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Geschlecht: Wider die Natürlichkeit
 
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Geschlecht: Wider die Natürlichkeit [Broschiert]

Heinz-Jürgen Voß
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

Dagegen belegt Voß durch ebenso sorgfältige wie umfangreiche Quellenarbeit, dass Laqueurs These historisch unhaltbar ist, und diskutiert zugleich den aktuellen Forschungsstand aus Systembiologie und Epigenetik, nach dem sowohl eine Vielzahl von Geschlechtern denkbar ist als auch – dass es „Geschlecht“ letztlich gar nicht gibt. Die damit eröffnete Möglichkeit, „eine gesellschaftliche Utopie von Geschlecht zu entwickeln“, verführt Voß aber nicht dazu, im bei bürgerlichen Jung-Intellektuellen so beliebten „Gender-Diskurs“ einen Ersatz für den notwenigen Kampf um eine gerechte Gesellschaftsordnung zu sehen – weiß er doch, dass der gemachte Geschlechtsunterschied, etwa bei der hierzulande besonders krass ungleichen Entlohnung von Männern und Frauen, nur allzu real ist. --Salih Alexander Wolter, red & queer, 19/2011

Eine lesenswerte und sehr zugängliche Kampfansage an die Zweigeschlechterordnung. --Katrin Kämpf, L.MAG, März/April 2011

Zum einen ein toller Einstieg für die Auseinandersetzung mit dem biologisch-medizinischen Diskurs, der in der Diskussion um die Kritik der Heteronormativität immer wichtiger werden wird [...]. Zum anderen auch eine gelungene integrierende Arbeit: Die Intersektionalität verschiedener Unterdrückungsmechanismen wird im Buch immer wieder hervorgehoben, die Lebensumstände in ihrer Gesamtheit und ihrem Zusammenspiel als verantwortlich für die gesellschaftliche Stellung einer Person hervorgehoben. [...] ein empfehlenswertes Bändchen der theorie-org-Reihe, über das es sich zu unterhalten gilt! --maedchenblog.blogsport.de, 24. März 2011

Das Buch ist in sehr verständlicher und angenehm zu lesender Sprache verfasst. --maedchenblog.blogsport.de, 24. März 2011

Zum einen ein toller Einstieg für die Auseinandersetzung mit dem biologisch-medizinischen Diskurs, der in der Diskussion um die Kritik der Heteronormativität immer wichtiger werden wird [...]. Zum anderen auch eine gelungene integrierende Arbeit: Die Intersektionalität verschiedener Unterdrückungsmechanismen wird im Buch immer wieder hervorgehoben, die Lebensumstände in ihrer Gesamtheit und ihrem Zusammenspiel als verantwortlich für die gesellschaftliche Stellung einer Person hervorgehoben. [...] ein empfehlenswertes Bändchen der theorie-org-Reihe, über das es sich zu unterhalten gilt! --maedchenblog.blogsport.de, 24. März 2011

Dieses Büchlein ist vieles in einem: Es dient als schnelle Theorie-Übersicht zu Butler und Co, bringt einige spannende Gedanken zu biologischen Thesen oder Nicht-Thesen und stellt aktuelle Diskursströme dar - eine ganze Menge für so ein kleines Buch. Das Schöne: Es bleibt sehr lesbar und bietet für wissenschaftlich Interessierte einen tollen Einstieg! --Didine van der Platenvlotbrug, Hugs and Kisses, 7 (April 2011)

Mensch kann ja zur Sicherheit das schwarz-pinke Büchlein in die Hosentasche stecken, um für Diskussionen aller Art (...) mit Argumenten und weitreichender Sicht ausgerüstet zu sein. --ladyfestgreifswald.blogsport.de, 7. Mai 2011

Voß bestreitet, dass biologische Geschlechgtertrennung vorgegeben sei. Dies ist der Ansatzpunkt für Diskussionen in der Sekundarstufe II in Philosophie-, aber auch in Politik- und Biologiekursen. Das Buch breitet eine große Fülle von Informationen aus und bietet sich für fortgeschrittene SchülerInnen und Lehrkräfte als Quelle und Hintergrundmaterial am ehesten für arbeitsteilige Arbeit (z.B. zu verschiedenen theoretischen Ansätzen, zur Auseinandersetzung aus biologischer Perspektive ...) --Bildungsserver Hessen - Unterrichtsmaterial - Online-Lernarchive, 12. Mai 2011

Das Buch ist hochinteressant und es macht Freude, einem Naturwissenschaftler in seinen Beweisführungen wider die Natürlichkeit des Geschlechts zu folgen. --Monika Jarosch, aep informationen - Feministische Zeitschrift für Politik und Gesellschaft, 2/2011

