Eine gelungene Aufsatzsammlung zum Thema, die umfangreichen Aufschluss über Aufbau, Funktion, Methoden und Eigendynamik der Gestapo während des zweiten Weltkrieges gibt.
Der Bogen wird von sich konsequent und stetig entgrenzenden Kompetenzen im In- und Ausland über den rasenden Terror, der sich spätestens seit dem Beginn des Überfalles auf die Sowjetunion in einer heute undenkbaren Art und Weise im Ausland entfaltete und der mit zunehmender Nähe des Unterganges bzw. mit der Rückdrängung des im Auslandseinsatz "gestählten" Personals in die Reichsgrenzen auch über die vorgeblich zu schützende deutsche Bevölkerung hereinbrach, bis zu der sich anschließenden, oft viel zu geräusch- und reibungslos verlaufenden, Rückkehr ins zivile Leben der Nachkriegszeit gespannt.
Die Einbindung von zivilen Verwaltungen fast jeder Coleur, die durch hochoffizielle Verwaltungsmaßnahmen die Deportation der jüdischen Bevölkerung und anderer Gegner vorbereitete und flankierte wird eingehend beleuchtet.
Einen Punktabzug gibt es für die Aufsätze zu den Bereichen Edelweißpiraten und (kommunistischer/sozialistischer) Widerstand, die für meinen Geschmack die Sachlichkeit der anderen Beiträge zum Teil deutlich vermissen lassen.
Dennoch gilt für mich unter dem Strich : Ein lesenswertes und informationsgespicktes Buch, das einen tiefgehenden Einblick in die Arbeit der Gestapo während des Krieges gewährt und auch die oft vernachlässigte Zuarbeit von zivilen Behörden und nicht unerheblicher Teile der Bevölkerung nicht unbeleuchtet lässt, ohne die sich dieses System so nicht hätte entfalten können.