Wie sein Mentor Eminem drehte auch 50 Cent einen Film, der an sein Leben angelehnt ist. Anders als beim Soundtrack zu "8 Mile" sind auf dem zu "Get Rich Or Die Tryin'" nur Künstler aus dem G-Unit Umfeld vertreten, sodass diese Platte eher als Compilation der Gorilla Einheit zu sehen ist. Neben den Tracks, die im Film abgespielt werden, wurden zusätzlich noch ein paar Songs mit dazugenommen, die die eher düstere Atmosphäre des Films gut widerspiegeln. Hilfe dazu bekamen 50 Cent und seine Crew von Producern wie Hi-Tek, Dr. Dre, Ron Brownz, J.R. Rothem, Fredwreck oder Sha Money XL.
Einen der besten Tracks bekommt man mit dem ruhigen und chilligen "Hustlers Ambition" von 50 Cent gleich zu Beginn, was einen gut auf die meist mittelschnellen Songs einstimmt. Eine weitere gute Midtempo-Nummer liefert uns Spider Loc mit "Things Change". Angenehmer Beat, eingängige Melodie und ein gut gesungener Hook von Fifty, dazu die Raps von Loc und Lloyd Banks und fertig ist ein weiteres Highlight von "Get Rich Or Die Tryin'". Wer es eher etwas härter und düsterer mag, ist bei "You Already Know" von Lloyd Banks, Young Buck und 50 Cent genau an der richtigen Stelle. Einer meiner absoluten Favoriten ist der lang ersehnte Auftritt von M.O.P auf G-Unit Records. Den bislang einzigen offiziellen Song der Mash-Out Posse auf einem Major-Album gibt es mit "When Death Becomes You" feat. 50 Cent. Es besteht es einem harten, mittelschnellen Beat mit dynamischer Klaviermelodie im Hintergrund. Darüber performen Lil' Fame und Billy Danzenie so gut wie eh und je und der halbe Dollar singt einen echt coolen Refrain. Für etwas Partystimmung sorgt der Smash "Have A Party" von Mobb Deep. Das Instrumental von Fredwreck geht richtig gut ab, genau wie die Jungs vom Mobb und ihre Gäste 50 Cent und Nate Dogg, der mit seinem genialen Part das Sahnehäubchen dieses Songs ist. Die Solo-Tracks der restlichen G-Unit Mitglieder (Young Buck, Lloyd Banks & Tony Yayo) kommen alle an einem Stück. Besonders YB sticht mit seinem chilligen "Don't Need Your Help" heraus, aber auch Lloyd Banks kann mit "Get Low" seine Klasse am Mic beweisen. Mein absolutes Highlight dieser Compilation ist eindeutig Hitsingle "Window Shopper" von 50 Cent. Das Thema wer wie viel Geld hat ist zwar mittlerweile total ausgelutscht, doch bei diesem Song kann man eigentlich nicht anders als ihn zu mögen. Das Instrumental ist richtig genial: weicher Beat, emotionale Melodie - einfach, aber gut! Dazu rappt Fifty sehr entspannt und singt den Hook verdammt gut. Ein letzter richtiger Hit wäre "When It Rains It Pours". Für dieses Lied hat Dr. Dre tief in die Trickkiste gegriffen und einen klasse Beat mit einem Gitarrenstück im Hintergrund, das einem einfach unter die Haut geht, gebastelt. Darüber rappt 50 Cent mit bedrückter Stimme und bringt somit die traurige Message des Liedes perfekt rüber. Dies war nun das Beste, was diese Compilation zu bieten hat, doch es gibt mit den mittelschnellen "What If" (50 Cent) und "You A Shooter" (Mobb Deep feat. 50 Cent), dem harten "Born Alone, Die Alone" (Lloyd Banks), dem entspannten "Talk About Me" (50 Cent) und dem Lovesong "Best Friend" (50 Cent feat. Olivia) noch einige weitere sehr hörenswerte Tracks, die nicht nur den G-Unit Fans gefallen sollten. "Get Rich Or Die Tryin'" wurde mit Ausnahme von Young Buck's "Buck The World", der mit Abstand beste G-Unit Release seit 2005. Weder die Alben von 50 Cent ("The Massacre" & "Curtis"), noch das von Lloyd Banks ("The Rotten Apple") können hier mithalten. Diese Compilation ist zwar hauptsächlich auf ernste und ruhigere Nummern ausgelegt, dafür bietet sie aber auch die lyrische Klasse, die die G-Unit so oft vermissen lässt. Daher sollten sich nicht nur die Anhänger von 50 & Co., sondern alle, die auf New Yorker Rap stehen, sich "Get Rich Or Die Tryin'" zumindest einmal anhören. Es lohnt sich auf alle Fälle.