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Gespräch mit einem Vampir: Roman Taschenbuch – 1. Mai 2004

4.7 von 5 Sternen 9 Kundenrezensionen

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Produktinformation

Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Anne Rice wurde 1941 als Tochter irischer Einwanderer in New Orleans geboren. Sie ist Autorin zahlreicher Romane und gilt als Königin des modernen Schauerromans. Berühmt wurde sie mit ihrer "Chronik der Vampire", einem Zyklus von jeweils vier in sich abgeschlossenen Romanen um den Vampir Lestat. Anne Rice lebt mit ihrer Familie in einem alten Landhaus in New Orleans.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Ich verstehe .. .«, sagte der Vampir nachdenklich und ging langsam durch das Zimmer zum Fenster hinüber. Dort blieb er eine Weile stehen. Seine Gestalt zeichnete sich vor dem trüben Licht ab, das von der Divisadero Street hereindrang und ab und zu durch die hellen Scheinwerfer der Autos verstärkt wurde. Der Junge konnte jetzt die Zimmereinrichtung deutlicher erkennen, den runden Eichentisch, die Stühle und ein Waschbecken, das an der Wand hing, mit einem Spiegel darüber. Er setzte seine Aktentasche auf dem Tisch ab und wartete.
»Wieviel Bänder hast du mitgebracht?« fragte der Vampir und wandte den Kopf, so daß der Junge sein Profil sehen konnte. »Genug für die Geschichte eines Lebens?«
»Bestimmt, wenn es ein gutes Leben ist. Manchmal interviewe ich drei bis vier Leute an einem Abend, wenn ich Glück habe. Aber es muß eine gute Geschichte sein. Das ist nur recht und billig, nicht wahr?«
»Bewundernswert recht und billig«, antwortete der Vampir.
»Dann will ich dir gern meine Lebensgeschichte erzählen. Ich werde es sehr gern tun.«
»Großartig«, sagte der Junge. Und er nahm schnell das kleine Tonbandgerät aus der Tasche und prüfte die Kassette und die Batterien. »Ich bin wirklich gespannt zu hören, warum Sie das glauben, warum Sie . . .«
»Nein«, unterbrach ihn der Vampir. »So können wir nicht beginnen. Ist dein Apparat in Ordnung?«
»Ja«, sagte der Junge.
»Dann setz dich. Ich will die Deckenbeleuchtung einschalten.«
»Ich dachte, Vampire mögen kein Licht«, sagte der Junge. »Wenn man bedenkt, daß die Dunkelheit zur Atmosphäre beiträgt ... « Doch dann schwieg er. Der Vampir beobachtete ihn, den Rücken zum Fenster. Das Gesicht war jetzt nicht zu erkennen, und etwas an der ruhigen Gestalt verwirrte den Jungen. Er wollte sprechen, unterließ es jedoch. Und dann atmete er erleichtert auf, als der Vampir zum Tisch trat und nach der Lichtschnur darüber griff.
Unvermittelt war das Zimmer in grelles, gelbes Licht getaucht; und als der Junge zum Vampir aufblickte, verschlug es ihm den Atem. Er tastete mit den Händen nach hinten, um sich an der Tischkante festzuhalten. »Großer Gott!« flüsterte er, und dann starrte er den Vampir sprachlos an.
Der Vampir war ganz und gar weiß und glatt, als wäre er aus gebleichten Knochen geschnitzt, und sein Gesicht war unbewegt wie das einer Statue, die beiden leuchtendgrünen Augen ausgenommen, die den Jungen ansahen wie Flammen in einem Totenschädel. Doch dann lächelte er fast wehmütig, und in der glatten, weißen Fläche seines Gesichts zeigten sich feine Linien wie in einer Zeichnung. »Siehst du!« sagte er leise.
Den Jungen schauderte; er hob die Hand, wie um sich gegen ein übermächtiges Licht zu schützen. Seine Augen glitten langsam über den tadellos geschneiderten Rock, die langen Falten des Umhangs, die schwarze Seidenkrawatte und den glänzend weißen Kragen, der so weiß war wie das Fleisch des Vampirs. Er starrte auf das volle, schwarze Haar, das in Wellen über den Ohren zurückgekämmt war, auf die Locken, die den Rand des weißen Kragens kaum berührten. »Nun, möchtest du immer noch dein Interview?« fragte der Vampir.
Der Junge öffnete den Mund, ohne einen Ton herauszubringen. Er nickte. Dann sagte er »Ja«.
Der Vampir setzte sich langsam ihm gegenüber, beugte sich vor und sagte sanft, fast vertraulich: »Fürchte dich nicht. Laß nur das Band laufen.«
Und dann streckte er den Arm über den ganzen Tisch aus. Der Junge schrak zurück; der Schweiß lief ihm übers Gesicht. Der Vampir umklammerte die Schulter des Jungen und sagte: »Ich tue dir nichts, glaube mir. Ich brauche diese Gelegenheit. Sie ist für mich wichtiger, als du dir jetzt vorstellen kannst. Bitte fange nun an.« Er zog die Hand zurück und blieb gefaßt und abwartend sitzen.
Der Junge brauchte eine Weile, um sich Stirn und Mund mit dem Taschentuch zu wischen, zu stammeln, das Mikrophon sei bereit, auf den Knopf zu drücken und zu sagen, daß der Apparat lief.
»Sie waren nicht immer Vampir, nicht wahr?« begann er.
»Nein. Ich war ein junger Mann von fünfundzwanzig Jahren, als ich Vampir wurde, und es geschah im Jahre siebzehnhunderteinundneunzig.«
Den Jungen verblüffte das genaue Datum, und er wiederholte es, bevor er fragte: »Was ist damals passiert?«
»Darauf gibt es eine einfache Antwort. Aber ich glaube, ich möchte keine einfachen Antworten geben. Ich möchte lieber die Geschichte erzählen, so wie sie war.«
»Ja«, sagte der Junge schnell. Er faltete sein Taschentuch mehrmals zusammen und wischte sich wieder über die Lippen.
»Es hat eine Tragödie gegeben ...«, begann der Vampir. »Mit meinem jüngeren Bruder ... Er starb.« Dann schwieg er.
Der Junge räusperte sich und wischte sich erneut das Gesicht, ehe er das Taschentuch fast ungeduldig wieder zurücksteckte. »Es ist doch nicht schmerzhaft für Sie, nein?« fragte er schüchtern.
»Scheint es dir so? Nein.« Der Vampir schüttelte den Kopf. »Es ist nur, daß ich die Geschichte erst ein einziges Mal erzählt habe. Und das ist so lange her ... Nein, es tut nicht weh.. . . Damals lebten wir in Louisiana. Wir hatten Land zugeteilt bekommen und richteten zwei Indigoplantagen am Mississippi ein, ganz in der Nähe von New Orleans ...«
»Ach ja, Ihr Akzent«, sagte der Junge leise.
Einen Augenblick schaute der Vampir verständnislos drein. »Ich habe einen Akzent?« Er mußte lachen.
Der Junge wurde rot und sagte schnell: »Ich habe es in der Bar gemerkt, als ich Sie fragte, was Sie für einen Beruf haben. Es ist nur eine leichte Schärfe bei den Konsonanten. Ich habe nicht gewußt, daß es vom Französischen kommt.«
»Schon gut«, sagte der Vampir beruhigend. »Ich bin nicht so gekränkt, wie ich vorgebe. Es ist nur, daß ich ihn von Zeit zu Zeit vergesse. Aber laß mich weitererzählen.«
»Bitte«, sagte der Junge.
»Ich sprach von den Plantagen. Sie haben viel damit zu tun, ich meine, daß ich ein Vampir geworden bin, du kannst es mir glauben. Aber darauf komme ich noch. Unser Leben in Louisiana war luxuriös und primitiv zugleich. Wir selber fanden es außerordentlich angenehm. Wir lebten dort weit besser, als wir je in Frankreich hätten leben können.



