9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Homöopathie und Rosenkreutzer, 24. September 2004
Guido Dieckmann ist es gelungen, eine spannende Romanbiographie des Gründers der Homöopathie zu schreiben. Der Rezensent kennt die tätsächlichen Lebensdaten von Doktor Hahnemann nicht, kann also schlecht abschätzen, wo Wirklichkeit in Fiktion übergeht.
Interessant war es zu erfahren, dass das Verhältnis der Allgemeinmedizin (Allopathie) zur Homöopathie noch heute das gleiche ist (vor allem in Frankreich, wo der Rezensent seinen aktuellen Wohnsitz hat). Ignoranz, Verleugnung, üble Nachrede, alles wie heute und deshalb um so glaubhafter. Doch damit nicht genug, der Autor hat zudem noch eine Rosenkreutzer-Verschwörung in die Geschichte miteingebaut. Hier und da erhöht das die Spannung, wäre aber m.E. nicht in dieser Form notwendig gewesen.
Auf jeden Fall wird die Geschichte durch die Rosenkreutzer komplizierter. Und damit kommen wir zu den Kritikpunkten des Werkes, derenthalben es nur vier Sterne gab: Es passiert unheimlich viel in diesem Buch, zu viel vielleicht für die vorgegebene Seitenzahl. Dem Autor gelingt es zwar immer wieder, die Handlungsstränge mehr oder weniger schlüssig zusammenzuführen. Leider fehlt es aber einigen Passagen an Tiefe. Personen werden oft nur oberflächlich skizziert und dadurch ihre Motivationen unklar.
Anstelle einer Rosenkreutzerverschwörung wäre vielleicht eine detailliertere Auseinandersetzung mit der Wirkungsweise der Homöopathie aufschlussreich gewesen. Denn dann hätte man Allopathen wie Clarus und seine Kollegen bzw. Hahnemann selbst besser verstehen können. Die Ähnlichkeitslehre Hahnemanns bleibt so leider von Anfang bis Ende eine Vorgabe, die man glaubt oder ablehnt.
Irritierend fand der Rezensent die beschriebene Distanz zwischen Eltern und Kindern, die der Autor bei fast allen Personen beschreibt. Es kann durchaus vorkommen, dass es Eltern-Kind-Beziehungen an Wärme fehlt. Wenn das aber bei allen in einem Buch beschriebenen Eltern-Kind-Beziehungen der Fall ist, dann wirkt das zumindest wenig glaubwürdig. Am Zeitalter (18. Jhdt) liegt's sicher nicht, wie uns einschlägige Zeitzeugenberichte anderswo glaubhaft vermitteln.
Abschliessend möchte ich bemerken, dass Guido Dieckmann flüssig schreibt, mit gutem Stil, wobei die Verwendung zeitgenössischer Formeln -- z.B. die Anrede in der dritten Person singular -- den Dialogen einen authentischen Touch geben. Ein Buch, das den Freunden des historischen Romans uneingeschränkt empfohlen sei.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Fiktion und Historie in spannendem Mischungsverhältnis, 28. Juni 2005
Von Ein Kunde
Der Roman erzählt auf spannende Weise, wie im 18. Jahrhundert die Lehre der Homöopathie entdeckt wurde. Der junge Arzt Samuel Hahnemann wird 1765 von dem Drang getrieben, wirksame Arzneien gegen die Leiden seiner Zeit zu finden. Er und seine große Liebe geraten auf ihren Reisen mehr als einmal in Lebensgefahr. Hahnemanns neuen Ideen machen ihm erbitterte Feinde. Ein rätselhafter Geheimorden ist ihm auf der Spur, will ihn zum Schweigen bringen. Und dann gerät er auch noch mitten in die Kriege Napoleon Bonapartes.
Die Figuren, vor allem Hahnemanns Frau Henriette und sein Freund Jonathan, sind sehr gut gezeichnet.
Wer aufregende, gut recherchierte historische Romane liebt, kommt an Guido Dieckmann nicht vorbei!
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Spannende Medizingeschichte, 8. April 2002
Rezension bezieht sich auf: Die Gewölbe des Doktor Hahnemann (Gebundene Ausgabe)
Samuel Hahnemann, Sohn eines Meißener Porzellanmalers, gilt als der Begründer der klassischen Homöopathie. Dieckmann ist es in seinem Roman gelungen, das Leben dieses Mannes gleichermaßen spannend und historisch fundiert nachzuzeichnen. Fiktive Ergänzungen werden im Nachwort erwähnt, so dass sich Historie und Fiktion sauber trennen lassen.
Das Buch bedient Leser auf der Suche nach einem süffigen Schmöker ebenso wie an medizinischer Entwicklungsgeschichte Interessierte und kann für das Genre des historischen Romans als beispielhaft gelten.
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