Kurzbeschreibung
Der Verlag über das Buch
Der Autor über sein Buch
Wer übrigens den ungarischen Namen richtig aussprechen möchte, sagt "Akosch" mit Betonung auf der ersten Silbe.
Und wenn Ihr Kind die Bilder zu den Geschichten ausmalen will warum eigentlich nicht?
Klappentext
Über den Autor
Regina Karolyi, geb. 1967, arbeitet hauptberuflich als Chemotechnikern und schreibt für ihr Leben gern. Erste kleine Geschichten entstanden bereits im Alter von neun Jahren zur eigenen Unterhaltung. Geschichten für Kinder schrieb Regina Karolyi allerdings erst nach der Geburt ihres Sohnes, der diesbezüglich ihr kritischster Lektor ist. Zuletzt veröffentlichte Regina Karolyi ein Buch über das Leben einer Großfamilie in der Mitte des 20. Jahrhunderts. Sie verfasst jedoch überwiegend Belletristik. Einige ihrer Kurzgeschichten wurden in Anthologien aufgenommen. Regina Karolyi wohnt in Frankfurt/Main. Mehr über die Autorin finden Sie unter regina-karolyi.de
Gaby Hylla, geb. 1960, lebt in Forchheim und ist hauptberuflich im Verkauf tätig. Seit ihrer Schulzeit zeichnet sie, zuerst mit dem Bleistift, dann in Öl sowie Aquarelle; diese Techniken hat sie sich selbst angeeignet. Mit ihren Werken nahm sie an einigen Ausstellungen für Künstler teil. In den letzten Jahren hat sie ihr künstlerisches Schaffen in den Computerbereich verlegt; sie erstellt nun 3D-Grafiken mit den Programmen "Bryce&Poser", vor allem Fantasy-Bilder, da sie gern Fantasy-Romane liest und sich von ihnen inspirieren lässt. Sie kann sich nicht vorstellen, einmal nicht kreativ tätig zu sein. Die Homepage der Autorin: gabyhylla3d.de
Auszug aus Geschichten vom Raben Eins Zum Vorlesen und Anschauen für das Kindergartenalter von Regina Karolyi. Copyright © 2004. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Es war einmal ein Junge, der hieß Ákos. Er hatte einige gute Freunde im Kindergarten. Aber sein bester Freund war ein Papagei aus Plüsch, der auf den Namen Jakob hörte. Jakob hatte blaue und gelbe Federn und einen leuchtend roten Schnabel. Ákos schlief nie ohne seinen Papagei ein.
Eines Tages schaute der Papagei aus dem Fenster und schlug aufgeregt mit den Flügeln. Ákos spielte gerade mit seiner Eisenbahn und wunderte sich, weil Jakob so ein Gezeter machte. Er schien etwas ganz Ungewöhnliches entdeckt zu haben.
"Kraah!", ertönte da ein durchdringender Schrei von draußen. "Kraah!"
"Das kann ich auch, du komischer Vogel!", rief Jakob, der Papagei. "Kraaaah!"
"Krakraah!", schrie es von draußen, diesmal sogar noch kräftiger.
"Krakrakrakraah!", machte Jakob stolz. Schließlich können Papageien die verschiedensten Laute und Geräusche ganz echt nachmachen. Sie sind sehr kluge Vögel. Und Jakob konnte jedenfalls lauter schreien als das Tier draußen.
Ákos wurde der Krach ein bisschen zu viel. Außerdem war er neugierig geworden. Also ging er zu Jakob ans Fenster und sah auch hinaus.
Auf dem großen Baum im Garten saß ein pechschwarzer Vogel mit gelbem Schnabel. Er war fast so groß wie Jakob, der Papagei. Der schwarze Vogel guckte Jakob ärgerlich an.
"Kraaakraah!", rief er. "Was bist du eigentlich für ein komischer Rabe? War deine Mutter eine Aprikose und dein Vater eine Pflaume?"
"Du bist der sonderbarste Papagei, den ich je gesehen habe!", antwortete Jakob unfreundlich. "Bist du vielleicht in den Toaster gefallen und angekokelt?"
"Was ist ein Toaster?", fragte der Rabe verdutzt. (Denn Ákos wusste schon, dass man so große schwarze Vögel Raben nannte.)
"Was ist eine Aprikose, und was ist eine Pflaume?", fragte Jakob zurück. "Und wie heißt du überhaupt?"
"Ich heiße EINS!", antwortete der Rabe feierlich.
"EINS? Das ist doch kein Name!", rief Jakob. "Ich heiße Jakob. Aber man kann doch nicht EINS heißen!"
"Natürlich kann man, ich heiße schließlich so!", erwiderte der Rabe entrüstet. "Bei uns Raben ist das eben so. Wer als Erster im Nest aus dem Ei schlüpft, heißt EINS, der Nächste ZWEI und so weiter. Mein Bruder heißt also ZWEI und meine Schwestern DREI und VIER. Damit man uns von den Nachbarsraben unterscheiden kann, bekommen wir außerdem auch Nachnamen. Ich heiße daher eigentlich 'EINS AUS DEM OBERSTEN NEST IN DER GRÖSSEREN BUCHE LINKS NEBEN DEM KINDERGARTEN'."
Jakob schluckte. Er war ein bisschen beschämt. So einen tollen Namen hatte er natürlich nicht.
"Jetzt muss ich nach Hause, aber morgen komme ich wieder, denn du bist sehr lustig, Aprikosen-Pflaumenrabe!", rief der Rabe EINS.
"Ich bin ein Papagei!", schrie Jakob empört, aber der Rabe EINS war bereits weggeflogen.