Lady Anne Robinson, die Ehefrau des englischen Verteidigungsministers wird ermordet. Einziger Zeuge ist ihr Sohn Thomas, dessen Aussage Greta Grahame, die Assistentin des Politikers schwer belastet. Pikant wird die Sache dadurch, dass Sir Peter der Aussage seines Sohnes keinen Glauben schenkt und sogar soweit geht, die hochgeschätzte Assistentin zu heiraten, als sie des Mordes an seiner ersten Frau angeklagt wird.
Das zentrale Thema des Buches ist dann auch der Konflikt zwischen Sir Peter und seinem Sohn. Thomas versucht verzweifelt, den Vater von seiner Version der Ereignisse zu überzeugen, während der den Kontakt zum Sohn auf das nötigste beschränkt. Das ganze wird unterbrochen von Rückblicken auf die letzten zwei Jahre, während derer Greta in das Leben der Familie trat und die Karriere des Vaters sich beschleunigte. Für Thomas bedeutete dies, den Vater kaum mehr zu sehen, und sich voll und ganz auf die Mutter zu konzentrieren. Sind seine Anschuldigungen also nur dem Trotz eines vernachlässigten Pubertierenden entsprungen oder hatte die intelligente Greta von Anfang an Ambitionen auf mehr als das berufliche Leben von Sir Peter ?
Simon Tolkien schreibt einen spannenden Krimi, bei dem der Leser für lange Zeit selber entscheiden kann, welcher Seite er glaubt. Die Rückblicke, verbunden mit Szenen aus dem Gerichtssaal, vermitteln ein überzeugendes Bild von der Familie Robinson. Dennoch, der Funke will bis zum gut gelungenen Finale nicht so richtig überspringen. Ein Grund dafür mag sein, dass Passagen aus der Perspektive aller Hauptpersonen erzählt werden. Einer oder eine von ihnen muss lügen, und daher hat man stets das Gefühl, dass der Autor einem etwas vorenthält.