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Geschlecht: Wider die Natürlichkeit
 
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Geschlecht: Wider die Natürlichkeit [Broschiert]

Heinz-Jürgen Voß
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Broschiert: 180 Seiten
  • Verlag: Schmetterling Verlag; Auflage: 2. (2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3896576631
  • ISBN-13: 978-3896576637
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 10,8 x 1,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 78.692 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

Dagegen belegt Voß durch ebenso sorgfältige wie umfangreiche Quellenarbeit, dass Laqueurs These historisch unhaltbar ist, und diskutiert zugleich den aktuellen Forschungsstand aus Systembiologie und Epigenetik, nach dem sowohl eine Vielzahl von Geschlechtern denkbar ist als auch – dass es „Geschlecht“ letztlich gar nicht gibt. Die damit eröffnete Möglichkeit, „eine gesellschaftliche Utopie von Geschlecht zu entwickeln“, verführt Voß aber nicht dazu, im bei bürgerlichen Jung-Intellektuellen so beliebten „Gender-Diskurs“ einen Ersatz für den notwenigen Kampf um eine gerechte Gesellschaftsordnung zu sehen – weiß er doch, dass der gemachte Geschlechtsunterschied, etwa bei der hierzulande besonders krass ungleichen Entlohnung von Männern und Frauen, nur allzu real ist. --Salih Alexander Wolter, red & queer, 19/2011

Eine lesenswerte und sehr zugängliche Kampfansage an die Zweigeschlechterordnung. --Katrin Kämpf, L.MAG, März/April 2011

Zum einen ein toller Einstieg für die Auseinandersetzung mit dem biologisch-medizinischen Diskurs, der in der Diskussion um die Kritik der Heteronormativität immer wichtiger werden wird [...]. Zum anderen auch eine gelungene integrierende Arbeit: Die Intersektionalität verschiedener Unterdrückungsmechanismen wird im Buch immer wieder hervorgehoben, die Lebensumstände in ihrer Gesamtheit und ihrem Zusammenspiel als verantwortlich für die gesellschaftliche Stellung einer Person hervorgehoben. [...] ein empfehlenswertes Bändchen der theorie-org-Reihe, über das es sich zu unterhalten gilt! --maedchenblog.blogsport.de, 24. März 2011

Das Buch ist in sehr verständlicher und angenehm zu lesender Sprache verfasst. --maedchenblog.blogsport.de, 24. März 2011

Zum einen ein toller Einstieg für die Auseinandersetzung mit dem biologisch-medizinischen Diskurs, der in der Diskussion um die Kritik der Heteronormativität immer wichtiger werden wird [...]. Zum anderen auch eine gelungene integrierende Arbeit: Die Intersektionalität verschiedener Unterdrückungsmechanismen wird im Buch immer wieder hervorgehoben, die Lebensumstände in ihrer Gesamtheit und ihrem Zusammenspiel als verantwortlich für die gesellschaftliche Stellung einer Person hervorgehoben. [...] ein empfehlenswertes Bändchen der theorie-org-Reihe, über das es sich zu unterhalten gilt! --maedchenblog.blogsport.de, 24. März 2011

Dieses Büchlein ist vieles in einem: Es dient als schnelle Theorie-Übersicht zu Butler und Co, bringt einige spannende Gedanken zu biologischen Thesen oder Nicht-Thesen und stellt aktuelle Diskursströme dar - eine ganze Menge für so ein kleines Buch. Das Schöne: Es bleibt sehr lesbar und bietet für wissenschaftlich Interessierte einen tollen Einstieg! --Didine van der Platenvlotbrug, Hugs and Kisses, 7 (April 2011)

Mensch kann ja zur Sicherheit das schwarz-pinke Büchlein in die Hosentasche stecken, um für Diskussionen aller Art (...) mit Argumenten und weitreichender Sicht ausgerüstet zu sein. --ladyfestgreifswald.blogsport.de, 7. Mai 2011