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Top-Kundenrezensionen

Format: Taschenbuch
Die Mischung aus beeindruckender Vielfalt und behutsamer Einführung in eine fantastische Welt, ist das Fach, in dem die meisten anderen Horror- u. Science-Fiction Autoren in Anne Rice ihre Meisterin gefunden haben. Als wahre Pionierin ihres Genres wirkt Anne Rice in Gespräch mit einem Vampir auf den Leser mit einer fesselnden Story und auch einem großem Spektrum an Denkanstößen ein. Ihre Geschichte hat mich derart in ihren Bann geschlagen, dass ich mir nun schon die ersten 5 Bücher von Anne Rice's Vampirchronik ins Haus geholt habe.
Jedoch ist dieses Buch DER Klassiker und sicher nie ein Fehlkauf. (Was man auch keineswegs zu einem der anderen Bücher der Vampirchronik sagen könnte!)
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Format: Taschenbuch
Über 100 Jahre ist er alt, der Vampir Louis. Doch Ruhe und Zufriedenheit hat er in all den Jahren nicht gefunden, seit er im achtzehnten Jahrhundert zu einem Vampir wurde. Er hat zwar seitdem viel erlebt und verloren, doch nie wirklich seine menschliche Seite mit der des Vampirs in Einklang bringen können. In einem Interview mit einem Reporter erzählt er seine Lebensgeschichte, die vor allem durch den Vampir Lestat und die ambivalenten Gefühle Louis' zu ihm geprägt werden und den Leser mit auf eine Reise von New Orleans nach Paris nehmen.

