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Gewürze
 
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Gewürze [Gebundene Ausgabe]

Manuela Mahn
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe
  • Verlag: Reclam, Ditzingen (2001)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3150104807
  • ISBN-13: 978-3150104804
  • Größe und/oder Gewicht: 21,3 x 13,6 x 2,3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 447.203 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

"Muskatnüss thun sonderlich wol den Oogen und dem Hyrn, wie auch des Maagens Pforten", notierte Andrew Borde 1542 in seiner Dyetary of Helth, und John Huyghen Van Linschoten vermerkte fünfzig Jahre später, auch die "Moskatblüth" ließe nach dem Verzehr "die Wynde streichen". Im 16. und 17. Jahrhundert wurden der Muskatnuss wahre Wunderdinge nachgesagt, und Spekulanten konnten sich mit den wohlriechenden Samen des Myristica fragans an Europas Höfen eine goldene Nase verdienen.

Bevor die Muskatblüte aber in der Heimat "die Winde streichen" lassen konnte, mussten verwegene Abenteuer in See stechen, um sie in der Ferne zu besorgen. Nicht immer waren dabei die Winde günstig, und so manchem Matrosen brachte die Muskatnuss bei seinen gefährlichen Fahrten zu den Gewürzinseln keineswegs Gesundheit, sondern den Tod auf dem Meeresgrund. Vom antiken Gewürzhandel und seinen gesalzenen Auswüchsen in neuzeitlichen Handelsmonopolen erzählt die Wirtschaftshistorikerin Manuela Mahn ebenso anschaulich und kurzweilig wie von einer "Botanik der Gewürze". Kulinarisch spannt sie den Bogen von der mittelalterlichen Kochkunst über den Niedergang des Gewürzverbrauchs auf den laffen Tellerkompositionen der Haute Cuisine bis hin zu einer "Renaissance" von Muskat, Kurkuma, Nelke, Zimt und Kardamom in unserer geschmacksnervenverwöhnten Gegenwart. Hatte Stefan Zweig in seiner Biografie Mangellans noch behauptet, dass "im Anfang das Gewürz" gewesen sei, so scheint es am Ende im Triumph zurückzukommen.

Dies alles serviert uns Gewürze derart genüsslich, dass man auch von diesem Buch getrost mit Andrew Borde behaupten kann, es wirke wohl auf Hirn und Auge. Spannend wie ein Roman und informativ wie ein Geschichtsbuch. Unbedingt empfehlenswert. --Thomas Köster

Neue Zürcher Zeitung

Muskatblüte, trocken

rox. Zu Beginn seines Buches über die Taten des Magellan singt Stefan Zweig ein Hohelied auf das Gewürz. Bloss «ein einziges Korn indischen Gewürzes, ein paar Stäubchen Pfeffer, eine trockene Muskatblüte» sind es, die das Gewürz zum Anfang der kulturellen Lichtwerdung machen. Dieses und andere Zitate kommen Manuela Mahn in ihrer Monographie über die weitgespannte und nicht nur zur Küchenliteratur zu schlagende Geschichte des Gewürzes zupass. Obwohl das Buch illustriert ist und ebenso reichhaltige historische Kenntnis über Handel und Verwendung von Safran, Piment, Muskat, Kardamom, Mazis und weiterer Köstlichkeiten zeigt, befleissigt sich die Autorin einer trockenen, der Information dienenden Darstellungsweise. Das kommt dem Thema entgegen. Nachdem sich die ersten Kapitel vornehmlich den Schätzen des Orients und ihrer sukzessiven Verbreitung im Abendland gewidmet haben, fokussiert die Autorin im letzten Teil auf die «feine» Würze, den Siegeszug der Haute Cuisine und den gegen Ende des 19. Jahrhunderts empfindlichen Rückgang des Gewürzverbrauchs. Mit der industriellen Verfertigung von Fertigwürze treten Muskat und Kardamom wieder in den Hintergrund; die Düfte verschwinden, und nur noch wenige – meist «Einwanderer» – wissen noch mit den kostbaren Stäubchen umzugehen.


