Kurzbeschreibung
Im Sessel ausgestopft der Kammerherr von Stein, davor seine Frau Charlotte. Das ist die Szenerie für eine der "faszinierendsten Monologe, die in deutscher Sprache nach 1945 geschrieben worden sind" (Frankfurter Rundschau). Die mitreißende Wirkung der Hacksschen Prosa brachte dem Autor internationales Renommee ein, wie es die 200 Aufführungen in 21 Ländern belegen. Worum gehts? Goethe hat fluchtartig Weimar in Richtung Italien verlassen. In Erwartung einer Nachricht wird die langjährige Freundschaft zu Goethe beleuchtet. Charlotte von Stein ergeht sich in den Tiraden enttäuschter Liebe: Goethe als Hypochonder und Poseur; als Versager in der Liebe, der es nur versteht, seine Abenteuer literarisch auszubeuten; ein pfuschender Dilettant, ob nun als Maler, Dichter oder Minister. Sich selbt sieht die Dame als Abrichterin, die aus einem Sturm-und-Drang-Flegel einen einigermaßen brauchbaren Menschen gemacht hat. Dressur, ob nun Schoßhund oder Genie, der launenhafte Hochmut regiert.Eine lange, gleich boshaft-witzige wie auch sehnsuchtsvolle Klagerede, die ein Psychogramm menschlicher Charaktere und ihrer gesellschaftlichen Zeit offenbart, die der Autor mit dem Satz enden läßt:"...warum ist nur alles für uns alle so sehr viel zu schwer?" Peter Hacks hat dem Band einen ausführlichen Anhang angefügt. Darin werden die Fragen nach der historischen Bedingtheit wie auch Überlegungen zur Gattung des Monodramas abgehandelt. Daneben finden sich noch drei Briefe, ein illustriertes Lexikon zur Uraufführung und Pressestimmen.Peter Hacks, geb. 1928 in Breslau, promovierte 1951 in München und ging 1955 nach Berlin, DDR. Er schreibt Dramen, Essais, Gedichte und Kinderbücher. Einige seiner Dramen sind deutsche Bestseller; einige sind europäische Erfolge; das "Gespräch im Hause Stein über den abwesenden Herrn von Goethe" ist ein Welterfolg. Weitere Titel des Autors bei Nautilus: Die Gedichte, Die Erzählungen, Ein Gespräch im Hause Stein über den abwesenden Herrn von Goethe, Die späten Stücke I, Die späten Stücke II, Die Maßgaben der Kunst, Schöne Wirtschaft.
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Klappentext
Weimar im Oktober 1786. Goethe hat der Residenzstadt fluchtartig den Rücken gekehrt. Charlotte von Stein, seit vielen Jahren vertraute Freundin des Dichters, fühlt sich wie eine Verworfene - der Hof, die Stadt und nicht zuletzt ihr Mann werfen ihr vor, für Goethes Abreise verantwortlich zu sein. Sie ist bereit, sich zu rechtfertigen...
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