Voß bestreitet, dass biologische Geschlechgtertrennung vorgegeben sei. Dies ist der Ansatzpunkt für Diskussionen in der Sekundarstufe II in Philosophie-, aber auch in Politik- und Biologiekursen. Das Buch breitet eine große Fülle von Informationen aus und bietet sich für fortgeschrittene SchülerInnen und Lehrkräfte als Quelle und Hintergrundmaterial am ehesten für arbeitsteilige Arbeit (z.B. zu verschiedenen theoretischen Ansätzen, zur Auseinandersetzung aus biologischer Perspektive ...) --Bildungsserver Hessen - Unterrichtsmaterial - Online-Lernarchive, 12. Mai 2011

Das Buch ist hochinteressant und es macht Freude, einem Naturwissenschaftler in seinen Beweisführungen wider die Natürlichkeit des Geschlechts zu folgen. --Monika Jarosch, aep informationen - Feministische Zeitschrift für Politik und Gesellschaft, 2/2011

Wer bislang noch nichts von Heinz-Jürgen Voß gelesen hat, sollte dies nun unbedingt nachholen – uneingeschränkt empfohlen sei sein neuestes Buch "Geschlecht. Wider die Natürlichkeit". Waren schon seine Dissertation („Making Sex Revisited“, siehe an.schläge 06/2010) und etliche seiner Artikel (z.B. über die Komplexität von Geschlecht, über Intersexualität etc.) wegweisend, so destilliert Voß seine Erkenntnisse nun nochmals: Noch verständlicher geschrieben, noch mehr Einbettung in gesellschaftskritische Ansätze (z.B. von Karl Marx, Simone de Beauvoir) und durch einige "Exkurse" noch nachvollziehbarer. Das Buch wurde unlängst sogar vom Bildungsserver Hessen als Unterrichtsmaterial für die Sekundarstufe II empfohlen. --Bettina Enzenhofer, an.schläge – das feministische Monatsmagazin, Juli/August 2011, S.38

[A]nschaulich und gut verständlich werden antike Denkstrukturen, Humoralpathologie, Präformationslehre, Epigenetik bis hin zur modernen Genetik abgehandelt, mit den jeweiligen gesellschaftspolitischen Entwicklungen in Zusammenhang gesetzt und in ihrer zeitgenössischen Wirkungsweise beleuchtet. [...] Heinz-Jürgen Voß [ist] ein herausragendes Einführungswerk gelungen [...], kurz und gleichwohl prägnant, auch in seinen diskutablen Einschätzungen. Selbst wenn das Zielpublikum des Verlages eher auf Barrikaden denn in Hörsälen zu suchen ist, wird die Lektüre des Buches auch innerhalb von Akademien und Laboren niemandem schaden. --Prof. Dr. Florian Mildenberger, Würzburger medizinhistorische Mitteilungen, 30 (2011), S. 429-432

