Kurzbeschreibung
Die beiden letzten Madrigalbücher von Don Carlo Gesualdo Fürst von Venosa (1566-1613) gehören ohne Zweifel zum komplexesten Madrigalrepertoire der Musikgeschichte. Zwei Jahre vor seinem Tod überwachte der Fürst höchstpersönlich mit akribischer Genauigkeit die Herausgabe seiner Madrigalbücher, wobei die Bücher V und VI mit ihren kühnen Wendungen sozusagen den spektakulären Höhepunkt seines Schaffens darstellen. Es ist zu vermuten, dass Gesualdo einzelne Madrigale zwischen den Büchern V und VI verschoben hat, um den beiden Büchern eine dramatische Linie zu geben. Auch angesichts der schmerzgeladenen Chromatik sollte man jedoch der Versuchung widerstehen, in den beiden Madrigalbüchern lediglich dunkle Klagelieder eines wegen des Doppelmordes an der Ehefrau und ihres Liebhabers von Gewissensbissen und schrecklichen Erinnerungen gepeinigten Gemüts zu sehen. Das wegen seiner manchmal erschreckenden Modernismen so berühmte sechste Madrigalbuch endet nämlich ausgerechnet mit einer Reihe fröhlich gestimmter Madrigale voller Optimismus.