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Geschlossene Gesellschaft: Stück in einem Akt: Stück in einem Akt. (Gesammelte Werke in Einzelausgaben, Theaterstücke 3)
 
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Geschlossene Gesellschaft: Stück in einem Akt: Stück in einem Akt. (Gesammelte Werke in Einzelausgaben, Theaterstücke 3) [Taschenbuch]

Jean-Paul Sartre , Traugott König
4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (25 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 80 Seiten
  • Verlag: rororo; Auflage: 49 (5. Juni 1986)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499157691
  • ISBN-13: 978-3499157691
  • Größe und/oder Gewicht: 19,4 x 11,4 x 0,9 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (25 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 4.615 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Geschlossene Gesellschaft Stück in einem Akt. Gesammelte Werke in Einzelausgaben, Theaterstücke 3. Tb

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
49 von 50 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Dichtung&Kritik TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
"Die Hoelle - das sind die anderen." - so sagt es Sartre. Damit aber moechte er zwischenmenschliche Beziehungen nicht a priori verdammen, es geht ihm hierbei vielmehr um etwas anderes: Fuer Sartre ist der Mensch sowohl Transzendenz (also die Summe all seiner Wuensche und Traeume, seiner Meinungen, des guten Willens) als auch Faktizitaet (das, was der Mensch nach aussen darstellt, die Taten, die er vollbringt).
So lange niemand den Menschen beobachtet, kann dieser sich etwas vormachen: Ich moechte ja gerne mutig sein, ich moechte mich gerne fuer andere engagieren, ich bin ja eigentlich ein mutiger Freiheitsheld....
Sobald aber der Betrachter, der andere, dazukommt, erstarrt der Mensch in des andern Augen zur Faktizitaet, zu dem puren Aussenbild, der Mensch WIRD zu seinen Taten. Der Blick des anderen reduziert den Menschen auf dessen Taten und nimmt ihm seine Transzendenz.

Und den Konflikt zwischen dem, was wir gerne sein moechten, und dem, was wir nach Sartre aber schliesslich SIND, naemlich unsere pure Faktizitaet ("Der Mensch ist nichts als seine Taten", so Sartre), diesen Konflikt stellt er in der "Geschlossenen Gesellschaft" dar.

Dort naemlich treffen drei Menschen in einem Zimmer aufeinander. Langsam stellt sich heraus, dass sie alle drei bereits gestorben sind, wobei sie die Umstaende und Gruende dafuer einander zunaechst nicht erzaehlen wollen, ebensowenig wie sie aus ihrem Leben erzaehlen. Jeder gibt vor, das gewesen zu sein, was er hat sein wollen; die muehsam auferhaltenen Fassaden beginnen jedoch bald zu broeckeln. Unter dem Blick, den die andern schliesslich auf die entbloessten Leben werfen koennen, wird jeder von ihnen auf unterschiedliche Weise leiden. Dies, so Sartre, ist die einzig existente Hoelle: dass wir eine Kluft entstehen lassen zwischen unserer Transzendenz und unseren Taten. Wer tut, was er vorhat, der - nach Sartre - hat keine Hoelle zu fuerchten.

Die auftretenden Personen sprechen Sartres Philosophie sehr direkt aus. Ich finde dennoch, dass man das Stueck sowohl als gelungenes Drama, als Theaterstueck, lesen kann, wie aber auch als sehr direkte Einfuehrung in Sartres Gedankenwelt. In jedem Fall ist dieses Stueck sehr lesenswert.

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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Michael Dienstbier TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
In seinem philosophischen Hauptwerk Das Sein und das Nichts: Versuch einer phänomenologischen Ontologie. (Gesammelte Werke in Einzelausgaben / Philosophische Schriften, 3) (1943) schrieb Jean-Paul Sartre: "Wahrnehmen ist nämlich anblicken, und einen Blick erfassen ist nicht ein Blick-Objekt in der Welt erfassen [...], sondern Bewusstsein davon erlangen, erblickt zu werden. Der Blick, den die Augen manifestieren, von welcher Art sie auch sein mögen, ist reiner Verweis auf mich selbst. Was ich unmittelbar erfasse, wenn ich die Zweige hinter mit knacken höre, ist nicht, daß jemand da ist, sondern daß ich verletzlich bin, daß ich einen Körper habe, der verwundet werden kann, daß ich einen Platz einnehme und daß ich in keinem Fall aus dem Raum entkommen kann, wo ich wehrlos bin, kurz, dass ich gesehen werde" (Sartre, Das Sein und das Nichts, 467). Genau dieser Aspekt steht im Zentrum des Dramas "Geschlossene Gesellschaft" welches Sartre parallel zu "Das Sein und das Nichts" verfasst hat und welches unter anderem eine praktische Umsetzung eines wichtigen Punktes seiner Philosophie darstellt.

Folgende Ausgangssituation: Drei sich unbekannte Menschen werden von einem höflichen Diener in einen Raum gesperrt. Garcin, Ines und Estella versuchen zunächst einmal herauszufinden, in was für eine merkwürdige Situation sie da hineingeschlittert sind. Schon bald dämmert dem Trio die Erkenntnis:

Ines: Es gibt keine körperliche Folter, nicht wahr? Und doch sind wir in der Hölle. Und niemand darf kommen. Niemand. Wir werden bis zum Ende allein zusammensein. Ist es das? Kurz, es fehlt hier jemand: der Folterknecht!
Garcin (halblaut): Ich weiß, ich weiß.
Ines: Ganz klar, eine Personaleinsparung. Das ist alles. Die Kunden machen die Arbeit alleine [...]. Der Folterknecht ist jeder von uns für die beiden anderen (28).