Kurzbeschreibung

Jahrhunderte lang wandten sich engagierte Frauen – und einige Männer – gegen die Annahme, dass Unwissenheit von Frauen und ihr Ausschluss aus Machtpositionen auf «natürliche» – vorgegebene und unabänderliche – geschlechtliche Unterschiede zurückzuführen sei. Sie kennzeichneten geschlechtliche Unterschiede als Produkt gesellschaftlicher Ungleichbehandlungen. Noch Simone de Beauvoir betonte: «Kein biologisches […] Schicksal bestimmt die Gestalt, die das weibliche Menschenwesen im Schoß der Gesellschaft annimmt.» Hinter diese Forderungen wichen Feminismen der letzten Jahrzehnte zurück. Mit der Aufspaltung in biologisches Geschlecht (engl. «sex») und gesellschaftliches Geschlecht (engl. «gender») setzten sie biologische Geschlechterdifferenzen als gegeben voraus. Aus der unterschiedlichen Biologie von «Frau» und «Mann» dürften aber keine gesellschaftlichen Ungleichbehandlungen abgeleitet werden. Das Ziel der Gleichstellung wurde so nicht erreicht. Ein Strategiewechsel ist nötig! Die Vorlage hierfür lieferte Judith Butler. Sie bezweifelte wieder «Natürlichkeit» und stellte klar, dass auch Körperlichkeit erst durch eine «Brille» gelesen wird, die durch individuelle Erfahrungen und Lernen in Gesellschaft bestimmt ist. Organe werden erst durch die Interpretation als «geschlechtlich» und durch ihre unentwegte Betonung und Wiederholung in dieser Rolle hergestellt und bestätigt. Hier lohnt es sich weiterzuarbeiten. Mit Butlers Ansatz erscheinen «Penis», «Hodensack», «Hoden» etc. noch als gesellschaftlich formulierte Bezeichnungen für tatsächlich vorhandene Organe. Als ob, wenn man «natürliche Vorgegebenheiten» liest, sich die Notwendigkeit der Bezeichnung dieser Organe und ihre weitgehend binäre Einordnung zwingend ergibt. Hier widerspricht Heinz-Jürgen Voß. Er bereitet aktuelle Ergebnisse der Biologie anschaulich auf und zeigt wie selbst sie in Richtung vieler Geschlechter weisen. Indem er an Gedanken der Entwicklung anknüpft, rückt er den Menschen selbst in den Mittelpunkt, wo bisher die Kategorie und Institution «Geschlecht» fetischisiert wurden. Von hier aus ergeben sich gesellschaftskritische Forderungen im Anschluss an Karl Marx.

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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Wichtig, lesbar, streitbar, 4. Januar 2011
Rezension bezieht sich auf: Geschlecht: Wider die Natürlichkeit (Broschiert)
Wer sehr grundsätzlich an das Thema Geschlecht heran will, ist mit dem Buch genau richtig. Der Autor erläutert gut lesbar, wie Geschlecht gesellschaftlich hergestellt wird.

Dabei erläutert er erst das emanzipatorische Streiten von Frauen wie Christine de Pizan, Moderata Fonte und Marie le Jars de Gournay und erklärt, wie diese sich deutlich gegen die Vorstellungen wandten, dass Merkmale vorgeprägt und natürlich wären. Dass untere Stände und Frauen "von Natur aus dumm seien", war hingegen eine häufige These derjenigen, die an der herschenden Gesellschaftsordnung festhalten wollten. Argumentierten diese Frauen zunächst zu geistigen Fähigkeiten, so gab es entsprechende Argumentationen auch zu physischen und physiologischen Merkmalen. Das wird im Buch mit Bezug auf Mary Wollstonecraft, August Bebel, dem Habitus-Konzept von Pierre Bourdieu und dem Ansatz von Anne Fausto-Sterling klar. Schließlich arbeitet er mit den Theorien von Simone de Beauvoir und Karl Marx heraus, dass jeder Mensch stets - bereits von Geburt an - immer schon gesellschaftlich ist, weil er immer schon unter Menschen ist und mit ihnen kommuniziert.

In dem zweiten Teil geht er auf biologische Theorien ein. Hier beschreibt er auch zunächst historische Theorien wie Humoralbiologie, Präformationstheorien und Epigenese. Danach geht er auf die vielschichtigen Argumentationen von Charles Darwin ein, der gerade den Gebrauch von Werkzeugen, die Entwicklung von Sprache und die damit verbundene besondere Entwicklung des Gehirns beim Menschen herausgestellt habe. Anschließend kommt er zu den aktuellen biologischen Theorien. Hier erläutert er die aktuellen hormonellen und genetischen Theorien, die oft für Geschlechtsentwicklung betrachtet werden. Für Hormone zeigt er den Biosyntheseweg und die Wirkungsweise, wobei sowohl Androgene als auch Östrogene bei Frau und Mann wichtige Wirkungen erfüllten. Diese Perspektive belegt er mit den entsprechenden Biologie-Fachbüchern. Für die Genetik plädiert er dafür, dass nicht "Gene bestimmen, was passiert", sondern dass die Zelle zentral gesetzt werden muss. Dort wirken viele Faktoren und Prozesse (er zeigt Transkription, posttranskriptionale Veränderungen, Translation, posttranslationale Veränderungen). Analytisch trennt er zwischen "Fortpflanzung als Gattungseigenschaft", die für den Fortbestand der Art Mensch erforderlich ist. Sie bedeute aber nicht, dass deshalb alle oder auch nur die meisten Individuen einer Art (des Menschen) fortpflanzungsfähig sein müssten. Stattdessen könne gerade bzgl. des Genitaltraktes Variabilität vorherrschen, gerade auch weil es sich - im Gegensatz zu Herz und Leber - um keine lebenswichtigen Organe handele.

