...eine junge Dame - des letzten Stückchen Nachthemds beraubt - sich auf der Flucht vor einem einäugigen Monster befindet, dann fühlt man sich schlagartig ein paar Jahrzehnte in die Vergangenheit versetzt: in die Zeit der Geisterkrimis.
Was durchaus peinlich hätte werden können, meistert WortArt wieder mal galant in gekonnter Qualität: aus einer mittelprächtigen Vorlage wird ein (zugegeben) triviales Gesellenstück. Aber eines, das bestens unterhält!
Prächtige Moor-Akustik, gekonnte eingesetzte Schock-Effekte (nicht beim Einschlafen hören), akzeptable Dialoge und eine sich stets steigernde Spannung und Dynamik ergeben ein Gruselhörspiel erster Güte. Sehr gefreut hat mich die gelungene Sprecherleistung von Jürgen Thormann (u.a. Synchronsprecher von Michael Caine und Peter O'Toole) als diabolischer Professor Stalicki.
Wenn die anderen drei Geisterkrimi-Hörspiele das Niveau halten können, dann ist WortArt, nebst der Sinclair-Edition 2000, ein weiteres Highlight im aktuellen Hörspiel-Revival gelungen. Hut ab vor dieser Crew!
Da es noch originellere Vorlagen gibt und ich mir diesbezüglich eine qualitative Steigerung erhoffe, vergebe ich "nur" vier Punkte für den Turm des Grauens. Allen Freunden phantastischer und unheimlicher Geschichten kann ich dieses Hörspiel aber uneingeschränkt zum Kauf empfehlen. Wie hiess der Slogan doch so schön: "Zur Spannung noch die Gänsehaut..." Viel Spass beim Hören!