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Geschichten aus Tel Ilan (suhrkamp taschenbuch)
 
 
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Geschichten aus Tel Ilan (suhrkamp taschenbuch) [Taschenbuch]

Amos Oz , Mirjam Pressler
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 190 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 3 (6. Dezember 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518462091
  • ISBN-13: 978-3518462096
  • Originaltitel: Tmunot me-chajej ha-kfar
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 11,8 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 212.615 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
  • Komplettes Inhaltsverzeichnis ansehen

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Amos ?Oz
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Sieben der acht meisterlich erzählten, oft tragikomischen Geschichten drehen sich um das 100 Jahre alte israelische Dorf Tel Ilan, eine Erfindung des 70-jährigen Amos Oz. Der lässt einige seiner Figuren gleich in mehreren Geschichten auftauchen. So ist formal ein lockerer Roman entstanden und inhaltlich ein verblüffend glaubhaftes Dorfpanorama mit Menschen, die verzweifelt nach dem Glück suchen.«

(Tobias Wenzel Deutschlandradio )

»Alle Geschichten, realistisch angelegt, fesseln zuerst durch ihre dichte Atmosphäre - aus der heraus Oz sie plötzlich ins absurd Unheimliche umschlagen lässt. Einflüsse von Sherwood Anderson sind hier ebenso spürbar wie von dem hebräischen Schriftsteller Agnon oder von Kafka. Und natürlich das reiche Wissen eines siebzigjährigen Autors, dass ein ganz normales Leben immer auch als Roman gelesen werden kann - wenn man es nur richtig beschreibt.«

(Carsten Hueck Deutschlandradio Kultur )

»Amos Oz' wunderbare Geschichten aus Tel Ilan erzählen, über die Grenzen seines Landes hinaus, von einer existentiellen Erfahrung: Einsamkeit.«

(Julia Encke Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung )

»Wehmut, Warten, Nostalgie, das sind die Themen aller Dorfbewohner ... Ein bitteres, ein böses Buch, das, wenn man es politisch liest, das Ende aller Hoffnungen im Lande Kanaan besingt. Geschichten aus Tel Ilan von Amos Oz: erbarmungslos, brillant. Oz ist zurückgekehrt zu seinen Kammerspielen.«

(Jochanan Shelliem Hessischer Rundfunk )

»Amos Oz ist heute, mit siebzig, ein Meister, der diskret und ohne effekthascherisches Virtuosentum sämtliche Register des Erzählens aus allen Zeiten und Zivilisationen beherrscht und aus dem unspektakulären Leben eines Dorfes wie Tel Ilan kleine Epen formt.«

(David Signer Neue Zürcher Zeitung am Sonntag )

Kurzbeschreibung

Der Wandel kommt in kleinen Schritten: Tel Ilan ist ein Dorf im Norden Israels. Ein Ort, ein wenig unentschlossen zwischen Gestern und Morgen, aufsehenerregende Ereignisse sind selten. Doch plötzlich verwischt die Grenze vom Gewöhnlichen zur Merkwürdigkeit. Gilli Steiner wartet mit wachsender Verzweiflung auf ihren Neffen, Pessach Kedem hört komische Geräusche, und der Immobilienmakler Jossi Sasson wird in einem alten Haus von einer jungen Frau verwirrt – und verirrt. Dabei geschieht eigentlich nichts Besonderes. Oder doch? Amos Oz entwirft in seinen Geschichten aus Tel Ilan einen kleinen Kosmos. Er erzählt von Menschen und ihren Sehnsüchten, von ihrem nur auf den ersten Blick durch und durch alltäglichen Leben. »Erbarmungslos, brillant. Oz ist zurückgekehrt zu seinen Kammerspielen.« Inge Kämmerer, Hessischer Rundfunk

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Irgendwo in Israel 19. Oktober 2009
Von Günter Nawe "Herodot" TOP 100 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Amos Oz führt uns mit wenigen kurzen Erzählungen, die alle miteinander zu tun haben, nach Ilan, in einen kleinen Ort irgendwo im nördlichen Israel. Er beschreibt einen provinziellen Kosmos und dessen Einwohner mit ihren Sehnsüchten, ihrem Scheitern, den menschlichen Verfehlungen und Lieben. Oz erzählt von Tragödien und Komödien und vom Alltagseinerlei. Er tut dies auf sehr poetische und anrührender Weise.