Auf dieser Basis argumentiert er, dass Prozesse und Entwicklung wichtig genommen werden müssten und dass dann viele Varianten der Geschlechtsentwicklung logisches Resultat sind, also nicht nur weiblich oder männlich. Egal wie man dazu steht, finde ich das Buch lesenswert. Es erläutert die aktuellen Ergebnisse biologischer Forschung anschaulich und gut nachvollziehbar und befähigt dazu, verschiedene Sichtweisen wahrzunehmen.
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen Grober Unfug, gefährliche Theorie, 2. November 2011
Von 
Lena Waider "Leseratte" (Wiesbaden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Geschlecht: Wider die Natürlichkeit (Broschiert)
Heinz-Jürgen Voß vertritt in seinem Buch - in Anlehnung an Judith Butler - die Auffassung, dass das biologische Geschlecht nicht natürlich ist. Die naturwissenschaftlich nicht haltbare Aussage kombiniert er zusätzlich mit dem Marxismus (12): "Wenn man Theorien der gesellschaftlichen Bestimmtheit und Eingebundenheit des Menschen, wie sie unter anderem Karl Marx und - bezüglich 'Geschlecht' - Judith Butler formulierten, konsequent weiterdenkt, muss sich auch 'Geschlecht' - und zwar auch 'biologisches Geschlecht' - als gesellschaftlich hervorgebracht erweisen und nicht als 'natürlich'". Das ist eine nette These, leider jedoch genauso albern wie die These vom Mann im Mond. Und eine gefährliche dazu, denn der krude Theorienmix war Grundlage diverser totalitärer Regimes, z. B. der Roten Khmer.

Überhaupt geht es im Buch immer wieder um die Überwindung des Patriarchats und des Kapitalismus (15): "Es muss also um ein Miteinander dieser beiden Perspektiven gehen, will man einerseits den aktuellen Bedürfnissen von Menschen Rechnung tragen (...) und andererseits am Ziel einer künftigen besseren Gesellschaft festhalten, in der patriarchalische und kapitalistische Herrschaftsverhältnisse überwunden sind." Nur ist es ja leider so, dass die Angleichung der Lebensentwürfe beider Geschlechter vor allem im Interesse der kapitalistischen Wirtschaft ist. Die wollte irgendwann nicht nur das Humankapital von Männern, sondern jegliches Humankapital. Seitdem wird das Humanvermögen geplündert und die Gesellschaft verarmt. Dank Gender. Die Theorie von Voß und Gleichgesinnten ist nämlich: "Alle Menschen sind gleich. Noch vorhandene Unterschiede sind nicht natürlich, sondern gesellschaftlich bedingt." Die Theorie der Wirtschaft ist eine andere, nämlich: "Die Menschen sind nicht gleich. Wir sind vor allem an den Geeignetsten interessiert." Die werden dann mit 60-Stunden-Wochen gebunden und an der Reproduktion gehindert, Frauen wie Männer.

Dass alle Menschen gleich sind, insbesondere auch Frauen und Männer, und dass noch vorhandene Unterschiede zwischen Frauen und Männern nicht natürlich sind, versucht Voß mit untauglichen Argumenten zu begründen (21): "Damit wird plastisch deutlich, was in den bisherigen Ausführungen mehr theoretisch erschien: Differenzen im Leistungsvermögen zwischen definierten Gruppen - hier zwischen Frauen und Männern im Spitzensport - sind gesellschaftlich bedingt." Was will er damit sagen? Dass sich alle Leistungssportlerinnen in Zukunft so viel Anabolika spritzen dürfen, bis sie das natürliche männliche Testosteron-Niveau erreicht haben? In den Endläufen dann nur noch Caster Semenyas? Oder Frauen und Männer zusammen in den Endläufen, dann aber mit Quotenregelung?

