Einer der, wenn nicht sogar der beste Gefangenenfilm über WWII. Mit einer in ähnlichen Filmen kaum erreichten Mischung aus Spannung, Dramatik, Realitätstreue und Situationskomik versteht es „Gesprengte Ketten" spannend die wirkliche Geschichte von allierten Kriegsgefangen in einem deutschen Lager und deren Ausbruch zu erzählen.
Legendär und facettenreich gespielt ist die Rolle von Steve McQueen als aufmüpfiger US-Hotshot-Pilot. Aufmüpfig nicht nur gegenüber dem deutschen Lagerkomandanten von Luger (Bunker!), auch in der Abwägung von persönlichen, eigennützigen Interessen gegenüber der Gruppe der anderen Gefangenen unter deren englischer Führung, die Ausbruchstunnels für viele andere Soldaten erbaut werden. - Zum Lachen komisch ist der Charakter von Donald Pleasence. Man fragt sich hier eigentlich nur, wie dieser liebe, nette, unpolitische Mensch in die Kriegwirren hineingezogen werden konnte (aber auch das war wahrscheinlich eines der persönlichen Schicksale zu der Zeit). Selbst eine unterschwellige Antiphatie oder zumindest ein gewisse Reserviertheit zwischen den amerikanischen und den englischen Kriegsgefangenen ist wunderbar und mit einem Augenzwinkern herausgespielt (Feier zum Unabhängigkeitstag).
Ein unvergleichlicher Running-Gag über den gesamten Film hinweg ist die „Freundschaft" zwischen James Garner und dem deutschen Lagersoldaten „Ab an die Ostfront"-Werner. Bereits zu Anfang des Films wird dies begründet und zieht sich durch den gesamten Film. Glücklicherweise wird hier nicht der deutsche Soldat als entweder total naiv oder strikt pedantisch, super akkurat oder komplett Nazi-treu dargestellt. Er ist einfach nur angenehm menschlich.
Der Film verliert nie seinen ernsten Hintergrund des zweiten Weltkrieges und des Aubruches sowie der „auf der Flucht" erschossenen Aliierten. Er stellt auch sehr gut die Menschlichkeit der deutschen Bewacher, allen voran den Zwiespalt von von Lugers dar. Es gibt einige Moment, die die Ernsthaftigkeit der Lage und der Gefangenen bzw. der Ausbrecher widergeben. Den Film machen vor allem die episodenhaften Erzählungen der einzelnen Schicksale der Ausbrecher auf ihrem Weg in das vermeintlich sichere Ausland spannend (einzigartig Steve McQueen's Flucht auf dem Motorrad und sein Versuch sich mit einem Motorrad-Sprung in die Schweiz zu retten). So wird der Film nie langweilig oder zäh.
"Gesprengte Ketten" ist zwar nicht unbedingt zum Weinen geeignet aber hier und da muß man doch einige Male schlucken. Und man freut sich für jeden einzelnen der Ausbrecher, der es dann doch bis ins rettende Ausland schafft und nicht wie die vielen anderen wieder geschnappt wurde.
In Summe ein hochkarätig besetzter Film, der seines gleichen sucht. Die Liste der Schauspieler liest sich wie das „Who-is-who" der Filmbranche in den Sechzigern. Unnötig, hier die Namensliste der Schauspieler aufzuzählen, es sind zu viele sehr gute Schauspieler dabei. Der Unterschied zu anderen top-besetzten Filmen ist hier, das sich jeder der Akteure sich nicht unter Wert verkauft. Jeder der „Super-Stars" spielt seine Rolle bemerkenswert glaubwürdig, und sei sie auch noch so klein.