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Geständnisse eines ungeübten Sünders: Roman
 
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Geständnisse eines ungeübten Sünders: Roman [Taschenbuch]

Charles Simmons , Klaus Modick
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 256 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. November 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 342313609X
  • ISBN-13: 978-3423136099
  • Originaltitel: Powdered Eggs
  • Größe und/oder Gewicht: 19 x 12 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 247.839 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Der Roman, für den Simmons seinerzeit den Faulkner Award erhielt, schockierte damals durch seine unverblümte Beschreibung von Sex und die Abrechnung des Protagonisten mit der Religion.«
liesmalwieder.de 13.02.2008

»Charles Simmons erhielt für seinen ersten Roman, der als das schrille Durcheinander einer Aufbruchstimmung bewertet werden kann, den Faulkner Award.«
Südhessen-Woche 22.11.2007

Kurzbeschreibung

In einer Reihe von Briefen an einen nicht genannten College-Freund berichtet der Ich-Erzähler in Charles Simmons' erstem Roman, der vor vierzig Jahren das erste Mal erschien, aus seinem turbulenten Leben. Aufgestört durch den Tod seines Vaters und das Drängen seiner Mutter, einen aussichtsreichen Beruf zu ergreifen, nimmt der jugendlich-schnoddrige Erzähler in Simmons' Roman seine Briefe zum Anlaß, die Lebens- und Sinnangebote seiner amerikanischen Umwelt lustvoll, rasant und ironisch auseinanderzunehmen.
Weil er in Wirklichkeit Schriftsteller werden will, nimmt er lausige Jobs in Kauf, die ihm dafür jede Menge Einsichten und Erlebnisse bescheren, und geht im übrigen seinen offenherzig beschriebenen erotischen Eskapaden nach, bei denen er sich vor allem auf zwei Frauen, Mary und Prudence, konzentriert. Gleichzeitig liefern die Briefe immer wieder Episoden aus dem Roman, an dem Simmons' Protagonist schreibt, und Überlegungen über dessen Hauptfigur Austin. Der Roman, für den Simmons sei nerzeit den Faulkner Award erhielt, schockierte einst nicht wenige mit seiner unverblümten Beschreibung von Sex und der Abrechnung des Protagonisten mit der konventionellen Religion.
Heute liest man den Roman nicht nur als ein wunderbares Portrait der 60er Jahre mit Verweisen auf die Popmusik und die gerade einsetzende sexuelle Revolution, sondern auch das Spiel mit der Romanform, lange bevor man das als "postmodern" zu bezeichnen lernte, bereitet einem großes Lesevergnügen. "Geständnisse eines ungeübten Sünders", das seine Frische bewahrt hat und an Jerome D. Salinger und den jungen John Updike erinnert, ist ein verspielt-mitreißendes Buch. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Timo Brandt TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch|Von Amazon bestätigter Kauf
"Die Volkshochschule bestand aus einer unendlichen Serie von Verboten. Nimm die Hände aus den Hosentaschen, beeil dich, wenn du in der Badewanne sitzt, halt dich von schmutzigen Filmen fern. schmutzigen Magazinen, schmutzigen Büchern, schmutzigen Witzen und vor allem von Mädchen, die dich verführen wollen. Aber wo zum Teufel steckten die Mädchen bloß, die uns verführen wollten?"

Charles Simmons, geb. 1924, hat nur 5 Romane geschrieben, wobei dies hier sein erster ist: eine Neuauflage des 1964 erstmals erschienen Buches Eipulver. Obwohl jedes seiner Bücher einzigartig und stilistisch wie inhaltlich weit über der Norm liegt, hat es, mit Ausnahme einiger lobender Rezensionen zu Salzwasser, bis heute keine echte Auseinandersetzung mit seinem Werk gegeben; vielleicht weil die Zeitabstände zwischen seinen Romanen (1964, 1978 Lebensfalten, 1987 Belles Lettres, 1998 Salzwasser, 2002 Das Venus-Spiel) meistens ungewöhnlich hoch sind. Aber Simmons besitzt eine ganz eigene Art von Subtilität und Erzählgeist, die eigentlich nicht ungewürdigt bleiben dürfte.

"Der Weg zum Herzen eines Mannes führt durch seine Genitalien, aber wer wusste denn damals schon, dass der Weg zu den Genitalien einer Frau durch ihr Herz führt?"