Zu belegen versucht er seine These mit der Entwicklung im Marathonlauf, wo der Unterschied zwischen den schnellsten Frauen und Männern 1964 noch bei über einer Stunde gelegen habe, nun betrage er gerade noch 10 Minuten. Also ich weiß ja nicht, aber liefen beim letzten Berlin-Marathon nicht wieder zunächst lauter Männer ein? Und welche Frau wollte sich ernsthaft mit Usain Bolt messen (außer vielleicht beim Anhimmeln)? Von den technischen Disziplinen wie Fußball oder Tennis einmal ganz zu schweigen, wo selbst die weibliche Weltspitze bei der Ballannahme noch manche Schwierigkeiten hat und, wo man immer wieder Spielsätze zu sehen bekommt, bei denen kein einziges Aufschlagspiel gewonnen wird.

Im Übrigen scheint mir die Hauptthese des Buchs ziemlich männerfeindlich und damit sexistisch zu sein. Denn wenn es - selbst in der Spitze - keine statistisch nachweisbaren natürlichen Leistungs- und Verhaltensunterschiede zwischen Frauen und Männern gibt, jedoch nur Frauen Kinder in die Welt setzen können (ein biologischer Leistungsunterschied), dann sind Männer bestenfalls minderwertige Frauen. Aber was soll's: Um Fortpflanzung geht es Autoren wie Voß sowieso nicht. Sex ist nämlich nur zum Vergnügen da. Dass Männer beim Orgasmus im Allgemeinen ihr Sperma abgeben, kann in dem Zusammenhang dann eigentlich nur ein Unfall der Natur sein.

Geradezu schlimm und dilettantisch sind die Ausführungen zur Evolutionstheorie und zu Darwin ab S. 111. Hier beruft sich Voß einerseits viel zu stark auf die Originalarbeiten Darwins (sehr lustig seine Überlegungen zu den lamarckistischen Auffassungen Darwins), andererseits lässt er durchblicken, dass er die Evolutionstheorie ohnehin nicht verstanden hat. Um es kurz zu machen: Männlich und weiblich sind evolutionäre Kategorien. Sie lassen sich nur evolutionär erklären. Voß versucht es hingegen statisch. Auf diese Weise findet er jedoch - wie konnte es auch anders sein - keine Antworten, also stellt er die biologische Geschlechterbinarität, ohne die wir Menschen bestenfalls Regenwürmer geblieben wären, generell in Frage.

Was soll man dazu sagen, außer vielleicht, dass Antibiologismus das Denken vernebelt?
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4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen WOW!, 12. Januar 2011
Rezension bezieht sich auf: Geschlecht: Wider die Natürlichkeit (Broschiert)
Toll dass Voss bei seiner bemerkenswerten Dissertation (Making Sex Revisited) noch nachlegen kann! Dieser Band hier ist nicht nur eine kurze und verständliche Einführung in die biologischen Betrachtungen. Er wendet sich zudem grundsätzlich dem mittlerweile mystischen Glauben an "Natürlichkeit" zu. Warum erklären wir Dinge so gern als "natürlich", als vorgegeben und unabänderlich, so dass wir sie unserer eigenen Handlungsmacht entziehen? Hier schlägt er einen Bogen zu Produktionsverhältnissen, bringt er innovativ und nachvollziehbar Geschlechtskritik und Kapitalismuskritik zusammen. Er regt an, die eigene wissenschaftliche Arbeit zu überdenken, so dass nicht immer nur Menschen der Mittelschicht im Blick sind - und schafft mit diesem Buch eine Basis für das weitere politische Streiten.
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