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Der Geschichtsfälscher: Holocaust und historische Wahrheit im David-Irving-Prozess
 
 
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Der Geschichtsfälscher: Holocaust und historische Wahrheit im David-Irving-Prozess [Taschenbuch]

Richard J. Evans , Udo Rennert
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 391 Seiten
  • Verlag: Campus Verlag; Auflage: 1 (22. Oktober 2001)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 359336770X
  • ISBN-13: 978-3593367705
  • Größe und/oder Gewicht: 22,3 x 14,5 x 2,9 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 461.334 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
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Richard J. Evans
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Aus der Amazon.de-Redaktion

Natürlich geht es -- trotz der Beteuerungen des Autors, dieses Buch habe die schlichte Frage zum Gegenstand, ob David Irving historische Quellen gefälscht habe oder nicht -- um mehr: Es geht um das Selbstverständnis und die Gedankenwelt dieses englischen Schriftstellers, der erst durch die Distanzierung der seriösen Historikerzunft die Märtyrerrolle annehmen konnte, welche ihn zu einem gern gesehenen Gastredner bei Veranstaltungen rechtsextremer Parteien in vielen Ländern Europas werden ließ.

Die amerikanische Historikerin Deborah Lipstadt hatte in ihrem 1993 erstmals erschienenen Buch Denying the Holocaust: The Growing Assault on Truth and Memory Irving vorgeworfen, er hätte Quellen gefälscht oder bewusst ausgeblendet, um seine Sicht der nationalsozialistischen Geschichte, vor allem die verharmlosende Beurteilung ihrer Protagonisten, abzustützen. "Die Leugnung historischer Tatsachen," so Lipstadt, "ist das Ergebnis einer politischen Voreingenommenheit und eines politischen Extremismus, die in der Welt der historischen Forschung keinen Platz haben." Irving sei "einer der gefährlichsten Wortführer der Holocaust-Leugnung." Eine seiner Thesen bestand in der Tat darin, Hitler hätte bis 1943 vom Holocaust nichts gewusst und anschließend versucht, die schlimmsten Auswüchse zu verhindern. Im darauf folgenden Verleumdungsprozess zwischen dem Ankläger Irving und der Beklagten Lipstadt fiel Richard J. Evans, Geschichtswissenschaftler an der Universität Cambridge, die Rolle eines Hauptgutachters der Verteidigung zu, wobei er sich der Frage nach der historischen Objektivität anzunehmen hatte.

Akribisch geht Evans das Thema an, am Ende steht ein über 700 Seiten umfassendes Gutachten und der eindeutige Beweis für den recht "freizügigen" Umgang Irvings mit historischem Quellenmaterial. Das Buch beruht in weiten Teilen auf dem Text des Gutachtens, was der Lesbarkeit aber keinesfalls schadet. Evans eröffnet einen profunden Einblick in die "jüdische Weltverschwörungstheorie" Irvings, in seine Selbststilisierung als Historiker-Desperado und in seinen bedenklichen Umgang mit historischen Quellen. Dieses Buch verdeutlicht eindringlich die Notwendigkeit, Geschichtsverklärung und -klitterung an den Pranger zu stellen -- und zwar nicht nur, wenn sie ideologischen Zielen dient, sondern prinzipiell. --Dr. Manfred Schwarzmeier

Pressestimmen

15.11.2001 / Die Zeit: David Irvings Untergang "Eine eindringliche Darstellung, die in vielen Punkten Klarheit schafft."
zum Artikel

01.01.2002 / Literaturen: David Irving, der Holocaust und die Methoden derìGeschichtsfälschung "Dem unaufgeregt, fast unterkühlt argumentierenden Evans gelingt zweierlei: Er macht seine Leser mit den wichtigsten Quellen zur NS-Forschung und mit den Hilfsmitteln zu deren Interpretation vertraut. Und er zeigt Schritt für Schritt, welches Schindluder Irving mit diesen Quellen treibt."

21.01.2002 / Der Tagesspiegel: Geschichtsfälscher vor Gericht "Ein Buch, das für lange Zeit ein einzigartiges Werk über die diskursive Strategie eines prominenten Geschichtsleugners sein wird."

25.03.2002 / Frankfurter Rundschau: Wahrheit mit Methode "Das anschaulich und klar geschriebene, präzise übersetzte Buch bietet die schlüssige Widerlegung eines führenden revisionistischen Autors."

