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Geschichte des sowjetischen und russischen Films
 
 
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Geschichte des sowjetischen und russischen Films [Gebundene Ausgabe]

Christine Engel
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 382 Seiten
  • Verlag: Metzler (1999)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3476015467
  • ISBN-13: 978-3476015464
  • Größe und/oder Gewicht: 23,6 x 16,2 x 2,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.787.700 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"...Wie die bisher vorliegenden Metzler-Bücher genügt auch der neue Band allerhöchsten Ansprüchen. Deutsche Welle Kenntnisreich schreiben Oksana Bulgakova und Eva Binder über Tauwetterperiode, Breschnewsche Restauration, Perestroika und die Zeit danach. Süddeutsche Zeitung Ein Buch, das nicht nur Cineasten anspricht, sondern alle an der Kultur der Sowjetunion und Rußland Interessierte..." (lehrerbibliothek.de)

Kurzbeschreibung

Erstmals in deutscher Sprache erscheint hiermit eine umfassende Darstellung der Entwicklung des Films von den Anfängen in der Zarenzeit über mehr als siebzig Jahre Sowjetregime bis zum Filmschaffen des neuen Rußland. Nach der Oktoberrevolution ihren Kinderschuhen entwachsen, entsprach die neue Kunstform der Dynamik der sich entwickelnden Gesellschaftsordnung und beflügelte die Avantgardisten der zwanziger Jahre, allen voran Sergej Eisenstein, zu Experimenten mit der Form und zu Reflexionen über das Wesen der Filmkunst, die weltweit rezipiert wurden. Nach Stalins Tod versuchte sich der sowjetische Film von der Vereinnahmung durch die stalinistische Massenkultur zu befreien. Er reüssierte ein zweites Mal auf internationaler Ebene mit Regisseuren wie Michail Kalatozov oder Andrej Tarkovskij, mit Spiel-, Dokumentar- und Animationsfilmen sowie mit dem vielfältigen Filmschaffen der einzelnen Unionsrepubliken. Während der Perestrojka wurde der Film schließlich zum Sprachrohr für die Bewältigung der sowjetischen Vergangenheit und für aktuelle gesellschaftliche Anliegen. Um dem Filmschaffen in seiner Komplexität gerecht zu werden, berücksichtigt der vorliegende Band Produktion und Distribution, staatliche Filmindustrie und Zensur, Filmstars und Publikumswirksamkeit, elitäre Filmkunst, >Staatsfilm< und Unterhaltung. Tabellarische Übersichten über Produktionszahlen, Zuschauerpräferenzen und Filmfestivals sowie ausführliche Personen- und Filmtitelregister machen den Band zu einem unentbehrlichen Nachschlagewerk.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Für die meisten Filmfreunde besteht der sowjetische und russische Film im wesentlichen aus Eisenstein, Pudowkin und Tarkowski, für den durchschnittlichen Kinogänger sind selbst diese Namen ohne Bedeutung. Dies kann man als trauriges Fazit der jahrelangen konsequenten Westorientierung der deutschen Filmszene ziehen, die zwar jede Epoche mit französischen, italienischen und vor allem amerikanischen "Meistern" zu füllen vermag, den Blick jedoch nur sehr selten Richtung Osten wandte. Zugegebenermaßen wurde dies durch den Eisernen Vorhang einige Jahrzehnte erschwert, doch nach der Öffnung der Sowjetunion beziehungsweise Russlands wird geradezu ein Schatz an Filmen zugänglich, die sich in Machart und Funktion auffällig von dem unterscheiden, was der westliche Kinogänger durch das kapitalistische System unserer Filmindustrie gewöhnt ist. Christine Engel und ihre vier Co-Autorinnen haben sich in der "Geschichte des sowjetischen und russischen Films" ans Werk gemacht, diesen Schatz zu heben. Sie beginnen bei den Anfängen des Kinos im Zarenreich um 1896 und arbeiten sich dann chronologisch durch die Epochen bis in die jüngste Zeit (1998) voran. Dabei gibt es umfangreiche Kapitel zum russischen Stummfilm, dem Film unter Parteikontrolle, der Tauwetterperiode, dem Neuen Konservatismus, dem Film der Perestojka und den aktuellen Entwicklungen im neuen Russland. Der engen Verwobenheit von Kultur und Politik entsprechend belassen es die Autorinnen nicht allein bei einem Blick auf die jeweilige Filmproduktion, ihre großen Regisseure, Schauspieler und Werke, sondern liefern gleichzeitig stets ein Bild des politischen und sozialen Umfeldes, in dem die Kunst und im speziellen das Kino der jeweiligen Jahrzehnte stand. So ist das Buch zwar hauptsächlich aber nicht ausschließlich eine Filmgeschichte, sondern gleichsam eine Einführung in die Lebens- und Denkweise der Menschen vor, während und nach dem Sozialismus. Von der Konzeption her lädt das sehr textlastige und fast vierhundert Seiten schwere Werk weniger zum Schmökern ein als daß es ein Durcharbeiten erfordert. Der Inhalt wird in einem wissenschaftlichen Stil dargeboten, der den Leser mit einer Fülle an Filmtiteln und Namen von Filmschaffenden geradezu erschlägt - aber auch neugierig macht. Die Lektüre wird hingegen durch die starke Unterteilung des Fließtextes in Sub- und Sub-Sub-Kapitel erleichtert, spätestens alle drei Seiten findet sich eine Zäsur. Abgerundet wird der lexikalische Charakter dieses bemerkenswerten Buches durch ein Kapitel, das den russischen und sowjetischen Film in Zahlen rekapituliert, sowie einen Anhang mit Bibliographie, Personen- und Filmtitelregister. Wer sich ernsthaft mit dem sowjetisch-russischen Kino beschäftigen will, dem sei dieses Werk als Überblick und Grundlage wärmstens empfohlen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von weiser111
Format:Gebundene Ausgabe
Ernstzunehmende und ausführliche deutschsprachige Darstellungen der Geschichte des russischen/sowjetischen Films suchte man bislang vergebens; zur Verfügung standen dem Interessierten lediglich die betreffenden Kapitel in Toeplitz' Filmgeschichte aus den 50er Jahren oder Jay Leydas (auf Englisch veröffentlichte) Monographie von 1963 -- beide sind sehr empfehlenswert, aber naturgemäß nicht auf dem neusten Stand. Doch nicht nur deswegen empfiehlt sich der von Christine Engel herausgegebene und sorgfältig redigierte Band.
Nicht nur dem "durchschnittlichen" Kinogänger, sondern auch großen Teilen der Fachwelt, komme sie nun aus der slavistischen oder aus der cineastischen Ecke, stellte (bzw. stellt) sich der russische bzw. sowjetische Film als Terra incognita dar; oft kennt man bestenfalls Tarkovskij und Eisenstein -- so das traurige Ergebnis langer, langer "Westbindung" des westdeutschen Kinos einerseits und politischer Hörigkeit seines ostdeutschen Pendants. Nur wenige wissen um die Meilensteine, die der sowjetische Film der 1920er Jahre setzte; noch weniger zur Kenntnis genommen wurde, was danach geschah. Zugegeben, die russische Filmproduktion litt jahrzehntelang unter politischer Gängelung, die leider nur allzu oft (aber längst nicht immer) zu Regime-konformem Mittelmaß führte. Doch entschuldigt dies keineswegs die Nicht-Beachtung vor allem in Westeuropa; allein die besondere gesellschaftliche Funktion des Kinos in der UdSSR hätte auch außerhalb der Fachwelt ein stärkeres Interesse hervorrufen müssen. Und: Ist es nicht arrogant, die Kino-Tradition eines in dieser Hinsicht potentiell wichtigen Landes einfach zu ignorieren? -- Hinzu kommt, dass im sowjetischen Film mitunter andere Rezeptionsweisen des Films enstanden sind, die bis heute russische Regisseure beeinflussen, und die westeuropäischen Zuschauern buchstäblich neue Sichtweisen eröffnen könnten.

