Zugegeben, ein bisschen Mogelpackung ist der deutsche Titel des Prachtbandes schon - denn der Titelheld Hellboy tritt auf den insgesamt 600 Seiten entweder nur am Rande als Kind auf oder in der Abe-Sapiens-Story als (eventuell nur imaginierter) Warnender. Genau genommen handelt der Band "Geschichten aus dem Hellboy-Universum" von B.U.A.P., der Behörde zur Untersuchung und Abwehr Paranormaler Erscheinungen, in der sich Hellboy schon seit einiger Zeit rar macht...
Dennoch werden bei diesem hochpreisigen Band, der in einer limitierten Auflage von 1111 Stück auf deutsch bei Crosscult erschienen ist, ohnehin nur die Fans des Comic-Kosmos aus der Feder von Mike Mignola zugreifen - und sich dementsprechend mit der Comic-Historie der gehörnten Rothaut und von B.U.A.P. auskennen.
Enthalten sind vier im Original als Mini-Serien mit je fünf US-Heften gelaufene Geschichten: "Lobster Johnson - Der eiserne Prometheus", "B.U.A.P. 1946", "B.U.A.P. 1947" und "Abe Sapien - Ertrinken".
Beim schreiben der Geschichten "B.U.A.P. 1946" und "B.U.A.P. 1947" erhielt Hellboy-Autor Mignola Unterstützung von Joshua Dysart, die beiden anderen Storys hat er alleine formuliert.
Illustriert wurden die Comics von Jason Armstrong, Paul Azaceta, Gabriel Bá (der auch die ebenfalls bei Crosscult erscheinende Serie "The Umbrella Academy" zeichnet), Fábio Moon, Patric Reynolds und Jason Shawn Alexander. Mignola steuerte die Titelbilder bei (die leider in diesem Sammelband - wie für Crosscult bei Hellboy üblich - nur zweifarbig reproduziert werden).
Ergänzt wird "Geschichten aus dem Hellboy-Universum" von zwei Kurzgeschichten, die vorher nur in den USA in einem Dark Horse Comic zum "Free Comic Book Day 2008" und auf myspace zu finden waren. Außerdem finden sich in dem dicken Band auch eine großzügige Skizzenstrecke, Nachworte von Mike Mignola und ein redaktioneller Text von Christian Endres, der das Hellboy-Universum im Wandel der Zeit beleuchtet.
Wie immer liefert Crosscult hervorragende Qualität in dem üblichen gebundenen Kleinformat. Das Buch ist hochwertig gebunden und behielt auch nach dem Lesen einen ungebogenen Seitenblock. Das Lesebändchen hilft, die mehrtägige Lektüre des Prachtbandes gut zu strukturieren. Auf jeden Fall eine Leseempfehlung!