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Die Gesetze der Nachahmung (suhrkamp taschenbuch wissenschaft)
 
 
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Die Gesetze der Nachahmung (suhrkamp taschenbuch wissenschaft) [Taschenbuch]

Gabriel Tarde , Jadja Wolf
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Die Gesetze der Nachahmung (suhrkamp taschenbuch wissenschaft) + Monadologie und Soziologie (suhrkamp taschenbuch wissenschaft) + Soziologie der Nachahmung und des Begehrens: Materialien zu Gabriel Tarde (suhrkamp taschenbuch wissenschaft)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 400 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 1 (8. Dezember 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518294830
  • ISBN-13: 978-3518294833
  • Originaltitel: Les lois de l`imitation, 1890
  • Größe und/oder Gewicht: 17,6 x 10,8 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 268.493 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Gabriel de Tarde
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Produktbeschreibungen

Perlentaucher.de

Buchnotiz zu : Frankfurter Rundschau, 28.06.2003
Gesellschaftliches Leben beruht auf Nachahmung - ein nach Ansicht von Franziska Meier nicht unrichtiger, wenn auch nicht besonders origineller Gedanke. Der französische Soziologe Gabriel de Tarde allerdings hetze diesen Gedanke in seinem erstmals 1890 erschienenen Werk "Die Gesetze der Nachahmung" durch "falsche Ausweitung zu Tode", konstatiert Meier mit einem Wort von Karl Jaspers. Wie sie ausführt, versteht de Tarde die Nachahmung als Gesetz des gesellschaftlichen Lebens überhaupt, was er an zahlreichen Beispielen aus allen Kulturen und Epochen demonstriere. Unter dem Eindruck des aufkommenden Sozialismus habe de Tarde etwa prognostiziert, "dass aufgrund der Nachahmung die unteren Schichten den oberen immer ähnlicher würden", schreibt Meier. Auch die Emanzipation der Frau erkläre er als Folge des Drangs zur Nachahmung der sozial Überlegenen, hier der Männer. Die Rezensentin hält es da mit Hannah Arendt, die sie mit folgender Einschätzung zitiert: "Das Schlimmste (an solchen Theorien) ist, dass, ganz gleich, welches Kategoriensystem man anlegt, es immer stimmt, weil man ja, wie beim Kochen, nichts anderes rausnehmen kann, als man hineingegeben hat."

© Perlentaucher Medien GmbH
Buchnotiz zu : Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.09.2003
Diese soziologisch-programmatische Schrift ist, wie wir von Rezensent Hartmann Tyrell erfahren, berühmt. Ihr Autor, Gabriel de Tarde, war ein großer Widersacher Emile Durkheims, und ein Gründervater der modernen Soziologie. Das Buch erschien Tyrell zufolge im französischen Original schon1890 und liegt erst jetzt zum ersten Mal in deutscher Übersetzung vor. Der Rezensent schreibt die späte Übersetzung den lange gültigen soziologischen Grundsätzen Durkheims und der Tatsache zu, dass diese in letzter Zeit ins Wanken gerieten. Auch der Kampf um die Soziologie und ihre Grenzen sei in jüngster Zeit neu entflammt. "Kommt alle Ehre nun de Tarde zu?" fragt der Rezensent und diskutiert ausführlich die Thesen des Buches, dessen Grundargument darin besteht, dass sich die Gesellschaft in einer unendlichen Vielzahl sozial aneinander anschließender Akte des Imitierens herstellen würde. De Tarde illustriert, lesen wir, diesen Grundgedanken auf den verschiedensten gesellschaftlichen Gebieten. Der Rezensent mag seiner Argumentation dabei nicht immer folgen und sieht auch Durkheims zeitgenössische de-Tarde-Kritik immer noch ein, die besagt, dass der Nachahmungsbegriff von de Tardes Theorie gelegentlich überfordert wird.

© Perlentaucher Medien GmbH
-- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Pressestimmen

»Es herrscht ›Tardomanie‹ - sie gilt dem Großvater der poststrukturalischen Philosophie.«

(Martin Stempfhuber Süddeutsche Zeitung )


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
18 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von noolog
Format:Gebundene Ausgabe
Zunächst interessiert de Tarde natürlich, weil allein seine Existenz bzw. sein plötzliches (Wieder-)Erscheinen der etablierten theoretischen Soziologie einen Schatten an die Seite stellt, der aus ihrer Frühzeit stammt: wie sähe sie aus, wenn de Tarde nicht vergessen - oder verdrängt? - worden wäre? Aber gerade die Toten, die wir zu schnell und zu tief vergraben, kehren mit Sicherheit wieder, schreibt Deleuze. Und eben diese Karriere wäre den „Gesetzen der Nachahmung" äusserst angemessen.

Die Gesetze der Nachahmung haben dementsprechend bisher eher eine klandestine Wirkungsgeschichte. Das Vorwort sollte zunächst Peter Sloterdijk schreiben, findet sich nun aber doch nicht in dem Band. Henri Bergson bestätigte De Tarde einen gewaltigen Einfluss auf sein Werk, hat ihn aber auch nicht vor nachherigem Vergessen bewahren können. Gilles Deleuze hat in Frankreich vor allem mit "Differenz und Wiederholung" und gemeinsam mit Felix Guattari in "Tausend Plateaus" die Gedanken De Tardes aufgenommen und popularisiert. Zuletzt finden sich sich nun in Sloterdijks "Sphären" zahlreiche auch explizite Hinweise auf den Einfluss dieses Denkers. Durchweg Philosophen.

