Man soll ja nichts Schlechtes über Tote sagen, aber dieses Werk ist Ingeborg Drewitz größtenteils mißlungen. Was sie über Geschichtliches schreibt, ist zwar sehr informativ und plausibel (auch für Angehörige jüngerer Generationen), aber die Beschreibung der seelischen Entwicklungen der handelnden Personen, die dieses Buch durchsetzen, sind schlichtweg schlecht, vor allem in der ersten Hälfte des Buches. Die ständigen Wiederholungen, wohl als Stilmittel gemeint, machen das Buch hier nur zäh und langweilig zu lesen. Erschwerend kommen noch die komplizierten Verwandtschaftsverhältnisse dazu, da anfangs die Namen der Akteure teilweise nicht genannt werden. Einigermaßen plastisch werden erst die Nachkriegscharaktere gezeichnet. Die Erzählung läßt sich dann auch leichter lesen. Mein Gesamteindruck von diesem Buch war allerdings ein schlechter, was mir auch einige Deutschlehrer, die ich kenne, bestätigt haben.