Kurzbeschreibung
Gute Schuhe, ein schönes Buch, ein Mikrophon und ein Aufnahmegerät - das sind die spärlichen Utensilien aus der modernen Welt, die Andreas J. Obrecht in die Fremde mitnimmt. Auf seiner Reise spürt er den Geschichten und Klängen entlegener Regionen nach, um die Zwischentöne einer beredten und geheimnisvollen Welt aufzufangen und auch am magischen Verständnis dieser Kulturen teilzuhaben - wonach alle Erscheinungen der Natur, des menschlichen Lebens und des sozialen Handelns aufeinander bezogen sind. Dieses Tagebuch einer Weltreise trägt uns von einem Ort zum anderen, von einer Begegnung, von einer Geschichte zur nächsten. Zeit spielt dabei keine Rolle, denn man weiß nie, wie lange die Bewegung, das Zuhören, die Suche, die Reise und mit ihr das Lernen dauern werden.
Über den Autor
Andreas J. Obrecht, geboren 1961, lebt in Wien; Soziologe, Kulturanthropologe, Schriftsteller. Neben wissenschaftlichen Publikationen Lyrik, Erzählungen, Reiseliteratur, Opernlibretti und Dokumentationen für den ORF.
Auszug aus Geschichten aus anderen Welten von Andreas J. Obrecht. Copyright © 2006. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
"Unsere erste Reise geht nach Papua Neuguinea und nach Inselmelanesien. Vom zentralen Hochland der zweitgrößten Insel der Welt folgen wir "den Quellen des Sepik", fahren mit einem selbstgebauten Floß den May-River entlang, um von der südpazifischen Küste schließlich in das Inselreich im Stillen Ozean aufzubrechen. Über den Admiralitätsarchipel und die Trobriand-Inseln gelangen wir nach Neuirland, wo die "alte" Welt durch eine Goldmine auf dramatische Weise mit der "neuen" konfrontiert ist. Unsere zweite Reise führt uns in das ehemalige Sultanat Sansibar, dessen Reichtum und Pracht aufgrund des Handels mit Sklaven und Elfenbein auch heute noch erahnt werden kann. Mit einem Dhau, einer ohne Eisennägel gebauten Segelschaluppe, die ihre Vorläufer in der altphönizischen Seefahrt hat, gelangen wir an die ostafrikanische Küste. Vor Dar es Salaam brechen wir zu einer Fahrt bis zur Westgrenze Tansanias auf. Vorbei am Vulkankrater Ngorongoro, an den schneebedeckten Gipfeln des Kilimandscharo, und quer durch die Weiten der Serengeti mit ihren Herden von Büffeln, Gnus, Elefanten und anderen Wildtieren führt uns unser Weg bis zu den Ufern des Lake Victoria, wo wir das Fischervolk der Yego und die rinderhaltenden Mura besuchen. Die dritte Reise beginnt in der nepalischen Königsstadt Kathmandu und geht in den süd-östlichen Solu-Khumbu, wo wir - am Fuße des Himalya - insgesamt sieben Wochen zu Fuß unterwegs sein werden. (...) Unsere vierte und letzte Reise führt uns vorerst in eine Gegend, die dem touristisch Reisenden - aus einer anderen Perspektive freilich - gut bekannt sein mag: die südöstliche Karibik. (...)"