Das Buch hat eine melancholisch-nachdenkliche Grundstimmung, entsprechend Louis' Einstellung, aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird. Zwischendrin fand ich den Ton manchmal ziemlich bedrückend, weil es zu viel des Guten wurde und eine leicht deprimierende Wirkung auf mich hatte, und musste beim Lesen pausieren. Aber gleichzeitig könnte ich mir auch keine andere Stimmung für die Erzählung vorstellen, die so gut passen würde.

Etwas schade fand ich es, dass Lestats Vergangenheit so im Dunkeln bleibt, wo er doch als "Erzeuger" und Mentor eine wichtige Rolle spielt und so sein Verhalten manchmal einfach unerklärlich ist. Ich weiß zwar, dass Lestat im Folgeband selbst die Hauptrolle spielen wird und verstehe daher schon, dass die Autorin die Information dafür aufheben will, aber manchmal hätte etwas mehr Wissen doch geholfen um Szenen zu verstehen.
Im Gegensatz zu Lestat aber sehr faszinierend und wundervoll dargestellt fand ich Claudia, die für mich Louis als eigentliche Hauptperson, mehrmals in den Hintergrund gedrängt.
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Format: Taschenbuch Verifizierter Kauf
Ich bin begeistert. Nachdem mich die Bis(s) Reihe zu tiefst enttäuscht hat, gab ich die Hoffnung auf "richtige" Vampire schon fast auf, doch dann stieß ich durch Zufall auf dieses Buch.
Zugegeben, am Anfang ist es schwer zu lesen, teilweise musste ich Sätze dreimal lesen, um sie wirklich zu verstehen, aber nach ca. 10 Seiten hatte ich mich dran gewöhnt. Besonders gut hat mir gefallen, dass die Thematik des Gesellschaftsverständnisses eine Zentrale Rolle spielt, denn da Vampire Jahrhunderte leben, erleben sie die Änderungen von Moral und Normen. Wenn man nur mal 100 Jahre zurück geht und sich vor Augen führt was unsere Gesellschaft damals für selbstverständlich hielt, ist es für uns heute nur schwer vorstellbar so zu leben. Die Anpassung an andere Zeiten ist ein zentrales Thema des Buches.
Im vergleich zum Film gibt es einige Unterschiede, aber nur wenige wirklich relevante, es werden aber auch viele Fragen beantwortet, die im Film offen bleiben. Auch hat man einen besseren Einblick in Louis' Gedanken- und Gefühlswelt sowie eine bessere Darstellung von Claudia und Lestat. Auch der Charakter von Armand ist etwas anders, aber der Film ist alles in allem sehr nahe am Buch.
In dieser Auflage ist die Schrift relativ klein, vielleicht ca. Schriftgröße 8 bei Word, von daher ist es leider etwas unübersichtlich, denn Absätze sind entweder nicht die Stärke der Autorin oder des Übersetzers. Eine andere Ausgabe könnte vielleicht komfortabeler sein.
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Format: Taschenbuch
,,Gespräch mit einem Vampir" gehört zu meinen absoluten Lieblingsbüchern, es ist wahnsinnig gut geschrieben und einfach anders als alle anderen Bücher. Die tiefgründigen Gespräche zwischen den Charakteren, die spannende Handlung und die düstere Grundstimmmung machen das Buch wirklich zu einem Erlebnis. (Ich habe es gestern erst -innerhalb von 2 Tagen- durchgelesen, daher bin ich wohl auch noch so sehr gefesselt ^^) Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, mir mit dem Buch Zeit zu lassen, aber schon nach der ersten Seite konnte ich es schlichtweg nicht mehr aus der Hand legen XD Auch hat das Buch meiner Meinung nach keine einzige Stelle, an der es langweilig wird und man sich förmlich durch die Seiten kämpfen muss. (Was bei zu vielen Büchern leider von Zeit zu Zeit der Fall ist)

Die weiteren Bücher der Chronik der Vampire habe ich noch nicht gelesen, aber nach diesem Buch führt absolut gar kein Weg daran vorbei!!(Und ich wage mal zu behaupten, dass es da nicht nur mir so geht!^^)

So, abschließend kann man sagen: Ab damit in den Warenkorb! XD
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