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen

11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Schmackhafte Geschichtestunde, 5. Februar 2002
Rezension bezieht sich auf: Gewürze (Gebundene Ausgabe)
Manuela Mahns Buch füllt eine Lücke nicht nur in der
deutschsprachigen Buchlandschaft -- nirgenswo sonst
wird man so kurzweilig über die Geschichte der Gewürze
und des Gewürzhandels, von der griechischen Antike bis
zum Beginn des industriellen Zeitalters, informiert.

Das erste Kapitel stellt die heute in Europa
kommerziell wichtigsten Gewürze mit ihren botanischen
und kulinarischen Charakteristika vor. Nach dieser
Allerweltsinformation, die man in ähnlicher Form in
-zig anderen Büchern hätte nachlesen können, kommt
Mahn zu dem, wovon sie erheblich mehr versteht als
andere Autoren: Handel und internationale
Beziehungen im Lauf der Jahrtausende. Dabei beschränkt
sie sich im wesentlichen auf die Alte Welt; über die
amerikanischen Gewürze Chili, Piment und Vanille
wird nach dem ersten Kapitel nicht mehr viel gesagt.

Die Diskussion beginnt mit den Karawanenwegen der
Antike und den ersten Seefahrten nach Indien,
behandelt dann in erfreulicher Ausführlichkeit die
Wasser- und Landwege der Handels im europäischen
Mittelalter und kommt dann zu den neuzeitlichen
Kolonialimperien. Dieser Thematik ist der Hauptteil
des Buches gewidmet, und die Autorin brilliert hier
durch ihr historisches Wissen, ihre exakten
Quellenangaben und ihren klaren Schreibstil. Die
westeuropäischen Koch- und Würzsitten dieser Epochen
werden ebenfalls recht ausführlich behandelt.

Der Abstieg der Gewürze in der zweiten Hälfte der
Neuzeit wird gegen Ende des Buches besprochen, wobei
Mahn allerdings nur die moderne französische Küche
als Modell zeitgenössischer europäischer Kochkunst
behandelt. Mahn beschreibt dabei die Änderung der
Kochgewohnheiten vor dem Hintergrund wechselnder
gesellschaftlicher Randbedingungen und veränderten
medizinischen Wissens. Die Bedeutung der
nationalsozialistischen Propaganda gegen exotische
Gewürze bleibt dagegen unbehandelt, ebenso wie die
Entwicklung moderner Küchen in anderen Ländern
(Italien, Osteuropa).

Zu den wohl unvermeidlichen Schwachpunkten zählt
gelegentliche unkommentierte Widersprüche zwischen
verschiedenen historischen Quellen. Auch vermißt man
eine kritische Analyse der genauen Bedeutung uralter
Pflanzennamen -- Mahn tut so, als ob die botanische
Identität antiker Gewürze in allen Fällen vollständig
geklärt sei, aber das ist doch wohl etwas optimistisch.

Insgesamt ein sehr empfehlenswertes Buch für alle,
die sich für die Kombination aus Kulinarik und

Geschichte erwärmen können.

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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Weniger ist Mehr, 23. Januar 2002
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Gewürze (Gebundene Ausgabe)
Wenn eine ausgewiesene Wirtschaftswissenschaftlerin über Gewürze schreibt, so sollte Sie sich auf Ihr Ressort beschränken und sich folglich Geschichte und Ökonomie des Gewürzhandels widmen. Dies tut die Autorin auch ... aber nur weitestgehend.
Ihre Ausflüge in andere Fachbereiche wie z. B. die Inhaltsstoffe von Gewürzen oder gar deren pharmakologische Wirkung sind eher entäuschend oder enthalten sogar ungenügend recherchierte Aussagen. Schade.
Was die Auswahl der Abbildungen anbelangt habe ich schon sehr viel bessere gesehen, also lieber für ein solches Buch, was historisch orientiert ist, darauf verzichten oder zeitgenössische Abbildungen auswählen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Geschichte des Welthandels, 9. Januar 2004
Von 
Rezension bezieht sich auf: Gewürze (Gebundene Ausgabe)
Manuela Mahn gelingt ein hervorragender Überblick über die geschichtlichen und geographischen Stationen des Welthandels mit Gewürzen. Ihre Bibliographie zeigt einerseits ihren weiten Fokus und hilft andererseits bei Spezialfragen leicht weiter. Eine empfehlenswertes Buch, bei dem der Verlag nur ein bißchen an der Ausstattung sparte.
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