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Gespenster: Ein Familiendrama in drei Akten
 
 
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Gespenster: Ein Familiendrama in drei Akten [Taschenbuch]

Henrik Ibsen
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

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Taschenbuch --  
Taschenbuch, 1986 --  
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 96 Seiten
  • Verlag: Reclam, Ditzingen, (1986)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3150018285
  • ISBN-13: 978-3150018286
  • Größe und/oder Gewicht: 14,7 x 9,6 x 0,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 261.686 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Klappentext

FRAU ALVING. Doch mir scheint fast, wir alle sind Gespenster, Pastor Manders. Nicht nur, was wir von Vater und Mutter geerbt haben, geht wie ein Spuk in uns um - nein, alles mögliche, was man früher einmal gedacht und geglaubt hat und was längst tot und abgestorben ist. Es ist nicht mehr lebendig in uns; aber es haftet uns immer noch an, und wir können es nicht loswerden... Mir scheint, es muß überall im ganzen Lande geradezu wimmeln von Gespenstern. Und daher kommt es wohl auch, daß wir alle miteinander so erbärmlich lichtscheu sind.

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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von M. Thomas TOP 1000 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Seinem Theaterstück "Gespenster" gibt Henrik Ibsen den Untertitel "Ein Familiendrama". Ibsen schildert auf welch tönernen Füßen das gesellschaftliche Moralgebäude ruht und wie leicht dieses einzustürzen droht, wenn die Gespenster der Vergangenheit in unser Leben drängen. Sofort nach seinem Erscheinen löste das Drama einen gesellschaftlichen Skandal aus. Sein Frontalangriff auf das Establishment, die Institutionen Kirche und Ehe schockierte die Mitbürger im 19. Jahrhundert sicher heftiger als er dies heutzutage vermag. Sein Schlussakkord, in dem Ibsen die Frage nach aktiver Sterbehilfe aufwirft, ist auch heute noch aktuell.

Ibsens Protest blieb nicht unverhallt. In ganz Europa brachen literarische Revolten aus. Emile Zola machte sich zum Anwalt der Armen in Frankreich. Gerhard Hauptmann und die Naturalisten erregten in Deutschland die Gemüter. Auch in Ibsens "Gespenster" fehlen die naturalistischen Symbole nicht: der Alkohol wird als Fluchthelfer dargestellt.

Die Hauptperson des Dramas ist Frau Alving. In jungen wurde sie von der Mutter und den beiden Tanten für eine gute Mitgift an den lebenslustigen Leutnant Alving verheiratet. Ein durchaus üblicher Brauch zu jener Zeit, wie uns das Nachwort versichert. Der junge Mann geht auch nach der Ehe seinen Gelüsten nach. Deshalb flüchtet Frau Alving in die Arme Pastor Manders, einem Freund der Familie. Ihre Zuneigung nicht von ihm nicht erwidert. Vielmehr überredet er Frau Alving, die Ehe fortzusetzen. Eine Scheidung wäre zu jener Zeit einem gesellschaftlichen Affront gleichgekommen. Aus dem Leutnant wird der Kammerherr Alving. Nachdem er das Dienstmädchen schwängert, stürzt sich seine Frau in die Arbeit und vergrößert das Vermögen. Kammerherr Alving stirbt an den Folgen seines "ruchlosen" Lebens. Später wird diese Krankheit als Gehirnerweichung beschrieben.

Um dem negativen Einfluss des Vaters zu entkommen, gibt Frau Alving ihren Sohn Osvald als siebenjähriges Kind außer Haus. Diese Entscheidung lastet ihr ganzes Leben lang auf ihr. Ebenso quält sie das Schuldgefühl, den Sohn und die Öffentlichkeit die Wahrheit über ihren Mann zu verheimlichen: "So feige war ich". Mit dem Bau eines Kinderasyls, als Ehrenmal für Kammerherr Alving, will Frau Alving nicht nur die Öffentlichkeit täuschen sondern auch sich selbst. Als das Gebäude in Flammen aufgeht wirkt dies wie eine Befreiung. Sie schöpft Mut: "jetzt kann ich alles frei heraussagen." Ebenso wie das Denkmal ihres Mannes in Schutt und aufgeht, wird auch das makellose Bild Kammerherr Alvings gestürzt "und trotzdem werden keine Ideale stürzen". Eine mutige Frau, die ihren Zeitgenossen aufgeklärt und Neuerungen gegenüber aufgeschlossen entgegentritt. Ihr Sohn erklärt denn auch: "Hältst du wirklich an dem alten Aberglauben fest, du, die sonst so aufgeklärt ist?"

Den Gegenpart zu Frau Avling bildet der Charakter Pastor Manders. Er lehnt alle Neuerungen ab und ist peinlich darauf bedacht, in gutem Lichte zu erscheinen. Ängstlich wägt er das Urteil der Menge ab und schwimmt mit dem Strom. Immer wieder betont er die Wichtigkeit pflichtgemäßen Handelns. Das Dienstmädchen Regine ermahnt er an ihre "töchterliche Pflicht". Frau Alving hält er vor: "Wie sie zuerst die Pflichten der Ehefrau versäumt haben, haben sie dann die der Mutter versäumt." Aber nach dem durch ihn verursachten Brand im Kinderasyl übernimmt er nicht die Verantwortung, sondern versteckt sich nur allzu bereit hinter Tischler Engstrand. Pastor Manders ist der angepasste, eigensüchtige Moralapostel, dem im entscheidenden Augenblick der Mut fehlt.

