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In Gestalt eines Ebers
 
 
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In Gestalt eines Ebers [Gebundene Ausgabe]

Lawrence Norfolk , Melanie Walz
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 349 Seiten
  • Verlag: Knaus; Auflage: S. 287-350 (2001)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3813500853
  • ISBN-13: 978-3813500851
  • Größe und/oder Gewicht: 22,3 x 14,4 x 3,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.060.677 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Lawrence Norfolk
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Von der legendären Jagd nach einem Eber, der in der griechischen Frühzeit fruchtbare Landstriche verwüstete, bis zur Jagd der Partisanen nach einem Nazi-Kommandanten in eben jener Landschaft spannt sich der erzählerische Bogen dieses Romans, der bohrende Fragen zum Verhältnis von Geschichte und Wahrheit provoziert.Die kalydonische Jagd ist einer der großen Mythen der griechischen Geschichte: Im 13. Jahrhundert vor Chr. dankte Oineus, Herrscher von Ätolien, den Göttern für die reiche Ernte, vergaß jedoch, auch Artemis ein Opfer zu bringen. Die Göttin der Jagd und der Ernte rächte sich, indem sie einen Eber in das Land sandte, der Schafe riss, die aufkeimende Saat zertrampelte und Reben entwurzelte. Meleagros, der Sohn des ätolischen Königs, rief daraufhin die tapfersten Krieger seiner Zeit zusammen, unter ihnen auch die Argonauten. Obwohl sie schon an ihrem Sammelpunkt in Kalydon schreckliche Verluste erlitten hatten, hetzten sie den Keiler durch Salzmarschen, Lagunen und schließlich über die Hänge des Arakynthus. Atalante, die einzige Frau unter diesen Helden, zeichnete sich dabei durch Mut und Schnelligkeit aus. Meleagros fühlte sich zu ihr hingezogen und weckte damit die Eifersucht von Melanion, dem Nachtjäger. Am Ende waren es diese drei Jäger, die den Eber in eine Höhle trieben und ihn er legten. Doch wer von ihnen versetzte dem müde gewordenem Rachetier der Artemis den Todesstoß? Atalante? Oder doch Meleagros? Alle berühmten Dichter der Antike haben über diese Jagd geschrieben, ob Hesiod, Ovid oder Apollonius, aber jeder von ihnen hat seine eigene Antwort auf diese Frage gefunden. Sechs Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg erzählt ein jüdischer Dichter die kalydonische Jagd ganz neu: Es ist Solomon Memel, der als Junge in Rumänien die "Säuberungen" der deutschen Truppen miterlebt hat. Seine Eltern fanden in Lagern den Tod, er selbst konnte dank der Hilfe Ruths, seiner großen Jugendliebe, nach Griechenland fliehen, in eben jene Gegend, wo einst der Eber wütete. Sol Memel schloss sich einer Partisanengruppe an, die sich um Geraxos und die Freiheitskämpferin Thyella bildete. Er geriet in Gefangenschaft, erlangte nach der Landung der Alliierten in Thessaloniki wieder die Freiheit und wurde daraufhin selbst zum Jäger. Er beteiligte sich an der brutalen Hinrichtung des N azi-Kommandanten Eberhardt. Seine Erlebnisse als Verfolgter und als Verfolger verarbeitet er nun zu einem gewaltigen Versepos "Die Keilerjagd" -, das zuerst in einem kleinen Wiener Verlag erscheint. Das Epos erregt großes Aufsehen, wird bald in mehrere Sprachen übersetzt und in Deutschland Pflichtlektüre. Mitte der fünfziger Jahre meldet sich Jakob, ein Jugendfreund des Dichters, aber auch sein Rivale in dem Kampf um die Liebe Ruths, öffentlich zu Wort. Er versucht Unstimmigkeiten in der "Keilerjagd" aufzuzeigen und wirft dem Dichter unterschwellig vor, es mit der Wahrheit nicht sehr genau zu nehmen. Als ein großer Artikel im "Spiegel" diese Kritik harsch zurückweist, nimmt sich Jakob das Leben. Zu Beginn der siebziger Jahre muss sich Sol Memel erneut mit der Frage auseinandersetzen, ob er Mythos und Wirklichkeit verschmolzen oder das historische Geschehen verfälscht habe. Ruth, die er zuletzt kurz nach Kriegsende getroffen hat, als sie ihm half, aus einem britischen Sammellage r für "Displaced Persons" herauszukommen, sucht den Dichter in seiner Pariser Wahlheimat auf. Sie will die "Keilerjagd" verfilmen. Sol verfolgt die Dreharbeiten und merkt, dass aus seinem Epos eine ganz neue, erotisch aufgeladene Geschichte wird. Ruth stellt in ihrem Film alle heroischen Elemente der literarische(n) Vorlage(n), insbesondere die Rolle der Atalante/Thyella, rigoros in Frage. Lawrence Norfolk hat in der Hauptfigur seines neuen Romans deutliche Bezüge zum Leben des Dichters Paul Celan angelegt, der 1954 ein Gedicht mit dem Titel "In Gestalt eines Ebers" veröffentlichte. Wie Solomon Memel wuchs auch Celan in Rumänien auf, verlor seine Eltern im Lager und sah sich später durch alte Weggefährten dem Vorwurf ausgesetzt, er habe seine Vergangenheit mystifiziert. Norfolk fasziniert die Vieldeutigkeit dieses Dichterlebens, seine Brüche und Rätsel. Sie entsprechen seinem Verständnis von Geschichte, das er in diesem Roman deutlicher als bisher zum Ausd