Für Sartre zeichnet sich die Hölle nicht durch körperliche Leiden, sondern vielmehr durch die Anwesenheit, die Blicke, der anderen Personen aus, da wir durch diese, wie gesagt, erst konstituiert werden und uns selbst als Individuum konstituieren. Was hat das nun für Konsequenzen?

Garcin: [...] All diesen Blicken, die mich auffressen [...] Ha! Ihr seid nur zwei? Ich dachte, ihr wäret mehr. (Er lacht) Also das ist die Hölle. Ich hätte es nie geglaubt... Wißt ihr noch: Schwefel, Scheiterhaufen, Rost... Was für Albernheiten. Ein Rost ist gar nicht nötig, die Hölle das sind die anderen (59).

"Die Hölle, das sind die anderen", dieses Bonmot hat quasi sprichwörtlichen Charakter angenommen. Sartre selbst legte allerdings Wert darauf hinzuweisen, dass nicht alle zwischenmenschlichen Beziehungen zwangsläufig in einer Hölle enden müssen. Im Nachwort stellt er klar: "In welchem Teufelskreis wir auch immer sind, ich denke, wir sind frei, ihn zu durchbrechen. Und wenn die Menschen ihn nicht durchbrechen, dann bleiben sie, wiederum aus freien Stücken, in diesem Teufelskreis. Also begeben sie sich aus freien Stücken in die Hölle" (62). Hier kommt ein weiteres zentrales Element von Sartres Philosophie zum Ausdruck, welchem er in "Das Sein und das Nichts" folgende unvergessliche Formulierung gegeben hat: "[D]er Mensch ist zur Freiheit verurteilt" (Sartre, Das Sein und das Nichts, 838).

Fazit: Große Philosophie, große Literatur! Existentialisten wie Sartre und Camus haben es wie kein anderer verstanden, ihre Philosophie packend und verständlich zu fiktionalisieren. Was bleibt, ist eine faszinierende Lektüre, in der eine gesamte Weltanschauung verkörpert ist.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Der wahre Mensch! 24. Januar 2003
Von "jf001"
Format:Taschenbuch
Sartre zeigt in seinem Drama, in aufschlussreicher Weise, das wahre Wesen des Menschen. Nicht das Herdentier wird beschrieben sondern der Mensch der an der erzwungenen Gesellschaft mit unbekannten zu Grunde geht. Wer den Existenzialismus mag und etwa das absurde Theater wie Becketts "Warten auf Godot" nicht abstoßend findet wird hier zum Nachdenken angeregt und erfähr vielleicht auch eine Erklärung für die Frage: "Warum bin ich lieber allein?".
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Die neuesten Kundenrezensionen
Für Literaturinteressierte recht interessant und witzig zu lesen
Ich habe mir das Buch wegen meines Romanistikstudiums mehr oder weniger freiwillig gekauft ;-) aber ich muss sagen, dass es mir sehr gefallen hat. Lesen Sie weiter...
Vor 3 Monaten von Isa veröffentlicht
Geschlossene Gesellschaft- Sartre
Die Ware kam pünktlich, ist in einem sehr guten Zustand und alles hat sehr gut funktioniert! Merci beaucoup und ich hoffe weiterhin so gute Erfahrenugn zu machen!!! :)
Vor 8 Monaten von MademoiselleDoro veröffentlicht
Großes Thema, aber viel zu kurz
Zum Thema muss ich wohl nichts mehr hinzufügen; Das wurde ja bereits ausführlich von meinen Vorgängern umschrieben. Lesen Sie weiter...
Vor 22 Monaten von hoopsi veröffentlicht
In einem Zimmer
Es gibt Stücke, die sind so zum Selbstläufer geworden, dass sie sich auf einen Satz reduzierten lassen: Die Hölle, das sind die anderen. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 14. Juli 2008 von Polar
"Sei dir immer treu." (Shakespeare)
"Man muss den Menschen nach seinem Eigenwert beurteilen, nicht nach seiner Aufmachung. [...]
Wie steht's mit seiner Seele? [... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 17. Mai 2008 von kpoac
Bin sozusagen begeistert
Mein erstes Buch von Sartre hat mir einen schönen Samstag-Leseabend beschert.
Kurzes Lesevergnügen, aber man kann sich davon viel für später mitnehmen, wer... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 24. September 2007 von Christian Beran
wow.
Ich bin eigentlich nicht so der riesen-Schinken-Leser. Nicht, weil ich zu faul wär, sondern eher, weil ich die Prägnanz der Wörter schätze. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 27. August 2007 von W. Müller
Eine andere Vorstellung von Hölle als glühende Zangen und...
Wer stellt sich schon das Jenseits, geschweige denn die Hölle, als altmodisches Wohnzimmer mit Canapé in einem seltsamen Hotel ohne Ausgang vor? Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 15. August 2007 von Michael Weber
Täuschung und Selbsttäuschung werden zur Hölle...
In diesem dramaturgisch perfekt aufgebauten Stück manifestiert sich eine der Hauptthesen der Philosophie Jean-Paul Sartres: Unaufrichtigkeit und Selbsttäuschungen haben... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 24. Juli 2007 von M. C. Kepling
Gute Idee, tolle Umsetzung
Zwei Frauen und ein Mann finden sich nach ihrem Tode in einem abgeriegelten Raum wieder, in dem sie die Ewigkeit zusammen verbringen müssen. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 13. Dezember 2006 von Brond
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