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Buchnotiz zu : Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.03.2004
Heinz Ludwig Arnold stellt das neu aufgelegte schmale Oeuvre des ältesten expressionistischen Schriftstellers vor, der jedoch nie ganz dazugehört hat, sondern eher ein Einzelgänger war, wie Arnold erläutert. Ferdinand Hardekopf, Jahrgang 1876, ging 1899 nach Berlin unter die Feuilletonisten, wo er sich mit Literatur- und Theaterkritiken (u.a. für die "Schaubühne", die spätere "Weltbühne") durchschlug und sich um 1910 den Vorläufern des Expressionismus anschloss. Während des Ersten Weltkrieges verweigerte er den Kriegsdienst und zog in die Schweiz, Ende der 20er Jahre wiederum ließ er sich in Frankreich nieder, wo er als literarischer Übersetzer arbeitete, bis ihn die Nationalsozialisten inhaftierten. Hardekopfs literarisches Werk passt auf gerade mal 120 Seiten, berichtet Arnold, und stammt überwiegend aus den 10er und frühen 20er Jahren; kleine dialogische Stückchen und Gedichte, die Arnold heute wie ein Konzentrat expressionistischer Dichtung anmuten: expressionistisch geschrieben, aber intellektuell durchgeformt, so Arnold. Ein expressiver Urschrei werde bei Hardekopf nie laut, alles sei knapp, beispielhaft und "eben nicht unmittelbar", heute mehr Dokument als Dichtung, erklärt der Rezensent und verweist auf den lesenswerten Essay des Herausgebers Winfried Schoeller, der Leben und Werk von Hardekopf für diese Neuausgabe erschlossen hat.
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Kurzbeschreibung
Hermann Hesse hielt Ferdinand Hardekopf "für einen der feinfühligsten und gewissenhaftesten Stilisten", und Kurt Tucholsky schwärmte:" ... mit welcher Leichtigkeit, welcher Anmut, welch fächelnder Ironie waren Literatur, Berlin, Menschen, Reisen und Kunst dargestellt, hingehaucht, zu Pastellen verzaubert."
Ferdinand Hardekopf, der "heimliche König des Expressionismus" (Paul Raabe) veröffentlichte zu Lebzeiten seine Dichtungen in drei Buchausgaben:"Der Abend" (1913), "Lesestücke" (1916) und "Privatgedichte" (1921). Nun sind sie hier komplett in einem Band versammelt.
In seinem Nchwort porträtiert der Herausgeber Wilfried F. Schoeller den Dichter, dessen poetisches Werk er als "fortgesetzte Übung in Schwerelosigkeit" charakterisiert, ebenso wie den Übersetzer Ferdinand Hardekopf.