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100 von 123 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Erfrischende Lektüre zum Thema Elite, die zum Nachdenken anregt, 26. Februar 2008
Dieses Buch ist vor dem Hintergrund der augenblicklichen Elite"-Diskussion und dem Skandal um Steuerhinterziehung durch hohe Führungskräfte unserer Republik so aktuell wie nie zuvor. Es gibt einen ungeschminkten Einblick in eine offensichtlich andere Welt und regt so zum Nachdenken an.
Die junge Autorin Julia Friedrichs ist in die Welt des Führungskräftenachwuchses eingetaucht und beschreibt sehr anschaulich und lebhaft ihre Eindrücke von dieser heranwachsenden zukünftigen Wirtschaftselite. Sie fragt sich dabei, wer bzw. was Elite ist. Statt einen wissenschaftlichen Ansatz in Form eine Studie oder einer Literaturrecherche zu wählen, entscheidet sie sich für die reine Beobachtung. Sie begibt sich unter die jungen Menschen, die sich selbst als (zukünftige) Elite bezeichnen, und man begleitet Friedrichs auf ihrer Reise durch deren Welt, mit Stationen wie beispielsweise die EBS in Oestrich-Winkel, die Bayerische Elite-Akademie in München oder das Internat Schloss Salem. Mit viel Witz und Leichtigkeit beschreibt sie dabei ihre Erfahrungen und das Erlebte.
Das Buch stimmt nachdenklich: Ist es wirklich so, dass die Wirtschaftsbosse und Leistungsträger" der nahen Zukunft diese jungen Männer und Frauen sind, die Friedrichs in ihrem Buch beschreibt? Karrieregeile Zombies", die, hineingeboren in eine Welt aus Macht und Pomp, nur danach streben, selbst mächtig zu werden - und das um jeden Preis? Wie wird unsere Wirtschafts- und Finanzwelt mit solchen Führungskräften aussehen? Ist die Skrupellosigkeit und Gier der heutigen Topmanager nur der Anfang? Von welchen Werten wird eine solche Generation von Managern, die das reale Leben von Mindestlöhnen, Hartz IV und Stellenstreichungen nur aus der Zeitung kennen, geleitet?
Friedrichs Buch gibt auf diese Fragen keine Antworten - durch seine plastische und ungeschönte Schilderung gibt es aber eine ganze Menge Denkanstöße und Ansatzpunkte, um ins Grübeln zu geraten...
Diese leicht zu lesende Lektüre ist eine perfekte Ergänzung zur bisherigen Literatur im Themenbereich Ethik. Für diejenigen, die sich vertiefend mit diesem Thema beschäftigen möchten, ist die wissenschaftliche Analyse Der Mythos von den Leistungseliten" von Prof. Michael Hartmann oder das Werk von Daniel F. Pinnow, das die Innensicht eines deutschen Wirtschaftsführers und Top-Managementtrainers zum Thema Elite ohne Ethik?" beschreibt, besonders empfehlenswert.
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104 von 133 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Schwammige Eliten, 3. März 2008
Der Elite auf der Spur begab sich Julia Friedrichs an so illustre Orte wie Schloß Salem, dem Münchner Maximilianeum, Harvard oder zum Hauptquartier der Anti-G8-Demonstration in Rostock. Gegen Ende des Buchs stellt sie resigniert fest, der Elite-Begriff sei "schwammig".
Diesem Buch hätte es sehr gut getan, wenn die Autorin sich vielleicht schon am Anfang ihrer Recherche die Frage gestellt hätte, über was ihr Buch eigentlich handeln soll, was sie unter "Elite" überhaupt versteht. So werden hier recht unterschiedliche Institutionen wie Internate für Kinder reicher Eltern mit schulischen Problemen (Salem, Neubeuren), BWL-Hochdruckkaderschmieden (WHU, EBS) und Einrichtungen der klassischen Begabtenförderung (Maximilianeum, Bayerische Elite-Akademie) munter in einen Topf geworfen. Und um die "Die da oben, wir da unten"-Haltung zu bekräftigen, werden die Lehrerkinder des Maximilianeums auch gleich noch zur oberen Mittelschicht erklärt.
