Keine Psychoanalyse sondern der nüchterne Bericht einer guten Beobachterin. Das Buch könnte auch ein Gemälde oder besser der schön gefilmte Alltag in einer psychatrischen Abteilung sein. Kein Gegenstand in dieser Abteilung bleibt unbeschrieben, ob es das Haar der Frauen oder der Kamm ist, alles wird akribisch genau zusammengetragen und zu einem pastellenem Gemälde verarbeitet. Pastelle Töne, blaues Meer, lichtdurchflutete Räume. Schön und nicht schön. Schön wird auch das beschrieben, was eigentlich nicht schön ist. Anfangs die statische Szenerie der klinischen Psychatrie, entlang an metaphernreichen, pitoresken Beschreibungen, kurzen Ausblicken auf eine neuseeländische Landschaft, die hineingepfuscht mit nichtausgewaschenem Pinsel mitten im Klinikgemälde entstehen. Still bleibt dem Leser das Herz stehen, wenn es plötzlich heißt: "Sie bekommt morgen Elektroschocks!" Eine Welt aus Nachthemden und Morgenröcken (Alle ohne Unterhosen!) Später bekommen auch die beteiligten Personen Konturen, auch die Ich-Erzählerin, Ärzte und Patienten. Bei aller Mühe lohnt es sich sehr, das Buch bis zu Ende zu lesen. Man sieht gebannt auf das Talent der Schreiberin, das ihr bis dato unerkannt, neben ihre schwere Psychose in die Wiege gelegt wurde.