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Produktinformation
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Die mit in die Texte eingeflossenen mythischen Erzählungen, assyrischen und babylonischen Epen lässt Köhlmeier ebenso zu ihrem Recht kommen wie er moderne Anspielungen und eigene Erfahrungen im Umgang mit dem Alten Testament einflicht. Mit Ironie, Esprit und großer Sympathie für die einzelnen Figuren schildert er die Geschichte der Erschaffung Adams, einem leicht zickigen Chauvinisten, seiner ersten Frau Lilith, aus Lehm geschaffen, auf den der Teufel gespuckt hat, und Gabriel, der dies weiß und Gott versucht zu überzeugen, doch besser frischen Lehm zu nehmen -- einfach zu köstlich. Die Tragik, die Archaik des Glaubens und dieser alten Lebenswelt, ihre Gewalt und barock anmutende Üppigkeit werden von Köhlmeier auf literarisch anspruchsvollem Niveau und mit viel Virtuosität beschrieben.
Da vielen Menschen heutzutage die Geschichte und der Glauben des Alten Testaments und des auserwählten Volkes Gottes weniger bekannt ist, kann Geschichten von der Bibel auch deshalb besonders empfohlen werden. Ein hoch gelehrtes Lesevergnügen! --Osseline Kind -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Ich konnte Köhlmeier kürzlich bei einer Lesung aus seinem neuen Buch hören. Bewusst, so erklärte er, habe man den Titel "Geschichten VON der Bibel" und nicht AUS der Bibel gewählt. Der Grund liegt darin, dass es wesentlich mehr Geschichten und Erzählung rund um die Bibel gibt, als darin tatsächlich vorkommen. Also eröffnen sich auch für Bibelvertraute viele neue Details, Hintergründe und spannende Dinge.
Schön zu lesen, mitreissend, komisch, ... Der Untertitel lässt darauf schließen, dass es auch noch weitergehen wird. Die biblische Geschichte hört ja bekanntlich nicht bei Moses auf. Man darf sich freuen.
Der Voralberger Autor kann schreiben, das hat er mit zahlreichen Romanen und Erzählungen bewiesen. Er kann aber auch wild herumzappen, Bruckstücke zu etwas Ganzem zusammen fügen, von Kultur zu Kultur hüpfen, Fremdes mit Bekanntem verknüpfen, fabulieren und recherchieren. Wer die erfolgreiche Nacherzählung der Geschehnisse aus dem Alten Testament im ORF nicht verfolgen konnte, wird vom Autor und Verlag aber im Regen stehen gelassen. Weniger Bibelkundigen wird kaum klar, was nun kirchlich abgesegnete Texte in sprachlicher Neufassung sind - und was der Autor aus anderen Kultur- und Erzählkreisen in die bekannten Geschichten verwob. Ich bin kein Freund der üblichen Vorworte. Doch ausgerechnet hier, wo mir ein klärender Eingang besonders wichtig scheint, fehlt die Ouvertüre gänzlich. Und ebenso abrupt, wie Köhlemeiers Text einsetzt, hört das Buch nach 553 Seiten wieder auf. Keine Quellenangaben, kein Register zum Nachschlagen, keine nützlichen Tipps für interessierte Bücherwürmer, kein Schlusswort zum Ausklingen lassen. Das finde ich unverzeihlich.
Versammelt sind sie alle, die blass und verschwommen oder tief eingeprägt und abrufbaren Geschichten unserer christlichen Kultur. Die Erschaffung der Welt und der Menschen, der Sündenfall und die Vertreibung aus dem Paradies, die Sintflut und der Turmbau zu Babel, die mageren und fetten Jahre im mittleren Osten, der Aufbruch aus Ägypten, die zehn Gebote und Moses. Köhlmeier hält sich mit Erklärungen löblich zurück. Indem er immer wieder auf die Herkunft der Wörter aufmerksam macht, schafft er Zusammenhänge, die vieles in einem neuen Licht erscheinen lassen.
Wären da nicht die eingangs kritisierten Punkte, würde ich das Buch uneingeschränkt empfehlen. Doch so läuft das ganze Unternehmen Gefahr, statt klärend zu wirken, neue Missverständnisse zu kreieren. Es ist denn auch kein Zufall, dass mir das Buch von einem Freund mit dem Hinweis empfohlen wurde, Köhlemeier erzähle die Bibel in einer neuen, zeitgemässen Sprache. Dem ist nicht so. Köhlemeier setzt die bekannten Geschichten aus dem Alten Testament in ein kulturelles Umfeld und haucht ihnen so neues Leben ein. Was aber im Original steht und was nicht, geht leider nicht immer hervor. Schade.
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