Die von Christine Engel herausgegebene Filmgeschichte ist chronologisch gegliedert; die Kapiteleinteilung orientiert sich an den politischen Eckdaten der UdSSR bzw. Russlands -- eine aufgrund des starken Einflusses der Politik auf den Film sehr sinnvolle Gliederung (Zarenreich, früher sowjetischer Film bis zum Beginn des "SozReal", Stalinismus, Tauwetter, "Restauration", Perestrojka, Gegenwart).
Die einzelnen Kapitel stammen durchweg von international bekannten Experten wie z.B. Oksana Bulgakova oder Evgenij Margolit; entsprechend bleibt das Niveau durch das gesamte Buch hinweg gleich anspruchsvoll.
Wie bei dem hohen Niveau nicht anders zu erwarten, wird das reichhaltige Material ergänzt durch chronologische Abrisse, ausführliche Bibliographien und Register.
Das einzige Manko dürfte sein, dass die prägnante und knappe Darstellung den Leser zunächst einmal mit extrem viel Information "erschlägt"; vor allem die (notwendige!) Nennung vieler bislang unbekannter Personen und Filme verlangt unbedingt konzentrierte Lektüre. Dieser Umstand ist allerdings bei der Materialfülle kaum zu vermeiden. Erfreulicherweise sind die Kapitel selbst übersichtlich gegliedert, so dass man sich bei der Lektüre keineswegs in einem Irrgarten wiederfindet.
Aus welchen Gründen auch immer sich jemand für den russischen/sowjetischen Film interessiert -- dieses Buch sei ihm wärmstens ans Herz gelegt.
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