Man liest diese amerikanischen Business-Bücher eigentlich nicht, weil man etwas Neues erfahren will: Eigentlich liest man sie, wenn man an sich zweifelt und das Gefühl hat, dass alle um einen rum irgendwas wissen, was man selber verpasst hat und man irgendwie auf dem falschen Weg ist. Wohin auch immer. Und dann braucht man jemanden, der einen auf die Schulter klopft und zuraunt, hey, Du bis ok, es ist ok, so wie Du es machst.
ReWork ist so ein Buch. Man sollte es in der U-Bahn lesen. Oder im Kaffee. Oder sonst irgendwo, wo man ein bisschen abgelenkt ist und sich nicht wirklich auf das konzentrieren kann, was man da liest. Ansonsten würde man ziemlich schnell merken, dass hier ziemlich kalter Kaffee wieder aufgewärmt wird. Vermutlich gibt es immer noch Leute, an denen die neueren Methoden der Softwareentwicklung spurlos vorüber gegangen sind - wer also in den letzten 10 Jahren unter einem Stein gelebt hat, der wird hier viel Neues entdecken. Alle anderen werden bemerken, dass man das vor zehn Jahren schon schwungvoller(z.B. Christopher Lockes Cluetrain Manifesto) oder präziser auf den Punkt (z.B. bei Tom deMarco oder Kent Beck) gelesen hat. Aber hey, jede neue Generation braucht auch neue Helden und DHH gibt einen tollen Helden ab - und der zweite Punkte ist aus Respekt für DHH, der live eine echte Show ist und dem wir alle wünschen, dass er Rails weiter am Laufen hält.