Klappentext

"Norfolk ist ein Autor der Finten und Finessen, ein hochintelligenter Gaukler, ein Jongleur, dessen Spiel man mit angehaltener Luft zuschaut."
Frankfurter Allgemeine Zeitung

"Intelligent, geistreich, lyrisch, tiefsinnig: Dieser Roman ist ein einziger Triumph."
The Times -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
15 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Grispan
Format:Gebundene Ausgabe
Ein Eber also, wie profan, oder nur die Gestalt eines Ebers? Eine unglaubliche Jagd von 61 Gestalten, die der griechischen Mythologie entspringen, auf einen Eber breitet sich vor dem Leser aus, um dann furios in die Gegenwart bzw. jüngere Vergangenheit zu springen. Analogien entwickeln sich, saugen den Leser ein, wie es Norfolk in dieser Konsequenz noch nicht gelungen ist, kein Wort ist zuviel, kein Wort zu wenig. Norfolks unglaubliche Fabulierlust lässt das Buch - bei allem Anspruch - zu einem Festmahl für Augen, Hirn und Bauch werden. Ich habe es verschlungen, ähnlich eines Gourmants und genossen & zelebriert wie ein Gourmet. Fabelhaft schön und wohltuend, unbedingt zu empfehlen.
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11 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
So gern ich Norfolk lese, mich störte bisher immer, daß er nicht einmal versuchte, sich mit seinen beiden vorherigen Büchern vom Image des Eco-Epigonen zu emanzipieren.

Ganz anders dieser Roman. Er ist großartig und stilistisch und formal geradezu unglaublich. Im ersten Drittel des Buches, wird der Leser dazu gezwungen sich durch eine penibel nacherzählte Geschichte der titelgebenden Jagd zu kämpfen (es ist wirklich mühsam, ist es aber wert). Der Text strotz nur so von - scheinbar sinnentleerten - Quellenangaben und Fußnoten; warum sie raffiniert zur Schönheit und Geschlossenheit des Buches noch beitragen, wird erst wesentlich später im Roman klar.

Die anschließende Erzählung ist wunderbar leicht zu lesen und bewegt sicht mühelos zwischen verschiedenen Zeitebenen, ohne auch nur ein einziges Mal gekünstelt zu wirken. Ein ganz großer Roman, von einem Autor, der anscheinend endlich sein Talent wirklich in den Griff bekommt.

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14 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Nach dem ich durch "Lemprière`s Wörterbuch" und "Ein Nashorn für den Papst" (wobei letzteres am Ende etwas abkippte) an Norfolk interessiert war, hatte ich mir von "In Gestalt eines Ebers" einiges versprochen. Doch welche Enttäuschung! Das Buch ist im Sinne eines nachvollziehbaren Handlungsaufbaus schlicht nicht lesenswert. Norfolk schwelgt in seiner unglaublichen Fachkenntnis der griechischen Mythologie, aber ohne dem Leser aufzeigen zu können, was er denn davon hat. Die ersten 40 Seiten sind teilweise mit 90% akademischen Quellennachweisen bedeckt. Wozu diese penible Angeberei? Wir glauben dem Schriftsteller, daß er nachgeforscht hat. Was nutzen mir opulente Wortgebirge, wenn der erstürmte Gipfel keine Geschichte zu erzählen hat, keine klare Sicht entsteht.

Ein paar Griechen jagen einen gefährlichen Eber. Gut. Aber wieso sollte das lesenswert sein? Wird eine Geschichte erzählt? Nein. Die Jäger kommen meist auf ebenso grausame, wie nicht nachvollziehbare Weise um, aber warum sie sich in diese Lage begeben, was sie treibt, was sie empfinden - damit läßt uns Norfolk allein. Lediglich die Wortwahl ist genial, schreit vor Genialität. Aber unterhält sie allein dadurch? Oder langweilt sie? Sie langweilt nach wenigen Seiten, ja wird zur Qual. Ich gestehe, meine Lust auf eine Begehung der zweiten Etage dieses Buches war gering. Es war so, als beträte man ein Gebäude, das ganz aus Zierrat hergestellt ist, aber ohne tragende Balken. Zuviele Schnörkel, zuwenig Substanz.

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