1964 löste dies Debüt einen kleinen Skandal aus. Selten zuvor hatte sich ein Schriftsteller in einem Roman so vulgär, heftig und konträr zu Amerika, Kirche und Sexualität geäußert; das dies etwas mit Authentizität und nichts mit der inneren Ausrichtung der Geschichte zu tun hatte, wurde aber Gott sei dank schon damals bemerkt.
Ebenfalls relativ neu für damalige amerikanische Verhältnisse war die Konzeption des Buches: Alles wird durch Briefe, die der Protagonist einem anderen schreibt, erzählt, wobei jeder Brief überlang ist (das Buch besteht aus ca. 25-30 dieser Brief). Gleichzeitig schreibt der Autor auch noch einen Roman, den er in den Briefen ausführt und mit dessen Figur er sich immer wieder identifiziert. Und durch die Briefform wird der Blickwinkel auf die Informationen der einzelnen Geschichten, die das Leben des Protagonisten umgeben, natürlich auch modifiziert.

"Unter Katholiken gibt es das geheime Einverständnis, das Nichtkatholiken zwar nicht gerade verdorben oder fehlgläubig oder böswillig sind, aber doch schrecklich irre geleitet. Besonders Protestanten. Und was die Heiden angeht, asiatische Babys und so: die sind alle nur Kanonenfutter. Ich glaube, in dieser Hinsicht sind die Katholiken wie Kommunisten, mal abgesehen davon, dass sie in letzter Zeit nicht ganz so erfolgreich sind."

Beinahe 50 Jahre haben diesem Roman sicher einiges an gesellschaftlicher und politischer Sprengkraft genommen, jedoch finde ich, dass Ton und Stil, also das, was jede Geschichte authentisch machen kann, kaum einen Tag gealtert sind; die Originalität und die leicht schräge Art mancher Stellen haben den Roman vor dem Verfall bewahrt.

Und Ebenso natürlich, fernab aller sprachlichen Qualitäten, seine wunderbar ehrlich gestaltete Hauptfigur, ein junger Mann, der (wie es in der Überschrift zitiert steht) mit 21 Jahren noch immer an der Startlinie des Lebens steht, der in Sachen Frauen und Beruf immer weniger durchzublicken glaubt und den Simmons mit erstaunlicher Sensibilität im Auf und Ab seiner Stimmungen gefangen hält, nur um ihn gleichzeitig ganz unmerklich zu sich selbst zu führen. Vielleicht wegen der Form, doch auch wegen dieser Ungetrübtheit der Beziehung zwischen Leser und Protagonist, ist man über die Dauer des Lesens sehr stark mit dem Buch verbunden - vielleicht danach nicht mehr. Aber währenddessen auf jeden Fall.

"Geflogen bin ich mit der Alitalia. Ich dachte, wenn ich schon in ein fremdes Land reise, ohne die Sprache zu verstehen, kann ich auch gleich bei Null anfangen, und als ich beim Einsteigen durchs Gate ging, wusste ich, dass nun in meinem Leben etwas wichtiges passierte. Seit meiner Kindheit verband mich ein unsichtbares Gummiband mit irgend etwas, mit meinem Bett, meiner Mutter, mit irgend etwas eben. Allzuviel Zug hielt das Gummiband aber nicht aus. Ich wollte immer dahin zurück, zu diesem Etwas, was auch immer es gewesen sein mochte. Aber als ich vorgestern das Flugzeug bestieg, gab es das Gummiband nicht mehr."
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Eine geniale und brillante Übersetzung mit amüsanten Neologismen ("Herz-
kaspernacht", "Genitalist" u.a.) und wohltuenden Vulgarismen ("menschen-
ähnlicher Scheißhaufen" u.a.). Ein fantastischer, fantasievoller Roman,
der mich streckenweise an die Gesellschaftskritik und die Themen Religion,
Tod, Liebe, Kunst(versager) in Goethes "Werther" und gleichzeitig natürlich an Salingers "Catcher in the Rye" erinnerte - in der immer noch
"coolen" europäischen Tradition des "Entwicklungsromans", voller Bosheiten, Vorurteile und entlarvender Schrägheiten, die der Icherzähler
genüsslich ausbreitet, wobei er selbst am Ende nur leidlich gereifter
wirkt, was ihn umso sympathischer macht, ein "dreieiiger" Demaskierer mit
einer Tendenz zur bewußten, aber kritischen und kultivierten Verderbtheit
- ein liebenswerter Lügner in Sachen Sex.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Der Lehrmeister John Updikes? 29. November 2005
Format:Gebundene Ausgabe
Für alle diejenigen, und es werden nicht wenige sein für die sich das Werk John Updikes etwas verwässert hat ist dieser Roman der aus den späten 60 zigern stammt eine wahre Traumsequenz.
Sex und die daraus resultirenden Gedankenkonstellationen, überlegungen zu Generationskonflikten und nicht zuletzt Essayartige Blicke auf die spießige Round-up Gesellschaft. Ein buntes Potpurri für alle die John Irving lieben und verstehen und leider immer wieder sehen müssen was die Zeit aus allem gemacht hat.
Ein großer Roman der Sehnsüchte weckt und es zum Wunschdenken werden lässt das, daß Telefon klingelt und man von seiner Freundin nach Woodstock eingeladen wird.
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