Diese skurrilen Geschichten haben die Erlebniswelt meiner Kindheit derart geprägt, daß es mir nun schwerfällt, zwischen persönlichen Erinnerungen und dem tatsächlichen Inhalt des Buches zu unterscheiden. Vielen Geschichten merkt man den moralischen Zeigefinger deutlich an, so wird zB geschildert, welche Katastrophen ein Junge anrichtet, weil er immer nuschelt und undeutlich spricht: Ein Doktor fährt ins falsche Dorf, ein Dachdecker fällt von der Leiter, ein Topf geht zu Bruch und zu guter Letzt wird der Junge von allen gründlich verprügelt. Eine andere Geschichte widmet sich den schlimmen Folgen des Nicht-Aufessens. Aber es soll nicht der Eindruck erweckt werden, es handle sich um biedere Erziehungsparabeln. Meist regiert das Groteske, so zum Beispiel in der Geschichte vom verkehrten Tag, an dem der Vater vom Schimmel angespannt wird und die Tante als Katzenauge hinten am Wagen hängen muß. Zauberer treten auf, die Prinzessinnen retten, Mäuse, die mit Hilfe von Tauben eine Katze überlisten und immer wieder kleine Kinder, die sich in schwierigen Situationen zu helfen wissen. Zum Beispiel wenn sich gerade ein Fuchs und ein Bär mit Hilfe einer Tarnkappe in die Wohnung geschlichen haben und nun die frischgewaschenen Sachen anprobieren. Das Buch regt mit seinen ausgefallenen Ideen die kindliche Phantasie an, ich zumindest habe mir für jede Geschichte früher noch andere Verläufe ausgedacht. Leider fehlen in dieser Ausgabe Hans Tichas wundersame Illustrationen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)