Ein spannender Roman, in dem es augescheinschlich nur um einen "einfachen Mord" an einen TV-Journalisten zu gehen scheint. Dass das Motiv für diesen Mord am Ende ein unglaublicher Skandal um Tschernobyl und seine Folgen sein wird ist, wird fast zu Nebensache, denn die düster, melancholischen Geschichten um die Aufklärung des Mordes herum, dominieren zu weiten Teilen das Buch. Und genau das macht es so lesenswert: der Kampf mit Lebensmittelknappheit und Korruption in einem Land, das seine sowjetische Vergangenheit noch nicht los ist, aber die neue Freiheit auch noch nicht leben kann. Und stellenweise wird es sogar fast ein wenig aberwitzig, wenn die Polizei sich überlegt, wie sie an Benzin für die Autos zur Verbrechensverfolgung kommt.
Äußerst lesenswert mit einem überzeugenden Hauptdarsteller und sich sehr zurücknehmendem Erzähler.