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23 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Wie geht man mit historischen Dokumenten um?, 16. März 2007
Rezension bezieht sich auf: Der Geschichtsfälscher: Holocaust und historische Wahrheit im David-Irving-Prozess (Taschenbuch)
Der Hintergrund des Buches ist die Klage Irvings gegen Penguin Books und Deborah Lipstadt, bei der der Richard Evans als Gutachter auftrat und sein Gutachten nun in gestraffter Form der Öffentlichkeit zugänglich macht. Anders als oft behauptet war der Prozeß kein Versuch, Irving mundtot zu machen. Das Gegenteil war der Fall: Irving klagte, um die weitere Verbreitung von Lipstadts Buch über revisionistische Literatur zu verbieten.

Zuerst einmal sollte klargestellt werden, worum es in diesem Buch geht: Es geht um den Umgang Irvings mit den von ihm gesammelten Dokumenten und deren Präsentation und um bestimmte Behauptungen Irvings in Bezug auf die Arbeitsweise von Historikern. Dabei wird im Buch auch deutlich das positive Echo auf Irving erwähnt, ebenso wie sein Eifer und sein Fleiß beim suchen von neuen Quellen.

Das war allerdings auch schon alles Lob welches Evans Irving gönnt, denn im Laufe seiner Untersuchung muss er feststellen, daß Irving zwar akribisch Quellen sammelt und auswertet, diese in seinen Büchern aber regelmäßig und gezielt verfälscht wiedergibt. Darüberhinaus geißelt er Irvings oftmals fehlende oder falsche Quellenangaben und -kritik und seine Selbstdarstellung als "einziger Historiker, der sich die Finger schmutzig macht". Für alle diese Fälle führt er diverse Beispiele an, diese machen einen Großteil des Buches aus. Der Rest zeigt in knapper Form die korrekte Vorgehensweise bei der Verwendung von historischen Quellen, um den Leser grob die Probleme bei Irvings Vorgehensweise zu erläutern.

Inhaltlich ist das Buch gelungen und gut zu lesen, es erreicht sein Ziel. Abzüge gibt es allerdings für die sehr wissenschaftliche Schreibweise, wegen der man manche Sätze mehrfach lesen muss. Insgesamt ist es aber auch für historische Laien verständlich und für alle zu empfehlen, die sich über den korrekten und inkorrekten Umgang mit Quellen anhand eine Beispiels auseinandersetzen oder sich über die Tricks der Holocaustleugner informieren wollen.

Anders als man wegen des Titels vermuten könnte geht es in dem Buch hingegen nicht um den Prozeß an sich, wie der Autor auch gleich im Vorwort klarstellt. Wer sich für den Prozeß an sich interessiert sollte daher zu einem anderen Buch greifen.
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28 von 92 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen David Irving entlarvt, 26. Dezember 2001
Von 
Ulrich Vissering (Lippstadt) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der Geschichtsfälscher: Holocaust und historische Wahrheit im David-Irving-Prozess (Taschenbuch)
Hier wird nun endlich einmal gründlich mit der Legende aufgeräumt, David Irving sei ein Historiker. Gegen den Vorwurf ein Geschichtsfälscher und Holocaust Leugner zu sein strebte dieser britische Hitler Verehrer
einen Verleumdungsprozeß gegen die amerikanische Historikerin Deborah Lipstadt an, ......und verlor! Der Versuch, dringend erforderliche Auseinandersetzungen mit die NS- Zeit beschönigenden, verharmlosenden und verfälschenden Darstellungen zu unterbinden, war komplett gescheitert, die Freiheit der wissenschaftlichen Debatte und auch der scharfen, aber stimmigen Bloßstellung eines Pseudohistorikers war erhalten geblieben. Antisemiten und Neonazis haben eben keine wissenschaftliche Narrenfreiheit und die britische Justiz hat die freie wissenschaftliche Debatte gesichert und nicht etwa beschädigt.
Wie der Autor Richard J. Evans hier seine gutachterliche Tätigkeit und völlige Entkräftung des Irvingschen Verleumdungsvorwurfs enfaltet gehört zum spannendsten was man über historische Arbeitsmethodik und deren Mißbrauch lesen kann, zeigt aber leider auch wie leicht sich selbst renommierte Wissenschaftlicher oder Journalisten von Irving auf den Leim haben führen lassen, selbst noch nach dem Urteil.
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