Band 1 des Buches "Gespräche mit Gott" gibt bereits einen ausführlichen Antwortenkatalog für die Fragen unseres persönlichen Umfeldes wieder, also war ich natürlich sehr gespannt auf den zweiten Band. Band 2 geht deutlich aus dem persönlichen Fragebereich heraus und in den zwischenmenschlichen, politischen und gesellschaftlichen Rahmen hinein. Fast alle Esoteriker, die ich kenne, tun sich ein bißchen schwer mit gesellschaftspolitischen und gesamtwirtschaftlichen Themen. Auch mir fiel es anfangs schwer, mich auf die Themen des zweiten Bandes wirklich einzulassen. Vielleicht spiegelt diese Abwehr auch einfach die empfundene Hilflosigkeit wieder, bei Fragen, die unsere Gesellschaftsformen insgesamt betreffen. Der Schöpfer allen Seins zieht wirklich knallhart Resümee bezüglich der Entwicklung unserer Gesellschaft und Politik, und wir kommen nicht so gut dabei weg. Gefesselt hat mich die Familienstruktur, und damit verbunden das Ergebnis der Erziehung, die uns bis ins Erwachsenenalter begleitet. Natürlich gibt es darüber bereits eine Menge psychologischer und esoterischer Bücher, aber die klare und einfache Sprache in "Gespräche mit Gott Band 2" ist für mich als Praktiker besser nachvollziehbar. Band 2 bietet darüber hinaus auch umfassende Antworten zu den brennenden Fragen, warum Hunger, Krieg und Katastrophen auf unserem Planeten geschehen und es bietet klare Leitlinien, wie wir als Gesellschaft Änderungen bewirken können. Auch hier, wie bereits im ersten Band, kommen wir aus der Eigenverantwortung nicht heraus. Gott die Schuld zu geben an Mißstände in unserer Gesellschaft ist zwar populär, frei nach der gängigen Meinung " Gott ist allmächtig, er könnte doch alles ändern", aber diese Haltung zeigt lediglich unseren Fluchtmechanismus und das Sündenbock-Prinzip, weil unser Interesse an einer ECHTEN Veränderung der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Realität eher gering ist. Ich weiß, das klingt gewagt und wird bei vielen sofort auf Widerstand stoßen, aber jeder, der den zweiten Band aufmerksam liest, wird an dieser Tatsache nicht vorbeikommen, es sei denn, man hat Scheuklappen vor den Augen und stellt sich selbst und seine Handlungsweise grundsätzlich nicht in Frage. Trotz allem...auch hier gibt es keine Werturteile im üblichen Sinne. Die Analyse zeigt die Strukturen, die wir in der westlichen Welt hätscheln und pflegen und die Interessenlosigkeit von unserer Seite, wirklich etwas zu verändern. Ich persönlich war betroffen und manchmal entsetzt über die Gedankenlosigkeit, mit der wir täglich unser Leben gestalten. Um diese Rezession abzuschließen fällt mir der alte Spruch des Orakels von Delphi ein, der über dem Eingang zum Tempel stand, "ERKENNE DICH SELBST". Wer dazu bereit ist, dem empfehle ich von ganzem Herzen sich auf den zweiten Band "Gespräche mit Gott" einzulassen.