"Im blassen Silberlicht des Mondes" und gefangen in der Einsamkeit tragen sie ihr Schicksal. Wie Gili Steiner, die auf den letzten Bus aus Tel Aviv wartet. Die Ärztin erwartet den Sohn ihrer Schwester, den Soldaten Gideon Gat. Die "hagere, eckige Junggesellin" hat eine besondere Beziehung zu Gideon, schon seit seiner Kindheit. Sie wartet mit Sorge, erinnert sich vergangener Zeiten und wartet vergeblich. Am Ende "setzte sie sich auf den Küchenstuhl, nahm die viereckige Brille ab und weinte...".

Amos Oz betrachtet die Schicksale seiner Figuren mit Anteilnahme, mit einer Anteilnahme, die sich auf den Leser überträgt - wie es ihm schon mit dem großartigen Roman "Eine Geschichte von Liebe und Finsternis" und in vielen anderen seiner Bücher gelungen ist. Er zeigt uns ein anderes Israel, jenseits von Gaza und dem Westjordanland. Ein Israel an "einem anderen Ort zu einer fernen Zeit", wie die letzte Geschichte des Bandes benannt ist. In diesem "anderen Land" lebt und leidet auch der junge Kobi Esra, "ein nicht glücklicher Siebzehnjähriger", der die "nicht große, rundliche, geschiedene Frau von etwas dreißig Jahren" liebt. Er kann seine Liebe nicht in Worte fassen. Eine mögliche Annäherung wird zu einem pubertären Fiasko und endet in Hoffnungslosigkeit.

Hoffnungslosigkeit auch bei Pessach Kedem und seiner Tochter Rachel. Sie ist Witwe, die "ihr seltsames Leben mit dem greisen ehemaligen Knessetmitglied und dem jungen Araber" teilt. "Plötzlich tat sie sich selbst leid, tat es ihr leid um die Tage, die vergingen ohne Ziel und ohne Sinn". Und so stand sie am Ende "zittern allein in der Dunkelheit unter den verschwommenen Sternen".

Den Schluss ders Bandes bildet eine Art Endzeiterzählung mit einem fast kryptischen Fazit: "Reden führt zu nichts... Wer arbeiten kann, soll arbeiten, er soll arbeiten und leiden und schweigen. Und wer nicht mehr kann, bitte, der soll sterben. Und Schluss."

"Je lokaler Literatur ist, umso universaler kann sie sein", hat Oz einmal gesagt. Seine Literatur ist, wie dieser Band beweist, lokal und damit universal - und deshalb Weltliteratur.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Winfried Stanzick HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Das neue Buch von Amos Oz ist ein besonders zartes und sensibles Zeitdokument des Lebens und Alltags im heutigen Israel. Denn Israel, das ist nicht nur das umkämpfte und geteilte Jerusalem, nicht nur das westliche Tel Aviv, wo der letzte Roman von Leon de Winter Das Recht auf Rückkehr" und das Buch des israelischen Shootingstars Nir Baram Der Wiederträumer" spielen, sondern Israel, das sind auch unzählige Dörfer wie Tel Ilhan und seine Bewohner.