Wer bislang noch nichts von Heinz-Jürgen Voß gelesen hat, sollte dies nun unbedingt nachholen – uneingeschränkt empfohlen sei sein neuestes Buch "Geschlecht. Wider die Natürlichkeit". Waren schon seine Dissertation („Making Sex Revisited“, siehe an.schläge 06/2010) und etliche seiner Artikel (z.B. über die Komplexität von Geschlecht, über Intersexualität etc.) wegweisend, so destilliert Voß seine Erkenntnisse nun nochmals: Noch verständlicher geschrieben, noch mehr Einbettung in gesellschaftskritische Ansätze (z.B. von Karl Marx, Simone de Beauvoir) und durch einige "Exkurse" noch nachvollziehbarer. Das Buch wurde unlängst sogar vom Bildungsserver Hessen als Unterrichtsmaterial für die Sekundarstufe II empfohlen. --Bettina Enzenhofer, an.schläge – das feministische Monatsmagazin, Juli/August 2011, S.38

[A]nschaulich und gut verständlich werden antike Denkstrukturen, Humoralpathologie, Präformationslehre, Epigenetik bis hin zur modernen Genetik abgehandelt, mit den jeweiligen gesellschaftspolitischen Entwicklungen in Zusammenhang gesetzt und in ihrer zeitgenössischen Wirkungsweise beleuchtet. [...] Heinz-Jürgen Voß [ist] ein herausragendes Einführungswerk gelungen [...], kurz und gleichwohl prägnant, auch in seinen diskutablen Einschätzungen. Selbst wenn das Zielpublikum des Verlages eher auf Barrikaden denn in Hörsälen zu suchen ist, wird die Lektüre des Buches auch innerhalb von Akademien und Laboren niemandem schaden. --Prof. Dr. Florian Mildenberger, Würzburger medizinhistorische Mitteilungen, 30 (2011), S. 429-432

Kurzbeschreibung

Jahrhunderte lang wandten sich engagierte Frauen – und einige Männer – gegen die Annahme, dass Unwissenheit von Frauen und ihr Ausschluss aus Machtpositionen auf «natürliche» – vorgegebene und unabänderliche – geschlechtliche Unterschiede zurückzuführen sei. Sie kennzeichneten geschlechtliche Unterschiede als Produkt gesellschaftlicher Ungleichbehandlungen. Noch Simone de Beauvoir betonte: «Kein biologisches […] Schicksal bestimmt die Gestalt, die das weibliche Menschenwesen im Schoß der Gesellschaft annimmt.» Hinter diese Forderungen wichen Feminismen der letzten Jahrzehnte zurück. Mit der Aufspaltung in biologisches Geschlecht (engl. «sex») und gesellschaftliches Geschlecht (engl. «gender») setzten sie biologische Geschlechterdifferenzen als gegeben voraus. Aus der unterschiedlichen Biologie von «Frau» und «Mann» dürften aber keine gesellschaftlichen Ungleichbehandlungen abgeleitet werden. Das Ziel der Gleichstellung wurde so nicht erreicht. Ein Strategiewechsel ist nötig! Die Vorlage hierfür lieferte Judith Butler. Sie bezweifelte wieder «Natürlichkeit» und stellte klar, dass auch Körperlichkeit erst durch eine «Brille» gelesen wird, die durch individuelle Erfahrungen und Lernen in Gesellschaft bestimmt ist. Organe werden erst durch die Interpretation als «geschlechtlich» und durch ihre unentwegte Betonung und Wiederholung in dieser Rolle hergestellt und bestätigt. Hier lohnt es sich weiterzuarbeiten. Mit Butlers Ansatz erscheinen «Penis», «Hodensack», «Hoden» etc. noch als gesellschaftlich formulierte Bezeichnungen für tatsächlich vorhandene Organe. Als ob, wenn man «natürliche Vorgegebenheiten» liest, sich die Notwendigkeit der Bezeichnung dieser Organe und ihre weitgehend binäre Einordnung zwingend ergibt. Hier widerspricht Heinz-Jürgen Voß. Er bereitet aktuelle Ergebnisse der Biologie anschaulich auf und zeigt wie selbst sie in Richtung vieler Geschlechter weisen. Indem er an Gedanken der Entwicklung anknüpft, rückt er den Menschen selbst in den Mittelpunkt, wo bisher die Kategorie und Institution «Geschlecht» fetischisiert wurden. Von hier aus ergeben sich gesellschaftskritische Forderungen im Anschluss an Karl Marx.

Über den Autor

Heinz-Jürgen Voß (Dipl.-Biol., Dr. phil.) lehrt zu Geschlecht und Biologie an verschiedenen Universitäten. Seine Forschungsschwerpunkte sind biologische Geschlechtertheorien, Queer Theory und Queer Politics.
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