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Gewalt der Medien: Studien zu Gewalt an Schulen. Empirische Hinweise und bildungstheoretische Konzepte
 
 
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Gewalt der Medien: Studien zu Gewalt an Schulen. Empirische Hinweise und bildungstheoretische Konzepte [Broschiert]

Volker Ladenthin , Jessica von Wülfing
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Broschiert: 86 Seiten
  • Verlag: Ergon; Auflage: 1., Aufl. (5. Oktober 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3899135911
  • ISBN-13: 978-3899135916
  • Größe und/oder Gewicht: 23,8 x 16,8 x 0,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 664.378 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Gewalt der Medien Studien zu Gewalt an Schulen. Empirische H

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Medienschelte 18. August 2008
Es handelt sich um eine Studie von Wissenschaftlern der Universität Bonn. 300 Schüler er Klassenstufen 7 und 8 sollten zu einem klassischen Märchen einen Schluss schreiben. Vor allem die Jungen fanden oft extrem gewalttätige Enden, an denen sich direkt der Einfluss von Filmen und Computerspielen ablesen ließ. Prof. Ladenthin zufolge: Unsere Studie zeigt in der Tat, wie sehr Medienbilder inzwischen die Fantasie von Kindern besetzen...also auch jene Phantasie, mit der sie ihr späteres Handeln planen." Ist das Ergebnis so überraschend? Ein junges Hirn ist wie eine Festplatte, das auch nur das einspeichern kann, was tagtäglich zugeführt wird. Ist es Mist, kann man nicht erwarten, dass Gold daraus wird.
Ladenthin warnt: Das ist eine gefährliche Entwicklung. In der Jugend lernt man das Vokabular, mit der man die Welt begreift. Wenn darin bestimmte Vokabeln fehlen - Mitgefühl, Liebe, aber auch Mitleid und Schuld -, führt das zu Defiziten in der Wahrnehmung und in letzter Konsequenz auch im eigenen Verhalten."
Gefährlich könnte es dann werden, wenn positive Alternativen fehlten, denn dann bliebe das Vokabular lückenhaft. Die Aufgabe der Schule bestünde darin, derartige Gegenbilder anzubieten und Differenziertheit der Gedanken anzuregen. Beispiele dafür gibt es ja in der Literatur genügend.
Möglicherweise versagt hier aber auch der Staat und die Gesellschaft insgesamt. In den sechziger Jahren waren die Serienhelden unrealistische Gewinner. Aber die Jugendlichen konnten klar zwischen gut und böse unterscheiden, das Gute siegte, das Böse unterlag. Inzwischen herrscht aber keine Klarheit mehr in der Medienlandschaft, was denn überhaupt der Unterschied zwischen gut und böse ist. Im Grunde ist gut nur das, was mehrheitsfähig, in" oder cool" ist, und Quoten beschert, allgemeinverbindliche Grundwerte gelten nicht mehr. Die neuzeitlichen Helden sind gewaltbereit, unflätig in ihren Äußerungen, haben alle erdenklichen Schwächen. Und das sind die Vorbilder für die Jugend, sind doch schon die Erwachsenen gedanklich verwirrt.
Jede Gesellschaft bekommt eben die Jugendlichen, die sie sich heran erzieht, die sie sich verdient".
Ladenthins Fazit: "Medien...prägen massiv die Fantasie von Heranwachsenden und legen dadurch fest, in welchen Kategorien diese später handeln."
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Kompakt und vernünftig 23. April 2011
Gegen Anfang des Büchleins wird eine Studie vorgestellt: Schülern von fünf Gymnasial- und vier Realschulklassen der 6. Jahrgangsstufe (vgl. S. 13 - nicht der 7. und 8., wie hier ein anderer Rezensent schreibt) wurde der Beginn eines Märchens vorgelegt, das sie zu Ende schreiben sollten . Vorausgegangen war eine Unterrichtseinheit zum Thema "Märchen", die inhaltliche und sprachliche Charakteristika dieser Literaturgattung vermitteln sollte. Absichtlich wurden reine Mädchen- bzw. Jungenschulen gewählt, um deutliche geschlechtsspezifische Effekte zu erhalten. Das Ergebnis zeigt eine große mediale Beeinflussung hauptsächlich der Jungen, die Namen und Motive aus bekannten Action- und Science-Fiction-Filmen und moderne Waffen bei der Fortsetzung der Märchen verwenden. Bedenklich ist hierbei die in manchen Beispielen zutage tretende pure Freude an möglichst grausamer Gewalt um ihrer selbst willen. Freilich ist diese Studie wenig dazu geeignet, einen Einfluss der Medien auf das tatsächliche Verhalten der Kinder nachzuweisen. Indes erscheint der Gedanke plausibel, dass Freude an Gewalt der erste Schritt zu ihrer Ausübung darstellt.
Insgesamt setzen die Autoren nicht auf die bereits überreich vorhandenen Studien, sondern auf psychologisches und kommunikationswissenschaftliches Grundwissen. Die Gefahr der medialen Bilder (um Töne geht es wieder einmal nicht) bestehe vor allem in ihrer Flüchtigkeit und ihrem schnellen Wechsel, die keinen Verstehensprozess in Gang setzen können: "Es geht also weder um ein Missverstehen, noch um ein Nicht-Verstehen - es geht um eine Wirkung vor dem Verstehen" (S. 41).
Um der Gewalt in den Schulen entgegenzuwirken bedarf es Ladenthin zufolge einer Werteerziehung sowie einer Erziehung zu Disziplin mit konsequenten Sanktionen bei Verstößen. Das sind eigentlich Selbstverständlichkeiten, die man aber in der noch immer von den "68"er-Idealen geprägten Bildungslandschaft nicht oft genug wiederholen kann. Medienpolitische Maßnahmen werden zwar nicht angesprochen, aber ihre Notwendigkeit ergibt sich aus der Sichtweise der Autoren quasi von selbst.
Wer keine dicken Bände durcharbeiten möchte, der findet hier auf knappem Raum einige wichtige Gedanken und Empfehlungen, mit deren Umsetzung schon viel gewonnen wäre.
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