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Gestern, Vorgestern [Gebundene Ausgabe]

Samuel (Schmuel) Joseph Agnon
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Gebundene Ausgabe, September 1994 --  

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 588 Seiten
  • Verlag: Fischer S. Verlag GmbH (September 1994)
  • ISBN-10: 3100004035
  • ISBN-13: 978-3100004031
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 2.263.693 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Shemu?el Yosef ?Agnon
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Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Opfer des Übergangs

Ein Roman von Samuel Josef Agnon

«Die Eisenbahn hüpfte von Städten zu Dörfern, schlängelte sich zwischen Bergen und Tälern, um Seen und Flüsse» – eine lange Zugreise quer durch Europa bringt Jizchak Kummer aus seinem galizischen Dorf nach Triest, wo er sich nach Jaffa einschifft. Er ist Zionist, und mit geborgtem Geld erfüllt er sich den Traum, nach Erez Israel auszuwandern. Jizchaks Aus- und Einwanderungsgeschichte erzählt Samuel Josef Agnon in einem Roman, der schon in den dreissiger Jahren entstanden war, aber erst 1945 in Tel Aviv erschien, der 1969 zum erstenmal auf deutsch veröffentlicht worden ist und jetzt als Teil der Agnon-Ausgabe im Jüdischen Verlag wiederaufgelegt wurde.

Agnon, 1888 in Galizien geboren, hatte sich 1924 in Jerusalem niedergelassen und bis zu seinem Tod 1970 ein umfangreiches erzählerisches Werk geschaffen, in dem er die psychologische Krise des Judentums zwischen Diaspora und Erez Israel, Orthodoxie und Zionismus thematisiert. Was Agnon immer beschäftigt hat, war die Frage, ob Erez Israel den Juden nicht nur physische Rettung, sondern auch eine neue geistige und religiöse Heimat werden könne, und die Antwort hat er mehrere Romangestalten suchen lassen.

Auch für den Helden dieses Romans findet die Anpassung an das moderne Israel auf Kosten der jüdischen Tradition statt. «Er ging nicht zur Synagoge und legte keine Gebetsriemen an, er hielt den Sabbat nicht und feierte keine Feste. Anfänglich machte er einen Unterschied zwischen dem Einhalten von ‹Du sollst› und dem Meiden von ‹Du sollst nicht›; er hütete sich, Verbote zu übertreten, auch wenn er in der Erfüllung von Geboten lässig war; am Ende unterschied er nicht länger zwischen den Geboten für Tun und Lassen.» In Jaffa, wo er sich zuerst niederlässt, wird Jizchak zu einem modernen Juden, dessen Leben von Arbeit, nicht von Gebet bestimmt wird. Als er nach Jerusalem zieht, gerät er in ein frommes Milieu und besinnt sich seiner Tradition. In Jaffa geht er eine Liebesbeziehung ein, in Jerusalem heiratet er. Die beiden Frauen, Sonjia in Jaffa und Schiffra in Jerusalem, und diese beiden Städte stehen für die verschiedenen Lebensweisen: die moderne und die traditionelle. Jizchaks innere Zerrissenheit wird an seiner Schwierigkeit, sich zwischen den beiden Frauen endgültig zu entscheiden und in einer der Städte heimisch zu werden, symbolisch dargestellt.

Jizchak macht die typische Bewusstseinskrise des jüdischen Immigranten durch, der den Unterschied zwischen dem zionistischen Traum und der israelischen Wirklichkeit erfährt. In die Praxis umgesetzt, wird die zionistische Idee zu einer weiteren Prüfung für das jüdische Volk und für das Individuum (nicht zufällig heisst Agnons Held «Kummer»), denn: «Das Land Israel ist nur durch Leiden zu gewinnen; wem das Land lieb ist, wer Leiden dafür willig auf sich nimmt, der darf die Auferstehung des Landes miterleben.» Das Motiv der biblischen Opferbereitschaft bildet den Hintergrund des Romans: Jizchak ist das Opfer der Übergangszeit, das in Anspielung an Moses das Ziel nicht mehr erreicht.

Agnon webt biblische und phantastische Elemente in die Handlung ein und lässt den allwissenden Erzähler zwischen der Nüchternheit des Realismus und der Rhetorik des Märchens wechseln. Direkte Anreden an den Leser wie «Kommen wir auf Jizchak zurück» oder «Wie wir sehen werden» strukturieren nach Art eines mündlichen Geschichtenerzählers die Handlung, und Anekdoten und scheinbar objektive Kommentare zum Geschehen erinnern an die Pinkassim, die jiddischen Chronisten. Auch stilistisch kombiniert Agnon verschiedene Epochen: die hebräische Alltagssprache mit der archaischen Sprache der Schrift. So ist ein vielschichtiger Roman entstanden, in dem das soziale Bild Israels am Anfang dieses Jahrhunderts durch die psychologische Darstellung des osteuropäischen Immigranten ergänzt und mit biblischer Symbolik angereichert wird.

Stefana Sabin -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .


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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von deathdealer92618 TOP 1000 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Man begleitet Jizchak auf seinem Weg von Galizien nach Palästina um dort Land zu bebauen. Anfangs stellt sich dies als recht problematisch dar, nur die Araber bekommen gute Arbeitsplätze. Auch in der Liebe hat er es nicht leicht, fühlt er sich doch zu Sonja hingezogen, die aber, scheinbar, mit einem Anderen zusammen ist. Nachdem er dann aber doch endlich Arbeit gefunden hat, lebt er sich auch recht schnell in die weltliche Atmosphäre ein und vergisst seine eigentlichen frommen Ideale die ihn ins Land führten.
Immer mal wieder unterbrochen wird die Geschichte von der surrealistischen Geschichte des Hundes Balak. Dieser hat, durch die Hand Jizchaks, "irrer Hund" auf seinem Rücken stehen. Er muss also, wo er auch hinkommt, um sein Leben fürchten, da die Menschen ihn als Bedrohung ansehen und ihn mit Steinen bewerfen.

Ein Buch also über die jungen Pioniere in Israel zu Beginn des 20. Jahrhunderts und deren Probleme, da sie zwischen dem traditionellem und dem modernen Leben hin- und hergerissen sind. Was letztendlich zum Untergang der Tradition führen muss. Samuel Agnon schweift auch immer mal wieder etwas ab, bringt neue Figuren ins Spiel, erzählt über deren Leben, so dass der Leser einen tollen Einblick in das jüdische Leben vor gut 100 Jahren bekommt. Sehr interessant natürlich, wenn man mit dieser Thematik etwas anzufangen weiss oder sich, wie ich, darüber schlau machen möchte.
Die sehr eigenwillige Sprache von Agnon, die mich persönlich ein Wenig an alte Märchen erinnert, gefällt mir sehr, auch wenn sie für den einen oder anderen vielleicht gewöhnungsbedürftig sein wird.
Pluspunkt auch, da es ein Buch über das Judentum ist, in dem es nicht um den 2. Weltkrieg geht. 2 Punkte Abzug bekommt es aber, weil ich der Meinung bin, dass dem Buch ab der Mitte etwas die Luft ausgeht, da wurden meine Lesepausen auch immer größer.
Alles in allem aber schon OK für jeden der mehr zu diesem Thema wissen möchte, der große Wurf ist es aber nicht.

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