1952 startete im Sendebereich des damaligen Nordwestdeutschen Rundfunk (NWDR) eine Hörspielreihe von Rolf und Alexandra Becker, der allabendlich mehr als acht Millionen Zuhörer an ihren Radios lauschen sollten.
"Gestatten mein Name ist Cox" wurde so in Zeiten als man dem Fernsehen noch längst nicht die Bedeutung und den hohen Stellenwert wie in späteren Jahren zuschrieb, ein echter Hörfunk-Straßenfeger.
Karl-Heinz Schroth lieh hierbei dem pfiffigen Lebenskünstler seine Stimme.
1959 übernahm Erwin Linder in einer weiteren Staffel die Rolle des Paul Cox.
Beide Staffeln waren mit ihrern spannenden Geschichten bei den Zuhörern ein dermaßen großer Erfolg, dass 1954 ein Kinofilm mit Johannes Heesters in der Titelrolle entstand, der noch im gleichen Jahr über die Leinwände flimmerte.
Auch diese Kinofilmfassung wurde ein absoluter Kassenknüller.
An die Erfolge der Hörspielreihe und des Kinofilms wollte man nun freilich auch im noch jungen Medium Fernsehen anknüpfen.
1961 und 1965 entstanden zwei Serienstaffeln mit je 13 Folgen.
Der damals mit 37 Jahren noch junge bis heute unvergessene Schauspieler Günter Pfitzmann (08. April 1924 - 30. Mai 2003), gab hier der von Rolf und Alexandra Becker erfundenen Figur des frechen Paul Cox ein Gesicht.
Er entsprach mit seiner vorlauten und stets witzelnden Art zwar in keinster Weise dem Bild des strebsamen Bürgers, doch vielleicht machte gerade das, wie Günter Pfitzmann diese Rolle verkörperte, genau den Reiz aus, von dem die Kultserie auch aus heutiger Sicht, über die Jahrzehnte absolut nichts eingebüßt hat.
Inhalt:
Die erste Staffel, die unter der Regie von John Olden entstand, beruht im wesentlichen auf der Handlung des Hörspiels "Mord auf Gepäckschein 3311" von 1959 mit Erwin Linder in der Hauptrolle.
Ganz ohne Zweifel kann diese erste Staffel mit einem Durbridge-Straßenfeger konkurrieren, zumal selbst die berühmten Cliffhanger-Effekte am Ende jeder Episode nicht fehlen.
In den inhaltlich zusammenhängenden Folgen 1 bis 13 deckt Cox auf der Suche nach seiner Bekannten, Miss Elena Morrison (Ellen Schwiers), unzählige Verbrechen auf.
Übrigens: Wer die Hörspielfassung bereits kennt, der sollte sich diese TV-Version trotzdem auf keinen Fall entgehen lassen. Denn obwohl der Handlungsablauf und die Dialoge bis aufs kleinste Wort denen der Hörspielfassung entsprechen, präsentiert diese Fernsehfassung am Schluß einen völlig anderen Täter.
Der eigentliche Täter aus der Hörspielfassung, macht sich hier zwar mindestens genauso Verdächtig, steht am Ende aber tatsächlich als Unschuldig da.
Wie es genau dazu kommt wird an dieser Stelle natürlich keinesfalls verraten.
Erstsendung: 04., 11., 18., 25.10. 1961 (Folge 1, 2, 3 und 4)
Erstsendung: 01., 08., 15., 22., 29.11.1961 (Folge 5, 6, 7, 8 und 9)
Erstsendung: 06., 13., 20., 27.12.1961 (Folge 10, 11, 12 und 13).
Die angegebenen Sendetermine entsprechen der jeweiligen Erstausstrahlung im ARD-Regionalprogramm Nord (NDR/RB).
Die zweite Staffel mit den Folgen 14 bis 26, inszeniert vom Österreicher Georg Tressler, unterscheidet sich von der ersten Staffel vor allem dadurch, dass die einzelnen Folgen ineinander abgeschlossen sind und eigene Titel haben.
In der typisch britischen Atmosphäre fühlt man sich auch hier wieder stellenweise wie in einem Krimi von Francis Durbridge oder Edgar Wallace.