Das Buch durchquert souverän Geschichte, Kulturen, Handel, Religion, Recht (de Tarde war selbst Jurist) - und schreibt doch nur über den einen Begriff: Nachahmung. Dieser scheint allerdings bei seinen heutigen Rezensenten eher als "Imitation" angekommen zu sein, der man zusätzlich noch ein wertendes Element an die Seite stellt: sie ist schlecht, niedrig, und bedeutet so etwas wie "nachäffen". Das allerdings ist hineingelesen, denn de Tarde definiert seine Begriffe: Nachahmung ist bewusst oder unbewusst, und das Nachahmende steht dem Nachgeahmten nicht nach. Vielmehr zeigt er, dass Nachahmung ein Entwicklungsgesetz ist, dass sich Sprachen, Dialekte, Fertigkeiten, Sitten, Krankheiten etc nicht anders als durch Nachahmung verbreiten, in Zeit (Geschichte) und Raum (zB Rechtsgepflogenheiten, die sich entlang von Flussverläufen verbreiten). Jedes Befolgen eines Gesetzes wiederholt dieses, ahmt es nach. Hier wird ersichtlich, warum das Buch so bedeutsam für den heutigen theoretischen Diskurs ist: De Tarde spricht in ihm bereits deutlich aus, was nach ihm und auch heute bei vielen Denkern im Begriff der Wiederholung wiederkehrt. So in der Psychoanalyse (Wiederholungszwang), Wiederholung in der Sprache (das sprachliche Zeichen, der Signifikant), Wiederholungsschemata in der Literatur, Kunstwerk und Reproduktion - aber auch die damit zusammenhängenden Differenzen (Deleuze, Differenz und Wiederholung): verschiedene Nachahmungen führen nicht zu gleichen Ergebnissen.

Dabei hat der Autor immer auch den Leser der Zukunft im Auge, denn seine von kritischen Rezensenten angerügten Prognosen (zB Zukunft des Sozialismus) sind eigentlich eher Dialoge mit dem Leser, der die Entwicklung nach Abfassung der Schrift besser kennt. Er fragt uns zB nach der Zukunft Europas in einer großen Konföderation. Das macht das Lesen zum Dialog und ist stilistisch - wie das ganze Buch - sehr raffiniert.

Das Werk ist bisher eher kritisch, oftmals unsachlich und vor allem mit anti-philosophischer Ungeduld aufgenommen worden: Es sei unwissenschaftlich, übertreibe den Nachahmungs-Gedanken und wirke kontra-intuitiv (Nachahmung der Männer durch Frauen, Nachahmung der verschiedenen Gesellschaftsschichten etc). All das stimmt irgendwie, wenn man Wert auf diese Kritikpunkte legt, und das Buch ist insofern leicht angreifbar - so sind viele naturwissenschaftliche Beispiele (zB zur Evolution) heute so nicht haltbar. Aber vielleicht lohnt es sich ja, dieser neuen Stimme aus der Vergangenheit erst einmal zuzuhören, bevor man ihr ins Wort fällt. Die Themen sind hochaktuell: De Tarde zeigt die Antinomien von Rassenideen auf, er entlarvt hinter den Überzeugungen und selbst hinter der einfachen Wahrnehmung unreflektierte Dogmen, zudem benutzt er Begrifflichkeiten, die ihrer Zeit weit voraus waren, und uns heute etwas sagen: Relikt, Simulakrum, Simulation; Kopie und Modell; Gruppen und Serien; Entwicklung, Wiederholung und Variation; bewusst, unbewusst. Nicht zuletzt hat er sein Schicksal, trotz seines damaligen Ruhmes irgendwie nicht gut aufgenommen zu werden, im Vorwort bereits vorausgesehen. Das versteht man nach der Lektüre nicht mehr.

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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von C. Scherf
Format:Taschenbuch
"Die Gesetze der Nachahmung" - endlich als Taschenbuch erschienen - habe ich von der ersten bis zur letzten Seite mit Interesse gelesen. Tarde nimmt seinen Leser mit auf eine Reise durch die frühe Soziologie im Frankreich des späten 19. Jahrhunderts. Vieles von dem wirkt heute antiquiert (etwa Geschlechterfragen und Wissenschaftsvergleiche). Manches kommt jedoch verblüffend aktuell daher. Hieraus bezieht das Buch einen Reiz und Glanz, der es über seine Zeit hinaus lesenswert macht. So beschreibt Tarde, besonders in den letzten Teilen des Buches, eine Welt, in der vererbte Traditionen und lokale Gebräuche durch eine grenzüberschreitende Mode und Moral abgelöst werden. Damit meint er weit mehr als die Kleiderordnung. Ausgelöst durch eine gegenseitige Orientierung und befördert durch moderne Verkehrs- und Kommunikationstechnik, wie Tarde betont, überschreiten Handlungsmuster ganze Kontinente. Die Welt wird zum Dorf, in dem sich Menschen aneinander ausrichten, so wie vor Urzeiten am Sippenältesten oder den Göttern der Vorfahren. Von der Nachahmung im Nahbereich bis zu der Mode der Moderne: Tarde beschreibt diesen monumentalen Weltenwandel so eindringlich, wie es vor ihm vielleicht nur Marx und Engels im berühmten "Manifest" taten, als sie das Aufkommen des Weltmarktes vorwegnahmen.
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