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5.0 von 5 Sternen
Schmackhafte Geschichtestunde, 5. Februar 2002
Rezension bezieht sich auf: Gewürze (Gebundene Ausgabe)
Manuela Mahns Buch füllt eine Lücke nicht nur in der
deutschsprachigen Buchlandschaft -- nirgenswo sonst
wird man so kurzweilig über die Geschichte der Gewürze
und des Gewürzhandels, von der griechischen Antike bis
zum Beginn des industriellen Zeitalters, informiert.
Das erste Kapitel stellt die heute in Europa
kommerziell wichtigsten Gewürze mit ihren botanischen
und kulinarischen Charakteristika vor. Nach dieser
Allerweltsinformation, die man in ähnlicher Form in
-zig anderen Büchern hätte nachlesen können, kommt
Mahn zu dem, wovon sie erheblich mehr versteht als
andere Autoren: Handel und internationale
Beziehungen im Lauf der Jahrtausende. Dabei beschränkt
sie sich im wesentlichen auf die Alte Welt; über die
amerikanischen Gewürze Chili, Piment und Vanille
wird nach dem ersten Kapitel nicht mehr viel gesagt.
Die Diskussion beginnt mit den Karawanenwegen der
Antike und den ersten Seefahrten nach Indien,
behandelt dann in erfreulicher Ausführlichkeit die
Wasser- und Landwege der Handels im europäischen
Mittelalter und kommt dann zu den neuzeitlichen
Kolonialimperien. Dieser Thematik ist der Hauptteil
des Buches gewidmet, und die Autorin brilliert hier
durch ihr historisches Wissen, ihre exakten
Quellenangaben und ihren klaren Schreibstil. Die
westeuropäischen Koch- und Würzsitten dieser Epochen
werden ebenfalls recht ausführlich behandelt.
Der Abstieg der Gewürze in der zweiten Hälfte der
Neuzeit wird gegen Ende des Buches besprochen, wobei
Mahn allerdings nur die moderne französische Küche
als Modell zeitgenössischer europäischer Kochkunst
behandelt. Mahn beschreibt dabei die Änderung der
Kochgewohnheiten vor dem Hintergrund wechselnder
gesellschaftlicher Randbedingungen und veränderten
medizinischen Wissens. Die Bedeutung der
nationalsozialistischen Propaganda gegen exotische
Gewürze bleibt dagegen unbehandelt, ebenso wie die
Entwicklung moderner Küchen in anderen Ländern
(Italien, Osteuropa).
Zu den wohl unvermeidlichen Schwachpunkten zählt
gelegentliche unkommentierte Widersprüche zwischen
verschiedenen historischen Quellen. Auch vermißt man
eine kritische Analyse der genauen Bedeutung uralter
Pflanzennamen -- Mahn tut so, als ob die botanische
Identität antiker Gewürze in allen Fällen vollständig
geklärt sei, aber das ist doch wohl etwas optimistisch.
Insgesamt ein sehr empfehlenswertes Buch für alle,
die sich für die Kombination aus Kulinarik und
Geschichte erwärmen können.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Weniger ist Mehr, 23. Januar 2002
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Gewürze (Gebundene Ausgabe)
Wenn eine ausgewiesene Wirtschaftswissenschaftlerin über Gewürze schreibt, so sollte Sie sich auf Ihr Ressort beschränken und sich folglich Geschichte und Ökonomie des Gewürzhandels widmen. Dies tut die Autorin auch ... aber nur weitestgehend.
Ihre Ausflüge in andere Fachbereiche wie z. B. die Inhaltsstoffe von Gewürzen oder gar deren pharmakologische Wirkung sind eher entäuschend oder enthalten sogar ungenügend recherchierte Aussagen. Schade.
Was die Auswahl der Abbildungen anbelangt habe ich schon sehr viel bessere gesehen, also lieber für ein solches Buch, was historisch orientiert ist, darauf verzichten oder zeitgenössische Abbildungen auswählen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Geschichte des Welthandels, 9. Januar 2004
Rezension bezieht sich auf: Gewürze (Gebundene Ausgabe)
Manuela Mahn gelingt ein hervorragender Überblick über die geschichtlichen und geographischen Stationen des Welthandels mit Gewürzen. Ihre Bibliographie zeigt einerseits ihren weiten Fokus und hilft andererseits bei Spezialfragen leicht weiter. Eine empfehlenswertes Buch, bei dem der Verlag nur ein bißchen an der Ausstattung sparte.
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