreffenden Menschen, während Destruktivität in besagtem Zusammenhang die zerstörerischen Aspekte aggressiven menschlichen Verhaltens meint, die bis zur Lust an der Zerstörung sich steigern können, (vgl.: S.18).

Das Buch macht begreifbar, in welchem Ausmaß wir Gewalt in uns tragen und möchte einen Weg aufzeigen, mittels dem man das Umsetzen von Gewalt in Handlungen wirksam begrenzen kann. Dies gelingt dem Autor übrigens hervorragend.

Was hat Gewalt mit Rache-, Schuld- und Schamgefühlen zu tun?
Wie stellt sich Lust an der Macht und die Herrschaft des Schreckens dar?
Kann Gewalt ein letzter Ausweg in der Not sein?
Weshalb gehören Angst, Aggressivität und Sexualität im gewissen Sinn zusammen?
Wie gehen Männer und wie gehen Frauen mit Gewalt um?
Welche gesellschaftlichen Rahmenbedingungen lösen Gewalt aus?

Fragen wie diese, werden im Buch mehr als nur zufriedenstellend beantwortet.

Dr. Günter weiß, dass die Fixierung auf Gewalt als ein Mittel genutzt wird, um das Gefühl der Wertlosigkeit, Ohnmacht, Hilflosigkeit und Verlassenheit zu bekämpfen. Aufgrund von Gewaltausübung vergewissern sich die Betreffenden ihrer Handlungsfähigkeit, befriedigen ihre Rache sowie Vergeltungswünsche und wehren ihre Schuldgefühle ab, (vgl.: S. 166).

Deshalb, so Prof. Dr. Günter, ist die beste Prävention gegen individuelle Gewaltentwicklung, die Gewalt und Vernachlässigung von Kindern in den Familien wirksam zu bekämpfen und Jugendlichen gute Perspektiven der Teilhabe am sozialen Leben, an Bildung, Beruf und sozialer Anerkennung sowie materieller Sicherung zu gewähren, (vgl.: S. 166). Dieser Schlussfolgerung schließe ich mich bedingungslos an.

Empfehlenswert.
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