Berühmte Japanische Autoren brachten sich um, nachdem sie vorher über ihre Seelennot geschrieben hatten, so etwa Dazai Osamu in seinem autobiographischen Roman "Gezeichnet" oder Ryunosuke Akutagawa in der Novelle "Das Leben eines Narren". Zu dieser Kategorie gehört auch Mishima mit dem vorliegenden Werk.
Der Autor beschreibt, wie er nach und nach seine Homosexualität entdeckt, Diese hat bei ihm eine sehr blutrünstig-sado/masochistische Ausrichtung, ist also, im üblichen Sprachgebrauch, besonders "schlimm". Dabei schildert Mishima nicht so sehr die Genese, als vielmehr die frühen Sympthome seiner "Perversion": wilde Träume, Empfindungen und Eindrücke, die ihn gleichermassen überfluten, und gegen die er sich nicht wehren kann. Wie ein rasender Strom trägt ihn sein Schicksal fort, und auch der Versuch sich mit einem Mädchen zusammenzutun und nach aussen eine rechtschaffene, heterosexuelle Rolle zu spielen, retten den Verlorenen nicht. So bleibt auch der Versuch in einem Bordell seine Männlichkeit zu beweisen erfolglos. Der Zerrissene kann lediglich versuchen seine wahre Natur hinter einer Maske zu verbergen, und das macht er ausgesprochen gut, hat er es doch von kleinauf gelernt seine wahren Gefühle zu verbergen, erst unbewusst, dann mit eigenem Wissen.
Man fühlt mit Mishima, weil die Schilderungen mit seinen ersten Kindheitserinnerungen beginnen und man ihn zu kennen glaubt wie einen Bruder oder eine Schwester. Wie einem Seelenverwandten teilt er dem Leser alle seine Geheimnisse und Gefühle mit. Dabei ist er nie weinerlich oder pathetisch. Vielmehr schreibt er wie jemand, der gleichermassen entsetzt und fasziniert ist von seinem Anderssein. Das überträgt sich auf den Leser und keine Zeile dieses Bekenntnissromans ist langweilig.
Es ist das Schicksalhafte und auch die Todessehnsucht die einen fesseln und mitleiden lassen (Mitleid ist nicht die schlechteste Eigenschaft!). Die todessüchtigen Bilder und Metaphern machen verständlich, warum der Autor so früh Selbstmord beging, wenn er auch persönliche Motive mit gesellschaftlichem Protest zu verbinden, vielleicht auch zu kaschieren suchte.
Der Roman, wurde schön aus dem Japanischen ins Deutsche nachgedichtet.