Auch wenn man nicht ganz so vernarrt in Goethe sein sollte, wie dies Johann Peter Eckermann ist, so findet man hier doch ein Buch, das einem einen interessanten und intimen Einblick in die Alltagswelt des Weimarer Dichteridols gibt. Über die vielen Gespräche erhält man durch das etwas naive Wesen Eckermanns begünstigt Belehrungen über das Spiel der Farben, Goethes Farbenlehre also, die er konsequent gegen die herrschende und gültige Lehrmeinung Newtons vertrat, man liest seine Urteile über gegenwärtige politische Tendenzen, Dinge der Geschichte, des sozialen Lebens, der Mineralogie, der Mythologie, der Literatur, der Künste allgemein, und und und. Kurz: es spannt sich ein großer Fächer auf, in dem sich überall lesenswerte Dinge verbergen. Durch die schöne und freundliche Sprache, die Andacht der Darstellung bekommt das Ganze etwas derart Getragenes, dass es sich wunderbar eignet, seine Seele baumeln zu lassen und kurz mal hineinzulesen, um zu entspannen. Es eignet sich auch wunderbar zum Vorlesen, wodurch ich auch darauf aufmerksam wurde, als es nachmittags für eine halbe Stunde im Kulturradio kam. Eine sehr entspannende halbe Stunde, die mit dem Buch zu jeder Zeit genossen werden kann. Für Goethe-Leser bietet es einen reichen Fundus an zusätzlichen Details und man hört den Meister aus eigenem Munde über seine Werke und die seiner Kollegen sprechen. Der Dichterfürst natürlich verbrämt in eine Lichtgestalt. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)