Tel Ilhan ist ein frei erfundenes Dorf. Vor über hundert Jahren gegründet, ist es umgeben von Weinbergen und Obstplantagen. Doch die Landwirtschaft ist stark zurückgegangen, die meisten Menschen in Tel Ilhan leben vom Tourismus, der insbesondere an Wochenenden das Dorf sowohl heimsucht als auch ihm seinen Wohlstand sichern hilft.
Die Menschen und ihre Geschichten, die zum Teil zusammenhängen und sich aufeinander beziehen, die Amos Oz da erzählt, sind sich fremd geworden. Zwar leben sie alle in einem kleinen und überschaubaren Kosmos, wo jeder alles vom anderen weiß, aber es ist ihnen mit der Zeit etwas abhanden gekommen, ohne dass sie zu sagen wüssten, wie und wann.

Amos Oz Geschichten als Tel Ilhan erzählen etwas, was nicht nur für Menschen in Israel gilt. Sie beschreiben den Zustand und die Erfahrungen einer existentiellen Einsamkeit. Alle bewegen sie sich in einem schmalen Erfahrungsraum von dem, was alles in ihrem Leben hätte geschehen können, und dem, was vermutlich für immer verloren ist.

Da wartet die kinderlose Ärztin der Krankenhausambulanz, Gili Steiner, bei strömendem Regen in einer Bushaltestelle vergeblich auf ihren Neffen. Er ist der einzige Mensch, dem sie sich nahe fühlt. Doch er kommt nicht, und sie geht, nachdem auch der Busfahrer, den sie aufsucht, ihr nicht weiterhelfen kann, nach Hause, weint ein wenig, verrichtet ihre Dinge und geht ins Bett. Morgen wird ihr Leben genauso grau und einsam weiter gehen.

Da ist die junge Studentin, die sich mit einem Immobilienmakler in den feuchten und dunklen Kellern ihres Kindheitshauses verliert. Da sind unter dem Haus des ehemaligen Knessetmitglieds Kedem, wo er mit seiner Tochter lebt, undefinierbare Kratz- und Grabgeräusche zu hören. Sie fragen sich, ob es das in der Stille schlagende eigene Herz ist, oder die Laute des Feindes, der sie unterminiert.

Trotz vieler Anspielungen auf das aktuelle Geschehen in Israel hat Amos Oz eindrücklich davor gewarnt, sein neues Buch und die Geschichten, die es erzählt, als eine Allegorie auf Israel zu deuten, obwohl das für den Rezensenten manchmal ähnlich nahe lag wie bei Nir Barams Roman Der Wiederträumer". Doch nicht jedes Stück Literatur, das in diesen Zeiten aus Israel kommt, will allegorisch gelesen werden.

Die Erfahrung der Einsamkeit und Entfremdung machen vielen Menschen in diesen Zeiten in vielen Ländern, doch ist es vielleicht in jenem kleinen Land, das gegen heftigen Widerstand gegründet wurde und in vielen verlustreichen Kriegen gegen den arabischen Feind verteidigt wurde, besonders tragisch, denn das kleine Israel kann nur überleben, wenn es seine innere Kälte, seine Widersprüche, seinen bis in die Seelen der Menschen reichenden permanenten Kriegs- und Verteidigungszustand überwindet, und zu einem neuen Verständnis findet, wo vielleicht in Dörfern wie Tel Ilhan Menschen, die vorher Feinde waren, friedlich miteinander leben und sich nicht mehr vernichten wollen.

Nun ist doch die allegorische Versuchung wieder übermächtig geworden. Überall wohnen wie in Tel Ilhan Menschen Haus an Haus und sind trotz der Nähe, die das bedeutet, doch für sich. Ob für die Zukunft Lebensformen in Dorf und Stadt denkbar sind, die dieser Einsamkeit etwas entgegensetzten ? Man darf skeptisch bleiben.
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Von Winfried Stanzick HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Das neue Buch von Amos Oz ist ein besonders zartes und sensibles Zeitdokument des Lebens und Alltags im heutigen Israel. Denn Israel, das ist nicht nur das umkämpfte und geteilte Jerusalem, nicht nur das westliche Tel Aviv, wo der letzte Roman von Leon de Winter "Das Recht auf Rückkehr" und das Buch des israelischen Shootingstars Nir Baram "Der Wiederträumer" spielen, sondern Israel, das sind auch unzählige Dörfer wie Tel Ilhan und seine Bewohner.

