Gute CD's aus dem Bereich der Renaissance-Vokalpoliphonie (=16. Jahrhundert) gibt es mehrere. So kann man z.B. CD's mit dem Vermerk "Tallis Scholars", "Hilliard Ensemble" oder "Chapelle Royal" blind kaufen. Die Rezension dieser CD mit den "King's Singers" könnte also stellvertretend auch für andere Aufnahmen mit den oben genannten Ensembles stehen.
Vorne weg: Es handelt sich bei den Einspielungen der obigen Ensembles zumal um Musik mit atemberaubender Schönheit. Die Kompositionen dieser Epoche (16. Jh.) bilden den Höhepunkt einer 500-jährigen musikalischen Entwicklung (1000-1500). Gesualdo's Tenebrae auf unserer CD bezieht sich von der Thematik her auf die Karwoche der christlichen Liturgie; dementsprechend ist die Stimmung der Sätze relativ düster. Sie sind (noch) im Stile Palestrinas oder Lassos (meist) 4-stimmig geschrieben. Der monoton-eindringliche Sologesang der Lectio, die Abwechslung zwischen Solo und Chor wie auch der liturgische Anlass verleihen dieser CD etwas Besonderes, ja Rührendes. The King's Singers verrichten ihr königliches Amt durchweg auf höchstem künstlerischem Niveau; unbedingte Empfehlung.