Osvald, der Sohn der Alvings verbrachte seine Jugendjahre als Maler in Paris. Dort lernt er die Freuden und Nöte der jungen Menschen kennen: "Ein armer junger Künstler  ein armes junges Mädchen  Es kostet viel Geld, zu heiraten. Was sollen sie also tun?" Pastor Manders wirft er die Bigotterie der "mustergültigen Ehemänner und Familienväter" vor, die sich in Paris vergnügen. Seine Verbitterung gegenüber Vater und Mutter gibt er offen zu. Seinem Vater, den er nicht kannte, verdankt er die Krankheit, die ihn zum Pflegefall werden lässt. Familien- und Lebenslügen stumpfen ihn ab. Für seine Mutter kann er keine Liebe empfinden, er betrachtet sie nur als "nützlich".

Regine, die uneheliche Tochter des Kammerherrn Alving, lebt wie ihre Mutter als Dienstmädchen im Hause der Alvings. Sie besitzt Lebensmut und ihr großer Wunsch ist der Armut zu entkommen. Sie träumt davon, mit Osvald in Paris zu leben und lernt schon fleißig Französisch. Doch Osvald will sie nur ausnutzen. Als sie von seiner unheilbarer Krankheit hört, orientiert sie sich sofort um: "Nein, ich bin nicht daran interessiert, mich hier auf dem Land für kranke Leute abzuschinden". Während ihr Lebenshunger ungestillt ist hat Osvald längst mit dem Leben abgeschlossen.

Ibsens Drama schildert uns zweierlei Gespenstern: die Gespenstern der Vergangenheit, die uns immer wieder einholen und nach der Wahrheit drängen und die Geister in uns drinnen, das "was wir von Vater und Mutter geerbt haben, das in uns herumgeistert", die alten, überkommenen Moral- und Sittenbilder. Insofern bleibt Ibsens Werk zeitlos.
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5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
In dem Stück spielen nur wenige Personen mit und dennoch sind die Verhältnisse eher verworren, so dass ich mich auf den roten Faden beschränken möchte. Die Hauptperson Frau Alving hatte lange Jahre unter ihrem Ehemann zu leiden und war als es ihr besonders schlimm erging zum Pfarrer des Ortes geflüchtet. Da Hauptman Alving aber einen hervorragenden Ruf hatte hat der Pfarrer jede Unterstützung verweigert und außerdem darauf hingewiesen, dass es die Christenpflicht der Frau ist, dem Manne untertan zu sein. Nun sind sind einige Jahre vergangen, der Hauptmann ist gestorben und in seinem Andenken wird gerade ein Seemannsheim gebaut. In der Schlüsselszene setzt Frau Alving dem Pastor auseinander, wie das Leben mit dem angesehenen Hauptmann Alving wirklich war und dass letztlich gerade sein Aufruf zur Pflichterfüllung für sie der Grund dafür war die vorgefertigten Antworten von Gesellschaft und Glaube zu hinterfragen.

"Nicht nur das, was wir von Vater und Mutter geerbt haben geht in uns um. Es sind alle erdenklichen alten, toten Ansichten und allerhand toter Glaube und so weiter. Es lebt nicht in uns, aber es sitzt uns trotzdem im Blut und wir können es nicht los werden. ... Als Sie mich in das hineinzwangen, was Sie Pflicht und Schuldigkeit nannten, als sie als recht und richtig priesen wogegen sich meine ganze Seele auflehnte, wie gegen etwas Grauenhaftes, damals machte ich mich daran, Ihre Lehren an den Nähten zu prüfen. Nur an einem einzigen Knoten wollte ich zupfen, als ich den aber auf hatte, da gab die ganze Geschichte nach und da merkte ich dass es nur eine Maschinennaht war."

"Die Gespenster" sind eine Weiterführung der Gesellschaftskritik aus "Nora" und gehen über den Emanzipations-Gedanken in Nora hinaus, indem sie grundsätzlich die Konventionen der Gesellschaft und das festgefügte Regelwerk des christlichen Glaubens in Frage stellen.

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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Eikem
Format:Taschenbuch
Am Ende sind sie immer da, wo man sie nicht erwartet - diese Gespenster, dreckige Überraschungen, die in besten Familien hausieren und keiner haben will. Aber sie kommen.

Eine Mutter hat mit den vergangenen Sünden ihres verstorbenen Ehemannes, der Liebe des Sohnes zu seiner Schwester und den Folgen zu kämpfen. Ablass schafft da auch nicht das Führen eines Kinderheims.

Ibsen spricht hier, in seinem damals für Aufsehen erregenden Werk, von Geschlechtskrankheiten, Inzucht und anderen Sünden der Allgemeinheit und rächt sich an dem heuchlerischen Verhalten des Gutbürgertums, das eine heile, anständige Welt vortäuschen will, im Keller aber die Leichen stapelt.

Der Inhalt des Buches ist nicht wirklich fesselnd, trotzdem müssen Schüler, die dieses Werk aufgrund seines gesellschaftskritischen Inhalts oft lesen müssen, nicht fürchten. Der Schreibstil ist einfach und ein Folgen des Handlungsstranges ist somit möglich.
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