Tel Ilhan ist ein frei erfundenes Dorf. Vor über hundert Jahren gegründet, ist es umgeben von Weinbergen und Obstplantagen. Doch die Landwirtschaft ist stark zurückgegangen, die meisten Menschen in Tel Ilhan leben vom Tourismus, der insbesondere an Wochenenden das Dorf sowohl heimsucht als auch ihm seinen Wohlstand sichern hilft.
Die Menschen und ihre Geschichten, die zum Teil zusammenhängen und sich aufeinander beziehen, die Amos Oz da erzählt, sind sich fremd geworden. Zwar leben sie alle in einem kleinen und überschaubaren Kosmos, wo jeder alles vom anderen weiß, aber es ist ihnen mit der Zeit etwas abhanden gekommen, ohne dass sie zu sagen wüssten, wie und wann.

Amos Oz Geschichten als Tel Ilhan erzählen etwas, was nicht nur für Menschen in Israel gilt. Sie beschreiben den Zustand und die Erfahrungen einer existentiellen Einsamkeit. Alle bewegen sie sich in einem schmalen Erfahrungsraum von dem, was alles in ihrem Leben hätte geschehen können, und dem, was vermutlich für immer verloren ist.

Da wartet die kinderlose Ärztin der Krankenhausambulanz, Gili Steiner, bei strömendem Regen in einer Bushaltestelle vergeblich auf ihren Neffen. Er ist der einzige Mensch, dem sie sich nahe fühlt. Doch er kommt nicht, und sie geht, nachdem auch der Busfahrer, den sie aufsucht, ihr nicht weiterhelfen kann, nach Hause, weint ein wenig, verrichtet ihre Dinge und geht ins Bett. Morgen wird ihr Leben genauso grau und einsam weiter gehen.

Da ist die junge Studentin, die sich mit einem Immobilienmakler in den feuchten und dunklen Kellern ihres Kindheitshauses verliert. Da sind unter dem Haus des ehemaligen Knessetmitglieds Kedem, wo er mit seiner Tochter lebt, undefinierbare Kratz- und Grabgeräusche zu hören. Sie fragen sich, ob es das in der Stille schlagende eigene Herz ist, oder die Laute des Feindes, der sie unterminiert.

Trotz vieler Anspielungen auf das aktuelle Geschehen in Israel hat Amos Oz eindrücklich davor gewarnt, sein neues Buch und die Geschichten, die es erzählt, als eine Allegorie auf Israel zu deuten, obwohl das für den Rezensenten manchmal ähnlich nahe lag wie bei Nir Barams Roman "Der Wiederträumer". Doch nicht jedes Stück Literatur, das in diesen Zeiten aus Israel kommt, will allegorisch gelesen werden.

Die Erfahrung der Einsamkeit und Entfremdung machen vielen Menschen in diesen Zeiten in vielen Ländern, doch ist es vielleicht in jenem kleinen Land, das gegen heftigen Widerstand gegründet wurde und in vielen verlustreichen Kriegen gegen den arabischen Feind verteidigt wurde, besonders tragisch, denn das kleine Israel kann nur überleben, wenn es seine innere Kälte, seine Widersprüche, seinen bis in die Seelen der Menschen reichenden permanenten Kriegs- und Verteidigungszustand überwindet, und zu einem neuen Verständnis findet, wo vielleicht in Dörfern wie Tel Ilhan Menschen, die vorher Feinde waren, friedlich miteinander leben und sich nicht mehr vernichten wollen.

Nun ist doch die allegorische Versuchung wieder übermächtig geworden. Überall wohnen wie in Tel Ilhan Menschen Haus an Haus und sind trotz der Nähe, die das bedeutet, doch für sich. Ob für die Zukunft Lebensformen in Dorf und Stadt denkbar sind, die dieser Einsamkeit etwas entgegensetzten ? Man darf skeptisch bleiben.
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