Folge 14: "Eine reizende Abendgesellschaft" (Erstsendung: 04.10.1965)
Folge 15: "1000 Pfund suchen einen Täter" (Erstsendung: 11.10.1965)
Folge 16: "Das Collier" (Erstsendung: 18.10.1965)
Folge 17: "Springen gehört zum Handwerk" (Erstsendung: 25.10.1965)
Folge 18: "Circusgeschichte" (Erstsendung: 01.11.1965)
Folge 19: "Das Mörderhaus" (Erstsendung: 08.11.1965)
Folge 20: "Falsch verbunden" (Erstsendung: 15.11.1965)
Folge 21: "Das Ausstellungsstück" (Erstsendung: 22.11.1965)
Folge 22: "Das vierte Manuskript" (Erstsendung: 29.11.1965)
Folge 23: "Darf ich um Feuer bitten?" (Erstsendung: 06.12.1965)
Folge 24: "Mord mit umgekehrten Vorzeichen" (Erstsendung: 13.12.1965)
Folge 25: "Der Fingerabdruck" (Erstsendung: 20.12.1965)
Folge 26: "Jedes Geschäft hat sein Risiko" (Erstsendung: 27.12.1965)
Die angegebenen Sendetermine entsprechen auch hier der jeweiligen Erstausstrahlung im ARD-Regionalprogramm Nord (NDR/RB).
In allen 26 Folgen der ersten und zweiten Staffel sind neben Günter Pfitzmann viele zum Teil auch heute noch bekannte Schauspieler der damaligen Zeit wie Ellen Schwiers, Wolf Freés, Herbert Tiede, Wolfgang Neuss, Wolf Ackva, Lukas Amann, Christiane Maybach oder Paul Edwin Roth zu sehen.
Aber auch Hans Daniel, einer der damaligen Tagesschau-Sprecher, der auch später immer wieder als Schauspieler in Erscheinung trat, oder die in den sechziger Jahren sehr bekannte Schlagersängerin Danny Mann, sind in diversen Gastrollen zu erleben.
Bildbewertung:
Die 26 Folgen haben eine Gesamtlaufzeit von 585 Minuten. Sie kommen auf vier DVDs vom Typ 9 im Format 4:3 zur Ansicht.
Da die Einzelfolgen bereits Anfang der 80er Jahre auf MAZ-Masterbänder umkopiert wurden, standen für das DVD-Mastering Originalfilm-Negative dieser Produktion, wahrscheinlich garnicht mehr zur Verfügung.
Das originale Schwarz/Weiß-Bildmaterial besaß augenscheinlich zum Zeitpunkt der Überspielung, eine dem Alter entsprechende gute bis zufriedenstellende Qualität, mit ausreichend Bildschärfe und Kontrast, die in dieser unveränderten Form auch auf diese DVD-Veröffentlichung gelangt ist.
Weitergehendes Bonusmaterial zu dieser TV-Produktion ist nicht vorhanden.
Untertitel für Hörgeschägigte sind leider ebenfalls Fehlanzeige.
Allerdings liegt der DVD-Box ein reich bebildertes 18-seitiges Booklet bei, das recht ausführliche Inhaltsangaben zu allen 26 Episodenfolgen, sowie den DVD-Straßenfeger-Editionen der Phase 2, den Hörbüchern zur Original-Hörspielreihe "Gestatten mein Name ist Cox" und zur DVD-Veröffentlichung des TV-Kultkrimis "Die Gentlemen bitten zur Kasse" enthält.
Tonbewertung:
Die Original-Audio-Tonspur im Format Dolby Digital 2.0 ist jederzeit sauber und klar zu verstehen. Weitere Möglichkeiten der Auswahl zwischen unterschiedlichen Tonspuren bestehen nicht.
Gesamturteil:
Diese DVD-Veröffentlichung von Studio Hamburg und NDR-Fernsehen überzeugt mich trotz allem durch ihre Qualität. Aus dem im Archiv noch vorhandenen Ausgangsmaterial wurde, ohne es dabei in negativer Hinsicht zu verändern, das Bestmögliche herausgeholt. Schließlich wird auf diese Art und Weise auch dem interessierten Zuschauer von heute, ein weiterer TV-Klassiker wieder zugänglich gemacht.
Fazit:
Wer sich generell für solche Schätze aus der Ära des Schwarz/Weiß-Fernsehens interessiert, der dürfte wohl in jedem Fall für diese DVD-Veröffentlichung zu begeistern sein.
Deshalb wünsche ich allen die sich für den Erwerb dieser DVD-Box entscheiden, viel Spaß und vor allem spannende Unterhaltung mit diesem TV-Klassiker.