Wo ist sie nur geblieben, die wunderbare Ironie, die man aus den Shrek-Filmen kennt?
Eigentlich konnte man bei einem Film über eine der beliebtesten Nebenfiguren aus dem Shrek-Epos, dem gestiefelten Kater, erwarten, dass mit der gleichen Sorgfalt und Liebe zu Details vorgegangen wird.
Leider wurde nichts draus, obwohl die Katerfigur doch einiges an Möglichkeiten offengelassen hätte.
Statt dessen wird da wild eine "Vergangenheit" für den Kater zusammengeschustert, die mal rührselig, mal übertrieben actionreich herüberkommt. Das Ganze wirft man in einen Topf, schüttet Humpty Dumpty und Jack und die Zauberbohne mit hinein, würzt mit einer heißen "Pussy" und verquirlt die Masse solange, bis am Ende eine total unüberzeugende, platte und unstimmige Story herauskommt.
Was die Tricks und Animationen angeht, sind die wie gewohnt vom Feinsten- Visuell also nichts zu beanstanden! Allerdings hat der Film- vielleicht als Ausgleich für die allzu dünne Geschichte- viel mehr Action als die ShrekŽs.
Das rettet die ganze Sache aber meiner Meinung nach nicht.
Der gestiefelte Kater bleibt weit unter seinen Möglichkeiten. Ihm wird einiges aufgezwungen, was dem Charakter nicht gerecht wird, statt das Offensichtliche in Angriff zu nehmen: Nämlich die Tatsache, dass er einfach eine Karikatur von "Zorro" darstellt! An dieser Stelle hätte man eigentlich- was die Story anbetrifft- ansetzen sollen!
Humpty "Alexander" Dumpty nervt eigentlich nur und ist als zerrissener Charakter, der zwischen Bösewicht und kindlichem Träumer hin- und herschwankt einfach nicht überzeugend. Die deutsche Synchronstimme (Elton)ist auch nicht unbedingt sehr gut ausgewählt.
Die einzigen Lichtblicke sind Kitty Samptpfote, die den von sich überzeugten Kater Respekt lehrt und die beiden Killer Jack & Jill. In den wenigen Szenen mit den beiden schimmert für einen kurzen Augenblick die alte Shrek-Qualität durch, wenn da heftig über die "Nachwuchs"-Frage diskutiert wird.
Auch die Szene in der Katzenbar hat einiges an schönen Details zu bieten, nicht nur der Duell-Tanz der Hauptakteure, sondern auch ein paar feine Kleinigkeiten im Hintergrund. Die Animations-Fachleute haben Katzen sehr gut beobachtet und einiges von ihrem natürlichen Verhalten in den Film eingebracht. Das kommt besonders dann zum Tragen, wenn der gestiefelte Kater seine "Katzenwäsche" absolviert oder einem wandernden Lichtfleck nicht widerstehen kann.
Leider sind diese Momente in diesem Film viel zu selten und täuschen über die offensichtlichen Schwächen nicht hinweg.
Am Ende kommt dann auch noch ein "Monster", das droht, die Heimatstadt von Kater und Humpty dem Erdboden gleichzumachen.
Da wurde eindeutig bei "Gozilla" geklaut. Was auch eine der früheren Szenen nahelegt, in der Humpty bei der Suche nach einem Namen für den Kater "Gozilla" vorschlägt.
Und ganz zuletzt stellt sich auch noch folgende Frage: Wenn das Küken die "Goldene Gans" ist, was ist dann die Mutter derselben? Und wieso legt nicht der erwachsene Vogel die Eier, sondern das Küken?
OK, das ist ein Märchenfilm....alles Fantasie....aber trotzdem reichlich seltsam!
PS: Was den 12 Minuten langen Kurzfilm "Die drei Diablos" betrifft, muss ich den anderen Rezensenten voll und ganz Recht geben: Er ist um Längen besser und wesentlich lustiger als der Hauptfilm.
Der tatsächlich zu erwartende zweite Teil sollte von diesem Regisseur in Angriff genommen werden. Vielleicht verbessert sich dann die Qualität der Story.