...ich will seine verdammte Hilfe!" Sal(Ethan Hawke) ist am Ende, als er diesen Satz bei der Beichte herausschreit. Der Cop einer New Yorker Spezialeinheit für Festnahmen im Drogenmilieu hat einen Menschen getötet. Nicht aus Notwehr oder im Dienst, sondern schlichtweg um an Geld zu kommen. Sals Frau Angie ist mit Zwillingen schwanger, und krank, da das Haus in dem die Familie wohnt, mit Schimmelpilzen belastet ist. Zudem haben Sal und Angie schon drei Kinder. Ein neues Haus muss her und Sal weiß nicht, woher er das Geld nehmen soll. So macht er sich auf den Weg, um Drogengeld zu finden, mit dem er das Leben seiner Familie verändern kann.
Eddie Dugan(Richard Gere) hat noch 7 Tage Polizeidienst vor sich. 22 Jahre lang hat er in Brooklyn seine Knochen hingehalten. Eddie ist desillusioniert, trinkt zuviel, lebt allein und besucht ab und zu eine junge Prostituierte. Er will nur noch raus aus dem Job, mehr nicht. Da wird ihm für die letzten Tage ein Rookie zugeteilt, den er einweisen soll. Der junge Cop, der von den Marines umgesattelt ist, kommt mit Eddi nicht klar. Für ihn ist der alte Cop ein Feigling. Eddie ist das egal. So verschwindet der junge Polizeianwärter zu einem anderen Ausbilder und Eddie erhält Ersatz. Bei einem eigentlich unspektakulären Einsatz in einem Markt, kommt es dann fast zur Katastrophe mit Eddies Schützling. Eddie macht sich Vorwürfe und geht kurze Zeit später in Pension. Aber er kann den Cop nicht aus den Kleidern schütteln, egal wie sehr er sich das auch einbildet. So findet er sich ein paar Tage später in einer Situation wieder, die er im Dienst immer wieder gemieden hat...
Tango(Don Cheadle) arbeitet Undercover für die New Yorker Polizei. Dafür hat er sich sogar in den Knast einliefern lassen. Dort lernte er die Unterweltgröße Caz(Wesley Snipes) kennen. Caz rettete Tango im Knast das Leben, das kann der New Yorker Polizist nicht vergessen. Wieder draußen, lebt der Kontakt zu Caz wieder auf und Tango sitzt mittendrin in der New Yorker Drogenmafia. Dort soll er der Polizei zu Festnahmen verhelfen. Als Belohnung winkt ihm ein Schreibtischjob und eine Beförderung. Nur noch einen Deal soll Tango einfädeln, dann ist ihm die ruhige Zukunft sicher. Er soll Caz ans Messer liefern. Doch genau mit diesem Job fangen Tangos Probleme an...
Drei Einzelschicksale mitten in der Welt der Cops von Brooklyn. So unterschiedlich wie man sich das nur vorstellen kann und doch irgendwie miteinander verbandelt. Antoine Fuqua hat mit -Gesetz der Straße- einen harten, und doch gefühlvollen Film produziert. Der Film lebt in erster Linie von drei herausragenden Hauptdarstellern. Die Story haben wir so, oder so ähnlich, schon ein Dutzendmal gesehen. Fuquas Besetzungsliste und seine ruhigen, kreativen Kamerafahrten machen den Film dennoch zu einem Erlebnis. Unterlegt mit Old-School-Filmmusik bringt uns Fuquas Kamera direkt ins Herz von Brooklyn. Wie dort Sal, Eddie und Tango auf der Suche nach ihrem Glück unterwegs sind, das ist so spannend wie tragisch zu beobachten. Fuqua braucht ein wenig, um in die Erzählspur zu gleiten. Aber dann nimmt einen -Gesetz der Straße- unwiderstehlich mit und steuert auf einen Showdown zu, der zum Besten gehört, was ich in den letzten Jahren am Ende eines Copfilms gesehen habe.
Zu den Hauptrollen des Films: Don Cheadle spielt seinen Tango zerrissen und überzeugt zugleich. Ethan Hawke ist genau der Schauspieler, den man braucht, um einen Sal, der zwischen der Liebe zu seiner Familie und dem Wahnsinn der Versagensängste hin und herdriftet, darzustellen. Richard Gere erhält von mir für seinen Eddi Dugan die Eins mit Sternchen. Gere kann alles spielen...wenn man ihn lässt. Egal ob es der nette Professor Wilson in -Hachiko- oder der knallharte Bewährungshelfer Babbage in -The Flock- ist. Gere wird oft unterschätzt. In Fuquas Film kann er wieder einmal zeigen, was in ihm steckt.
In den Nebenrollen des Films glänzen vor allem Wesley Snipes und Brian F.O'Byrne. Ellen Barkin wurde mit dem einzig wirklich schwachen Charkater des Streifens besetzt. Ihre Klasse kann dieser schwarz-weiß plakativen Karikatur einer führenden Polizistin leider auch kein Leben einhauchen.
-Gesetz der Straße- ist spannendes, unterhaltsames Kino mit einem Schuß Tiefgang. Antoine Fuqua hat einen Film produziert, der sein Publikum finden wird. Wenn Tango zu seinem Boss sagt: "Ich will mein Leben zurück", dann weiß man, worum es geht. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Absolut empfehlenswert!