Hier und da gelangen der Autorin durchaus erhellende Einblicke - zum Beispiel wenn sie die anglizistischen Schwurbeleien hochbezahlter Managementtrainer beschreibt. Doch warum das Hartz 4-Kind Melina dann letztlich nicht nach Salem und Harvard geht, da bleibt Frau Friedrichs in der Analyse dann bei "die da oben schotten sich ab" stecken. Dass der Fernseher den ganzen Tag läuft und das Kind schon eine solide Raucherlunge hat, erwähnt sie zwar pflichtschuldig, impliziert aber dann sogleich, dass das soziale Elend darin besteht, dass das Mädchen nicht in einen Elite-Kindergarten für 1000 Euro / Monat darf. Schuld sind schließlich nicht wir selber, schuld sind die anderen "da oben".
Und wenn im VIP-Bereich auf der Luxusparty auch nur ein paar pubertierende Jugendliche lungern und es so gar nicht nach der rauschenden Ballnacht aus der "Deinhard"-Werbung aussieht, dann kommen Frau Friedrichs die Tränen.
Mir hingegen kamen die Tränen bei der Qualität des Lektorats. Da wird bei einer abendlichen Gala "black tight" verlangt (statt "black tie" - also Smoking). Und der Saturn in München liegt in der "Kaufbeurer Straße" (gemeint ist offensichtlich die Kaufingerstraße, auch wenn der Elektromarkt in der Verlängerung der Fußgängerzone, der Neuhauser Straße, liegt).
Um das Buch nicht zu sehr zu verreißen: die einzelnen Beschreibungen der Besuche in Salem und Neubeuren, bei McKinsey und in Rostock sind durchaus lesbar. Nur der Gesamtzusammenhang des Buches ist unbefriedigend, die Autorin weiß nicht, wohin sie will geschweige denn, wie sie da hinkommt. Deswegen von mir drei Sterne mit Tendenz zu zwei.
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39 von 50 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
die halbe Wahrheit über Eliteuniversitäten, 24. August 2008
Ich habe mir das Buch von Julia Friedrichs gekauft, um zu sehen, ob ich das wieder finde,was ein Kind von mir auf einer der erwähnten Universitäten erlebt hat. Leider kann ich auch nur bestätigen, das hauptsächlich Klischees wiedergegeben wurden. Aber der Titel lautet ja auch nur auf den Spuren der Eliten und die können manchmal auch in die Irre führen. Es wird z.B. nicht erwähnt, das es auf diesen Universitäten Studenten gibt, die in Wohngemeinschaften mit bis zu sechs Personen wohnen. Außerdem fehlt die Information dass Studenten nicht aufgenommen werden, wenn sie nicht harte Aufnahmeprüfungen bestehen, z.B. in mindestens zwei Fremdsprachen. Es gibt dort Studenten, die nicht einen Cent bezahlen, weil sie einen Freiplatz bekommen haben.
Viele haben vorher eine Lehre absolviert und können nur damit auf bestimmten ausländischen (z.B. auf der Michigan State University, USA) ein Gastsemester studieren. Es wird leider auch nicht erwähnt, dass das studieren (brennen) genannt wird, weil Tag und Nacht gearbeitet werden muss, um den Stoff zu schaffen. Darüber hinaus wird auch nicht erwähnt wie viele Arbeitsplätze von Absolventen geschaffen wurden , die hunderte von Firmen (insbesondere auch moderne Internetfirmen mit Zukunftsaussichten) gegründet haben, ohne von ihren Eltern dafür Geld bekommen zu haben. Trotzdem muss ich Julia Friedrichs loben für die Aufmerksamkeit, die sie mit ihrem Buch erreicht hat und der Schreibstil hat mich nie gelangweilt. Man kann sicherlich auch nur Denkanstösse geben, wenn man Positionen überzeichnet; aber ich hätte mich gefreut, wenn auch die zweite Hälfte der Realität auf einem Teil der Eliteuniversitäten (es gibt auch staatliche Eliteuniversitäten z.B. RWTH)aufgezeigt worden wäre.
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